Ÿuma

Hannet Lekloub


Info
Musikrichtung: Folk/World Music

VÖ: 25.03.2022

(French Flair)

Gesamtspielzeit: 43:00

Internet:

https://de-de.facebook.com/Yumatheduo
https://www.frenchflairmusic.com/
http://www.nuzzcom.com/


Ÿuma, das ist ein Duo aus Tunesien, und zwar Sabrine Jenhani (Gesang) und Ramy Zoghlami (Gesang, Gitarre). Hannet Lekloub ist ihr drittes Album nach dem ersten, selbstproduzierten, aus 2016. Selbst bezeichnen die Beiden ihre Musik als Indie Folk. Auch hier müssen wir uns, die die Texte in tunesisch-arabischer Sprache nicht verstehen können, vorwiegend auf die Musik.

Und die verzaubert sogleich mit dem Eröffnungssong "Sucre", beider Stimmen von Gitarre und einem sanften Streicherarrangement umrahmt. Das ist ein wahrlich wunderschöner, zuckersüßer Auftakt! Wie man nachlesen kann, ist die Sängerin Sabrine Jenhani aktiv als Ku?nstlerin, Kulturaktivistin, Kolumnistin und Sängerin in alternativen Rockbands. Ramy Zoghlami war Teil der Undergroundszene in Tunis und aktiv in verschiedenen Indierock- und Elektro- Bands.

Zart und ruhig zieht sich die Stimmung wie ein roter Faden durch die elf Songs des Albums. Wenngleich auch die Sprache heimatgebunden ist, versprüht die Musik eher internationales Flair, natürlich nicht, ohne die regionalen Eigenarten ausser Acht zu lassen. Die im Grunde genommen sehr reduzierten Arrangements mit Gitarre und Gesang der Beiden werden vortrefflich durch die gelegentlichen Streicher unterstützt, Streicher, die mitunter auch einen sehr dramatischen Aspekt mit einbringen. Dazu gibt es perkussive Einschübe auf einigen Titeln, die zum Beispiel "Denia Dour" flott antreiben.

"Chloun El Kâa" wird darüber hinaus noch vom Schlagzeug unterstützt und erweitert die folkige Ausrichtung noch etwas um dezent rockende Anteile. Dazu atmet dieser Song noch eine gewisse Spur von Pop und wirkt dadurch recht zugänglich, das wäre eine gute Single-Auskopplung zum Kennenlernen. Dabei sind eigentlich alle Titel sehr zugänglich und man gewinnt rasch Zutrauen und Nähe und freundet sich mit diesen verträumten Melodien an.

Der Bandname Ÿuma, so gemäss Pressetext, stammt aus der Sprache der Cherokee, man habe sich stark mit der Kultur der amerikanischen Ureinwohner beschäftigt. Gleichzeitig will man mit der Musik auf politische Zustände in Tunesien hinweisen, inwieweit sich dieses nun auch in den Texten widerspiegelt, kann ich leider nicht nachvollziehen.



Wolfgang Giese



Trackliste
1 Sucre
2 Wahna Kbar
3 Denia Dour
4 Chloun El Kâa
5 Ya Ghrib
6 Lohkrin
7 Rit Khyelek
8 Elli Fet
9 Nokta
10 Fartatou
11 Hmema
Besetzung

Sabrine Jenhani (vocals)
Ramy Zoghlami (vocals, guitars)
+ strings
+ drums, percussion



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