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Artikel

Votum: Subtil, dunkel lebhaft und Metalwurzeln

Info

Gesprächspartner: Zbigniew Szatkowski (Votum)

Zeit: 02.05.2010

Ort: Köln / Polen

Interview: E-Mail

Stil: Progressive Rock / Metal

Internet:
http://www.votumband.pl

In den letzten Wochen sind einige vielversprechende Alben von polnischen Bands auf meinem Schreibtisch gelandet. Die Progressive Metal Band Votum konnte sich mit ihrem Album Metafiction in meinem CD Player über längere Zeit einnisten, was wohl an der Qualität des Langeisens liegt. Grund genug die Polen zu interviewen. Keyboarder Zbigniew Szatkowski antwortete ausführlich!

Da einige unserer Leser euch vielleicht nicht kennen, könntest Du Deine Band kurz vorstellen.

Ich versuche das einmal mit ein paar Worten. Votum haben als reine Heavy Metal Band angefangen. Wir haben damals auch 2 Demos (Jestem und Bow To The Sound) veröffentlicht und auch einige Konzerte gegeben. Die Band hat sich dann aber dazu entschieden sich weiterzuentwickeln und anspruchsvollere und schönere Musik zu schreiben. Ich habe vorher an anderen Projekten mit Adam Kaczmarek (Gitarre) und Al Salamonik (Gitarre) gearbeitet. Die beiden haben mich dann angerufen und gefragt ob ich an der Metamorphose von Votum mitwirken möchte. Das Album Time Must Have A Stop war der erste grössere Output aus dieser Zusammenarbeit. Musikalisch kommen wir alle aus verschiedenen Ecken und wir haben unterschiedliche Interessen, trotzdem haben wir aber ähnliche Ideen von dem was wir machen wollen. Metafiction ist unser zweiter Schritt auf dem Power-Melodie-Athmosphäre Pfad den wir beschreiten. Das Album ist subtil, dunkel, lebhaft und unsere Metalwurzeln hört man immer noch heraus!

Ihr habt verschiedene Support Shows fuer RPWL, Motörhead und Sabaton gemacht. RPWL ist stilistisch relativ nah an eurer Musik, Sabaton und besonders Motörhead sind komplett anders gelagert als ihr. Wie haben die Fans dieser Bands auf eure komplexe Musik reagiert?

Wenn man durch die Songs von unseren Alben Time Must Have A Stop und Metafiction geht, dann fällt auf, dass unsere Musik sehr unterschiedlich ist. Da gibt es Teile welche sehr atmosphärisch und melodieös sind, aber auch sehr aggressive und dunkle Stücke gibt es. Dadurch können wir unsere Setlist relativ einfach anpassen und erfüllen die Erwartungen des Publikums. Es ist halt immer noch Rock und Metal, es ermöglicht uns aber die Bühne mit Bands zu teilen, welche doch wirklich anders klingen als wir. Wir haben schon mit Black Metal, Rock N Roll, Gothic Rock und Folk Bands auf der Bühne gestanden. Das schwierigste Publikum war ein mal ein haufen 4 Jähriger bei einem Charity Gig!

In der Promoinformation zu Metafiction wird insbesondere die Qualität eurer Texte hervorgehoben. Leider haben die Texte im Promopaket gefehlt. Kannst Du euer Textkonzept einmal erklären. Gibt es eine zusammenhängende Story auf Metafiction?

Dazu möchte ich nur ein paar Worte verlieren, wir möchten nicht die ganze Story aufdecken. Um es kurz zu halten: Es ist die Geschichte eines Schriftstellers, welcher gerade dabei ist sein Meisterwerk fertigzustellen. Zu einem gewissen Zeitpunkt stellt unser Held fest, dass die Dinge die er niederschreibt sich in gefährlicher Art und Weise in der Realität wiederspiegeln. Der Text zu ”Stranger Than Fiction” beschreibt das Ereignis welches ihm glauben macht, dass er fuer den tragischen Tod seiner Frau verantwortlich ist. Von da an bricht seine Welt zusammen, er beschliesst sich das Leben zu nehmen. Aber das geht schief und er erleidet gesundheitlichen Schaden und ist von nun an im Krankenhaus ans Bett gefesselt.

Es ist ein Märchen über den Autor, die Charaktere, Zuhörer, Realitäten, Kontrolle und über das unausweichliche Schicksal. Die gesamte Story ist natürlich noch etwas komplizierter, aber da muss der Zuhörer dann sehr genau der CD folgen um die ganze Geschichte aufzudecken! (Lacht!!!)

Die polnische Rock Szene und ihre Bands erlangen momentan eine grössere Aufmerksamkeit als zuvor. Insbesondere Bands wie Riverside und Behemoth sind gross rausgekommen. Erzähl uns doch ein wenig ueber die Szene deines Heimatlandes!.

Die Szene ist voller Rohdiamanten. Der Unterground glänzt momentan mit einigen bisher unentdeckten Sternen. Ich rede jetzt nicht nur über den Progressive Rock. Unglücklicherweise sind die Massenmedien von Pop Musik überlaufen. Die Chance für eine Rock oder gar Metal Band den Durchbruch zu erzielen sind sehr limitiert. Auch Behemoth und Riverside werden von den Medien ziemlich unten gehalten. Als ich jünger war, dachte ich noch das würde sich mit der Zeit ändern, aber eine Revolution ist nicht in Sicht!

Ich denke momentan könnt ihr noch nicht von Votum leben, welchen Jobs geht ihr nach?

Während wir auf den Reichtum und die Ehre warten den Votum uns bescheren wird, hat jedes Mitglied noch eine Nebenbeschäftigung. Lehrer, Werbefachmann, einige schreiben Musik für Dokumentationen oder Werbung. Das alles machen wir in Selbständigkeit, aber natürlich haben wir immer noch diesen „dummen” Gedanken im Hinterkopf einmal von der Musik leben zu können!

Danke für das Interview!

Rainer Janaschke


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