Musik an sich


Reviews
Taras Bulba

The best of now and zen


Info
Musikrichtung: Worldmusic / Ambient / Artpop

VÖ: 9. März 2009

(Sireena Records)

Gesamtspielzeit: 71:01

Internet:

http://www.shackmedia.de/music/pro_taras.html
http://www.sireena.de


Bei den Arbeiten zum letzten Studioalbum der Kultband The perc meet the hidden Gentelman Ages 1993 trafen sie erstmals aufeinander, Volker „Mist“ Kahrs, bekannt als der relevanteste und prägendste Keyboarder der deutschen Rocklegende Grobschnitt und eben „The Perc“ Tom Redecker. Redecker, umtriebiger Musiker insbesondere in den Feldern Artrock, Psychedelik und ähnlichen war natürlich bereits Fan von Volker Kahrs Arbeiten mit und nach Grobschnitt und umso stolzer, ihn dabei zu haben. Aus dieser Zusammenarbeit entstand dann eine Freundschaft und viele gemeinsame Projekte mit Redeckers Electric Family zumeist in Psychedelik Gefilde, und mit Taras Bulba in eine völlig andere Richtung, nämlich danceorientierte Songs voller Weltmusik, Traditionellen- und Elektro Ambient Einflüssen. Dieses Projekt veröffentlichte insgesamt sechs Alben zwischen 1993 und 2006, die insbesondere, aber nicht nur in der Wave und Gothikszene großen Anklang fanden. Nun erscheint nach dem viel zu frühen Tod von Volker Kahrs im letzten Jahr eine sehr sensibel zusammengestellt und aufgemachte Retrospektive über die Band mit dem Album The Best Of Now And Zen. Die 16 enthaltenen Stücke decken alle erschienen Alben ab und trotzdem entsteht niemals dieser typische Best Of Eindruck, d.h. dass die Stücke musikalisch und soundmäßig oftmals nicht zueinander passen wollen. Hier hat man den Eindruck, dass diese Stücke genau für diese Reihenfolge gemacht wurden. Mit Regenrauschen wird das ruhige „A New Day´s Cornation“ eingeleitet und hier steht die später immer mehr im Vordergrund stehende Rhythmik noch etwas zurück. Aber natürlich treffen wir hier schon auf die atmosphärischen Keyboardflächen Volker Kahrs. Lässt man sich darauf ein, kann man mit den hier enthaltenen Stücken auf eine mystisch beschwingte Reise durch Zeit (moderne Beats treffen auf mittelalterliche oder auch rockorientierte Instrumente und Melodien) und Raum (französischer Gesang, Folklastige Klänge und allerlei Weltmusikalische Beats und Referenzen) begeben. Die immer dichten und atmosphärischen Keyboards lassen den Hörer durch all dies schweben, die zwischen ruhig und spartanisch bis sehr rhythmisch fast schon an Rave und Techno erinnernden Beats treiben ihn voran oder lassen mal verweilen. So stehen fast rein elektronische Beatstrukturen wie „Shiva Talks To Brahma“ neben so wundervoll perlenden instrumentalen Balladen wie das von seinen schwebenden Keyboards, der akustischen Gitarre und dem betörenden Piano bestimmte „My Mind Was Still There“.
Das Taras Bulba ursprünglich aus einem Soundtrackprojekt von Tom Redecker entstanden ist, kann man auch sehr gut nachvollziehen, alle Tracks dieses Albums und wohl des gesamten Kataloges der Band wären wohl hervorragend zum Einsatz in Filmen geeignet. Oder eben noch besser, für das eigene Kopfkino. Für Fans atmosphärischer Musik ohne Angst vor Beats ist dieses Album uneingeschränkt zu empfehlen.
Noch ein paar Worte zur Aufmachung dieses Werkes: Nur der Schriftzug mit dem Namen der Band und dem Titel des Albums sowie ein ganz kleines Bild der beiden Musiker ziert das stilvolle schwarze Cover. Das 16-seitige Booklet hält alle relevanten Daten zur VÖ und weiteren Alben der Band parat. Zusätzlich gibt es eine Doppelseite mit Bildern der Musiker. Kernstück des Booklets sind jedoch die in englisch und deutsch verfassten Linernotes von Kurt Mitzkatis (Vorsitzender des „German Rock e.V.) und Tom Redecker, welche Einblick in die Geschichte Tara Bulbas geben und natürlich Volker Kahr respektvoll gedenken.
Eine VÖ, bei der alles passt.



Wolfgang Kabsch



Trackliste
1. A New Day’s Coronation 3:35
2. Arezu 4:26
3. Flipper Mon Amour 1:57
THE MOONBLOOD SUITE:
4. Part One The Time has come 1:36
5. Part Two Pierres Sacradees (Holy Stones) 4:48
6. Part Three Mother Earth
7. Part Four Dance of the Fisherman’s Wife 5:09
8. Shiva Diva 9:58
9. A Thimbleful of What 6:21
10. Shiva talks to Brahma 5:23
11. My Mind Was Still There 6:03
12. Flying Gringos 4:42
13. Basta Cosi 3:47
14. Span Holovand 4:19
15. San Ma Riene 6:27
16. Ardistan 4:27
Besetzung

Volker „Mist“ Kahrs: Instrumente & Musik
Tom „The Perc“ Redecker: Instrumente & Musik & Gesang

Gäste
Angela Giampietro: Gesang
Lea Saby: Gesang


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