····· Uriah Heep schauen auf ihr silbernes Album-Jubiläum voraus ····· The Rolling Stones, so klangen sie einst im Radio… ····· Die Eurythmics sind für die Einführung in die Rock & Roll Hall of Fame 2018 nominiert - Wiederveröffentlichung aller Alben auf Vinyl ····· Joe Bonamassa auf Tour!  ····· P!NK: exklusive Karten für ProSieben-Konzert zu gewinnen ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

Unter der Flagge des Emo-Mädels - CODE RED thrashen den Südwesten

Info

Gesprächspartner: Michael „Graetn" Rudolf (Gitarrist und Songwriter)

Zeit: Juni 2008

Ort: Berlin - Pegnitz

Interview: E-Mail

Stil: Modern Emo Thrash

Internet:
http://www.code-red.info

Wenn Norbert von Fransecky das Wort „Trinität“ hört, rasten in seinem Hirn die Relais ein, die Augen beginnen zu leuchten und die Spürnase wittert eine christliche Band. So geschehen auch beim aktuellen Album „The Art of Trinity“ von CODE RED.
Die Spürnase hat sich getäuscht. Gitarrist Graetn hat zwar gleich drei(!) Antworten auf die Frage, was der Begriff im CD-Titel soll. Eine fromme ist aber nicht drunter.
Euch hat Norberts gereizte Nase immerhin die Vorstellung eines viel versprechenden Metal Acts aus der Südwest-Ecke der Republik eingebracht. Denn man los!



MAS: Stellt Euch bitte erst einmal vor, damit unsre Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Graetn: Wir sind Code Red, 5 Jungs aus dem Raum Pegnitz/ Bayreuth (Oberfranken).

MAS: Wie lange gibt es euch?

Graetn: Code Red gibt es seit 2001 und seitdem spielen wir auch in genau dieser Besetzung.

MAS: Was haben die einzelnen Musiker musikalisch vor Code Red gemacht?

Graetn: Zum Teil in eher unbedeutenden lokalen Coverbands gespielt, zum Teil auch bereits in einer anderen Band namens Nightmare gemeinsam musiziert.

MAS: Wer sind eure Vorbilder?

Graetn: Kurz und knapp: Alles was gut ist! Von Metallica und Machine Head bis hin zu System of a Down & In Flames - gerne aber auch rockigere Sachen.

MAS: Was waren die bisherigen Highlights eurer Karriere?

Graetn: In letzter Zeit sicherlich der Support für das Taste of Chaos Festival in München vor über 3.000 Leuten, davor eine eigene Nordbayern Tour und die Wacken-Metal-Battle Teilnahme. Und eingerahmt hat sich jeder von uns auch eine überragende Review des Metal Hammer zur Vorgängerscheibe.

MAS: Eure Scheibe bewegt sich zwischen einer modernen Version von Thrash Metal und der Emo-Kiste. Gibt es da in der Geschichte der Band bereits eine innere Entwicklung?
Wenn ja, von wo nach wo bewegt ihr euch - vom Emo in Richtung des traditionelleren Metals oder umgekehrt?


Diskografie

Nightmare (2002)
The colourful Red (2005)
The Art of Trinity (2008)
Graetn: Historisch kommen wir aus dem Thrash- und Hardcorebereich - dementsprechend heftig ging es auch beim ersten Album Nightmare zur Sache. Hin zum zweiten Album The colourful Red haben wir mehr und mehr groovige und melodische Sachen eingebaut. Auf The Art of Trinity wollten wir nun die Vorzüge aus beiden Alben verbinden. Hinzu kommt, dass man natürlich auch selbst durch aktuelle Musikentwicklungen beeinflusst wird und wir uns daher gerne eher „modern“ ausrichten. Zum Thema „Emo“ - die Berechtigung dieser 3 Buchstaben in unserer Selbstbeschreibung machen wir weniger an der Musik fest, sondern in erster Linie an den Texten.

MAS: Was macht ihr, wenn ihr keine Musik macht, oder lebt ihr von der Musik?

Graetn: Von der Musik zu leben scheint entweder nur als Vollprofi-Covermusiker oder mit Charterfolgen möglich zu sein. Wir haben daher alle einen eher ganz normalen Job - vom Beamten zum Fabrikarbeiter - wobei ich als promovierender Steuerjurist wahrscheinlich der Untypischte unter den Rockern bin.

MAS: Bei euren Texten macht man ähnliche Beobachtungen, wie bei der Musik. Da gibt es recht szeneübliche Sachen - und vor allem zu Beginn der Scheibe sehr reflektierte Texte.
Habt ihr (auch) da eine Entwicklung durchgemacht?


Graetn: Ein kleines bisschen muss ich widersprechen: Ich denke, dass der szenetypische Anteil doch sehr gering ist - eigentlich spielte das nur bei 2 Songs („Danger Zone“, „The Soulfinder“) eine kleine Rolle. Alle anderen entsprangen rein persönlichen Erfahrungen und realen (Konflikt)-situationen. Das Nachdenken über sich selbst steht doch eindeutig im Vordergrund. Auch wenn es manchmal erst auf den zweiten Blick erkennbar ist oder sich Außenstehenden ganz verschließt: Jedem Song liegt eine eigene Geschichte zugrunde. Und dazu kann man eindeutig sagen: Das unterscheidet uns tatsächlich von früheren Schaffensphasen und meiner Meinung nach auch von vielen anderen Bands.

MAS: Euer Album heißt “Art of Trinity”. Die Trinitätslehre ist etwas eindeutig Christliches und alles andere als eine Standardvokabel in der Rocklyric - auch da nicht, wo man sich kritisch oder ablehnend mit dem Christentum beschäftigt. Habt ihr christliche Bezüge? Ein wenig scheint der letzte Text dahin zu deuten. Auch das kritische infrage stellen der eigenen Person in den ersten Texten lässt sich so interpretieren.

Graetn: Ein Eindeutiges Nein. Ich würde die Bedeutung von „Trinity“ zunächst auf den ursprünglichen Wortsinn - Einheit aus drei Elementen - zurückführen wollen und das Liturgische vollständig ausblenden. Heraus kommt (tada!) eine Mischung aus den 3 Elementen Modern, Emo und Thrash. Zudem soll es eine Referenz an die Tatsache sein, dass es sich um unser drittes Studioalbum handelt. Last not least wollten wir mit Trinity auch eine Brücke zum Voralbum The colouful Red schlagen. Unsere Zeichnerin hatte damals ein tolles Cover entworfen, auf dem ein kleines (Emo?) Mädel abgebildet ist. Diese ist so etwas wie unser Wahrzeichen geworden. Für alle die sich schon immer fragten, ob die Kleine denn einen Namen hat - auch hierzu wäre Trinity die passende Antwort.

MAS: Wie ist das Album bislang angekommen?

Graetn: Die Presserezensionen sind bisher überaus positiv, u.a. hat uns der Rock Hard (Juli-Heft) in die Kategorie „äußerst positive Überraschung“ eingeordnet. Wie sich der Verkauf entwickelt kann ich noch nicht sagen. Die VÖ hat ja gerade erst begonnen.

MAS: Was für Pläne habt ihr für die nächste Zeit?

Graetn: Großes Ziel für die nächste Zeit ist, mit einer schon etwas bekannteren Band auf Tour zu gehen. Bis dahin heißt es spielen, spielen, spielen. Alles andere wird sich zeigen!

MAS: Herzlichen Dank für Eure Antworten!

Graetn: Wir haben zu danken!

Norbert von Fransecky


Zurück zur Artikelübersicht