Musik an sich


Reviews
Red Barchetta

Futirocker


Info
Musikrichtung: HipHop / Punk

VÖ: 05.01.2004

(Pleitegeier Records / Asaph)

Gesamtspielzeit: 47:16

Internet:

www.red-barchetta.de


„Rackskop“ nennen Red Barchetta ihr eigenwilliges Gemisch aus „Ska, Hardcore, Rock, Rop, Rap, Funk, Pop, Metal, Hip Hop“ - so die bandeigene Aufzählung in “Rackskop“. Da nimmt man den Mund ein wenig voll. Zwar stimmt es, dass man aus vielen Töpfen nascht. Ich würde zumindest auch noch die Neue Deutsche Welle ergänzen. Aber das Ganze ist noch so unverdaut, dass es eben nur ein Sammelsurium darstellt, in dem sich der rote Faden nicht recht finden lässt, und gewiss keinen neu kreierten Musikstil.

Das soll nicht heißen, dass Futirocker keinen Reiz und Charme hätte. Im Gegenteil. Gerade das etwas Unfertige und Spontane baut die punkigen Züge sympathisch aus. Und die einzelnen Tracks sind je für sich zumindest zum Teil nicht schlecht. Aber abwechselnd einen Reggae- (3), eine Ska- (7, 10), einen NuMetal-Song (11) zu spielen macht natürlich keinen neuen Stil aus.

HipHop scheint mir das am stärksten verbindende Band zu sein. Dem entspricht auch die häufige Beschäftigung der Band mit sich selbst in den Texten. Zum Reinhören empfehlen würde ich den Opener (HipHop/ Metalpunk mit viel Gerede über sich selbst), “Der Traum geht weiter“ eine Reggae-Nummer mit einem Refrain, der an die Scherben oder Fehlfarben erinnert und den “Futirocker“, eine Ska-Nummer für Fußballfans.

Futirocker ist mehr als ein erster Gehversuch einer Band mit Potenzial, aber noch recht weit von einer wirklich runden Sache entfernt. Vielleicht geht es mit dem neuen festen Bassmann Thomas „Peik-e-mon“ Peik in Zukunft weiter nach oben. Zu wünschen wäre es der Truppe...

- ebenso wie ein freundlicherer Umgang mit den Fans. Die AB-Nachricht am Ende der CD ist zwar wirklich kurios, ist aber hart an der Grenze einer Bloßstellung. Wäre ich das auf dem AB gewesen, wären Red Barchetta für mich gestorben. So hält man keine Freunde. Strafverschärfend kommt hinzu, dass sich RB als christliche Band verstehen. Da sollte etwas mehr Nächstenliebe drin sein.

Ausbaufähig!

Als Bonus gibt es einen Video-Track “Barchetta unterwegs“, der im April 2003 im Umfeld des Balinger Rockfestivals aufgenommen wurde.



Norbert von Fransecky



Trackliste
1Bastard3:51
2Wott 13:30
3Der Traum geht weiter3:50
4Rackskop4:41
5Maximal3:08
6Zeitgeist4:43
7Futirocker3:57
8Im Grossen und Kleinen3:33
9Bei dir4:29
10Sei ein Original5:39
11Mr. Potemkin4:47
12AB-Anfrage1:09
Besetzung

Axel „FischAkahn“ Fischer (Raps, Gesang)
Jirco „Jok-D“ Cesal (Git)
Markus „Pippin“ Bernhard (B)
Arno Jordan (B)
Björn „Biggedi Burn“ Logge (Sounds, Samples)
Manuel „Gac Myver“ Scholz (Dr)

Samples von PL Peter Pan (Cuts and Scratches <1, 2, 6, 9, 11>)
Noemi la Terra (ital. Geflüster, Gesang <10>)



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