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Artikel

MINISTRY - Das Ende ist nah!

Info

Gesprächspartner: Sin Quirin (Ministry)

Zeit: 27.07.2007

Interview: Telefon

Stil: Industrial Metal

Internet:
http://www.ministrymusic.org
http://www.myspace.com/ministrymusic

26 aufregende Jahre Bandgeschichte, Klassikeralben wie The mind is a terrible thing to taste oder Psalm 69, zahlreiche kreative wie körperliche Ups and Downs, Drogeneskapaden, Hitsingles wie „N.W.O“ und „Jesus built my Hotrod“, Aufsehen erregende Liveshows, Edelmetall- und Grammyauszeichnungen genauso wie heftige Anfeindungen, unzählige Lineupwechsel und überhaupt: innovative wie Adrenalinsteigernde Sounds im Dutzend. Und damit soll jetzt endgültig Schluss sein? Wenn man Bandgründer und Mastermind Al(ein) Jourgenson glauben schenken darf, leider ja! Dieser will nach seinem neuesten Streich The last sucker und einer abschließenden Tour im nächsten Jahr sein Bandprojekt MINISTRY endgültig zu Grabe tragen und das beenden was Anfang der Achtziger als düstere Synthie-Band begann und sich innerhalb von ein paar Jahren zu DEN Pionieren und Mitbegründern eines Genres namens Industrial Metal gemausert hatte.

Der Zeitpunkt scheint gut gewählt um sich erhobenen Hauptes verabschieden zu können. Denn seit der Trennung seines ehemaligen musikalischen „Partner in Crime“ Paul Barker scheint im Hause des Wahltexaners wieder ein frischer Wind zu wehen, was zwei tadellose Alben und zahlreiche umjubelte Konzerte zur Folge hatte. „The last sucker“ setzt dem ganzen nicht nur einen würdigen Schlusspunkt, sondern dem Schaffen sogar noch die Krone auf. Zusammen mit seinen musikalischen Mitstreitern Tommy Victor (Prong, Ex-Danzig), Paul Raven (u.a. Killing Joke, Ex-Prong, ex-Godflesh) und Sin Quirin (ex-Society 1, Revolting Cocks), sowie Gastsänger Burton C. Bell (Fear Factory), hat Al Jourgenson ein Album geschaffen welches zu Recht den Namen MINISTRY tragen darf und beweist, dass man sich noch nicht zum alten Eisen zählen müsste.

MAS klingelte im Hauptquartier des Jourgenson-Labels 13th Planet Records in El Paso durch um ein Mitglied des aktuellen MINISTRY-Lineups zu interviewen. Überraschend meldete sich dort nicht der vereinbarte Tommy Victor am Telefon (welcher demnächst mit Prong ein weiteres heißes Eisen im Feuer hat), sondern der eher unbekannte Gitarrist Sin Quirin. Doch nach anfänglicher Verwirrung entpuppte sich dieser als äußerst spaßiger und auskunftsfreudiger Gesprächspartner, der nebenbei wie im Vorbeigehen ein paar interessante Neuigkeiten zu berichten hatte. Hier ein Auszug des kurzweiligen Gesprächs.





MAS:
Zum Beginn erst einmal herzlichen Glückwunsch zum exzellenten neuen Album The last sucker. Es macht sehr viel Spaß es zu hören!

Sin:
Dankeschön! Wir haben auch sehr hart daran gearbeitet und sind ziemlich stolz darauf.

MAS:
Wie fühlt es sich an eine tolle Platte wie diese fertig zu bekommen?

Sin:
Um ehrlich zu sein, hat es einen gewissen bitteren Nachgeschmack, da es etwas ist auf das wir sehr stolz sind. Wir sind ziemlich glücklich damit, wie es am Ende geworden ist. Da es aber das letzte Ministry-Album sein wird, ist es gleichzeitig auch ein wenig bitter. Aber letztendlich doch ein großartiges Gefühl.

MAS:
Wie Al Jourgenson angekündigt hat, wird es also definitiv das letzte Studioalbum der Band sein?

Sin:
Ja, das letzte Album mit eigenen Songs. Momentan sind wir im Studio um ein Ministry-Coveralbum namens Cover up aufzunehmen. Also kein eigenes Material. Wir spielen Songs anderer im Ministry-Stil neu ein.

MAS:
Das klingt aber interessant!

Sin:
Wir sind gerade damit fertig geworden den Beatles-Song „I want you (She’s so hevy)“ aufzunehmen. Al und ich werden bald zusammen nach Los Angeles fliegen um den Song zusammen mit Cheap Trick in der Hollywood Bowl live zu spielen.

MAS:
Davon habe ich bereits im Internet gelesen.

Sin:
Ja, das ist ziemlich verrückt! Dieser Song hat jetzt diesen bestimmten verrückten Ministry-Touch. Es sind auch schöne Streicher zu darauf hören und alles klingt ziemlich groß.

MAS:
Das hört sich ja nicht schlecht an. Was habt ihr euch sonst noch so dafür vorgenommen?

Sin:
Neben diesem arbeiten wir auch noch an „Black Betty“ von Ram Jam und „Radar love“ von Golden Earring. Robin Zander von Cheap Trick wird auf diesem Track singen. Und wir nahmen auch „Mississippi queen“ auf, bei dem Leslie West (g, Mountain - Anm.d.Red.) mit uns spielte. Und auf diesem Beatleas-Song welcher auf dem Coveralbum sein wird, haben wir Wayne Static von Static X mit dabei.

MAS:
Der Mann mit den verrückten Haaren.

Sin:
Ganz genau der! (lacht)

MAS:
Lass uns ein wenig über Ministry selbst sprechen. Ist diese Gruppe an Leuten welche auf The last sucker zu hören ist mittlerweile eine echte Band oder ist es eher Al’s Projekt mit ein paar Begleitmusikern?

Sin:
Nein, es ist eine echte Band! Schau nur, Tommy spielte bereits auf „Rio Grande Blood“ und ist wieder mit von Partie. Das momentan Line-up besteht aus Al, Tommy und mir an den Gitarren, John Bechdel an den Keyboards und wie es aussieht wird Jimmy DeGrasso (Megadeth von 1998 bis 2002 - Anm.d.Red.) hinter dem Schlagzeug sitzen. Und ich glaube am Bass haben wir wohl, obwohl ich mir jetzt nicht ganz sicher bin, Dave Ellefson von Megadeth.

MAS:
Hey, das nenne ich mal interessante Neuigkeiten! Wird Paul Raven nicht mehr mit von der Partie sein?

Sin:
So genau weis ich es jetzt nicht. Er ist gerade mit seinen eigenen Projekten beschäftigt. Deshalb kann ich nicht ganz sicher sagen ob es nur ein terminliches Problem ist. Das sind so Dinge welche ich hin und wieder im Studio aufschnappe.

MAS:
Sin, Du bist erst seit kurzem Teil von Ministry. Wo hast Du vorher gespielt?

Sin:
Ich war vorher bei den Revolting Cocks (ein weiteres Projekt von Al Jourgenson - Anm.d.Red) und habe dort Gitarre gespielt. Davor war ich in einer Band namens Society 1. In dieser war ich von 1999 bis 2005. Ich bin nach wie vor bei den Revolting Cocks dabei. Ich habe auch mein eigenes Projekt, von dem ich aller Wahrscheinlichkeit nach, im Anschluss an die nächsten Ministry-Tour eine CD herausbringen werde.

MAS:
Kommen wir nun ein wenig auf The last sucker zu sprechen. Meiner Meinung nach klingt das Album viel fokussierter und songorientierter als die älteren Ministry-Sachen. Mehr Metal, weniger Industrial und grooviger. Wie kam es dazu, hat Al mittlerweile genug von diesen kranken und psychedelischen Sounds?

Sin:
(lacht) Letztes Jahr hat mich Al gebeten etwas Material für ein neues Ministry-Album zu schreiben. Er meinte „Hey das wird das letzte Ministry-Album sein, also mach es richtig heavy!“. Also diskutierten wir ein bisschen über die zukünftige Ausrichtung. Ich dachte darüber nach, dass es das finale Lebenszeichen der Band sein wird. Und ich bin ein großer Ministry-Fan. Diese Band hat meine Art zu spielen sehr beeinflusst und Al ist eine Person zu der ich schon seit vielen Jahren aufschaue. Ich dachte daran was Ministry in ihrer langen Karriere alles gemacht haben und schrieb Dinge, welche all das in sich vereinigen was ich an Ministry liebe. Als ich zu Al ins Studio kam und ihm meine Sachen vorspielte, mochte er es. Und ich denke es war eine gute Entscheidung von mir, ein paar dieser alten Einflüsse mit einzubringen, allerdings in einem neuen Sound. Ich habe auch versucht es sehr songorientiert zu halten. Es ist immer noch sehr Metal, sehr Ministry. Die Sache mit Al ist, Du gibst ihm dein Material, er lässt seine Magie darauf wirken und am Ende klingt es nach Ministry. Ich schätze mich sehr glücklich, denn er ist ein sehr toller Typ um zusammen Musik zu schreiben und zu produzieren. Ich hatte eine großartige Zeit!

MAS:
Wenn Du ein so großer Fans bis, muss es eine riesige Ehre gewesen sein mit Al zusammen an dem Album zu arbeiten.

Sin:
Absolut Mann! Ich kann es Dir gar nicht sagen. Jeden Tag saß ich im Studio. Und Al saß mir gegenüber und fragte mich nach meiner Meinung und bat nach um etwas Input. Ich dachte mir, das kann gar nicht war sein. Alles war so unwirklich. Er ist ein Mann zu dem ich immer aufsah und er sorgte sehr dafür, dass ich mich wohl fühlte und unkompliziert arbeiten konnte. Es war eine wirklich Ehre und es haute einfach um mit ihm zu arbeiten.

MAS:
Klingt nach einer tollen Zeit!

Sin:
Absolut Mann, absolut! Dies war eine einmalige Lebenserfahrung. Ich bin sehr dankbar dafür.

MAS:
Wie entstanden die Songs auf The last sucker? Habt ihr gegenseitig Riffs miteinander ausgetauscht und die Nummern dann zusammen im Proberaum ausgearbeitet?

Sin:
Nein, es war ziemlich seltsam. Jeder arbeitete einzeln für sich selbst. Ich begann bereits mit dem Schreiben als Ministry letztes Jahr in Europa auf Tour waren. Da bekam ich auch den Anruf von Al, bei dem er mich fragte, ob ich Songs für das neue Album schreiben könnte. Also fing ich damit an erste Ideen und Riffs zu entwickeln. Als die Zeit fürs Studio gekommen war, kam ich damit an. Es waren nur Al und ich im Studio. Dies ging ungefähr zwei Monate und wir machten meine vier/fünf Songs. Dann kam Tommy und sie machten seine Songs. Dann war ich wieder an der Reihe. Wir wechselten uns immer ab.

MAS:
Ihr habt also nie als komplette Band zusammen gearbeitet?

Sin:
Einmal, ich denke es war „End of days“, waren alle zusammen im Studio.

MAS:
Auf drei Songs ist Burton C. Bell von Fear Factory als Gast mit dabei. Wie kam es dazu?

Sin:
Fear Factory haben letztes Jahr als Special Guest ein paar Konzerte mit Ministry gespielt (s. Konzertbericht - Anm.d.Red.). Aber ich denke Al und Burton sind schon seit einigen Jahren befreundet. Als die Zeit dafür gekommen war, rief Al ihn an sagte ihm, dass wir es großartig finden würden, wenn er auf ein paar Tracks dabei wäre. Als flog Burton hierher und machte es. Er ist wirklich eine tolle Person. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen im Studio. Es ist großartig mit ihm zu arbeiten und er ist wirklich ein toller Typ.

MAS:
Die Songs auf denen er singt klingen ein wenig ungewöhnlich für Ministry. Während „Die in a crash“ ein leichtes Punk-Feeling besitzt, ist „End of days“, besonders der zweite Teil, ein ziemlich langes, episches und melodisches Stück Musik.

Sin:
Weißt Du, wir mussten es ein wenig aufpeppen, die Leute mit etwas neuem überraschen. „Die in a crash“ war zum Beispiel eine Idee die Al hatte. Das ist ein echter Punk-Song. Aber nicht Punk wie er heute gespielt wird. Dies ist echter 70er-Jahre Punk Rock. Und ich denke er ist toll geworden. Ich mag den Titel sehr.

MAS:
Ich halte ihn für einen der besten Songs der CD. Welche Songs zählst Du zu Deinen Favoriten?

Sin:
Diese Frage ist gar nicht so einfach! Es ist ziemlich komisch, denn jede Woche habe ich einen anderen Favoriten und es ändert sich immer noch. (lacht) Ich liebe eben alle Songs. Ich weiß, dass das ziemlich klischeehaft klingt und es jeder sagt, aber es stimmt. Ich finde jede Woche während ich die Titel höre, etwas Großartiges. Momentan steht „Life is good“ ganz oben auf meiner Liste, einer meiner Favoriten. Ich liebe „No glory“, weil es einer dieser typischen Ministry-Tracks ist, welche dir regelrecht den Kopf vom Hals schrauben.

MAS:
Da kann ich Dir nur zustimmen!

Sin:
Du weißt was ich meine. Es klingt so brutal. Dies sind also meine momentanen Favoriten. Ich liebe auch „Let’s go“, da es dieses dancige, punkige Feeling älterer Ministry-Sachen besitzt. Verstehst Du was ich sagen will?

MAS:
Es hat etwas einen leichten Touch von Psalm 69.

Sin:
Ganz genau! Das sind mir momentan also die liebsten. Aber nächste Woche sieht es wohl wieder ganz anders aus.

MAS:
Sagen wir einfach Du findest die Song 1 bis 12 am geilsten.

Sin:
So machen wird das! (lacht)

MAS:
Was mir auch besonders gefallen hat, war dieses verrückte Cover des alten Doors-Titels „Roadhouse blues“. Auf wessen Mist ist das gewachsen?

Sin:
Das war Als Idee. Er kam auch mit dem Riff und all dem an. Ich dachte am Anfang schon „Wow, das ist ziemlich cool!“. Dann kam Tommy und spielte sein Zeug darauf, dann kam ich und spielte mein Zeug. Tommy und ich spielen zusammen ein Solo auf diesem Stück, was ziemlich cool ist. Das hat uns sehr viel Spaß gemacht! Meiner Meinung nach klingt „Roadhouse blues“ wie die Doors auf Steroide.

MAS:
Definitiv ein gefährliches Lied zum Autofahren, außer man steht darauf einen Unfall zu bauen.

Sin:
Genau! (lacht)

MAS:
Du hattest gerade schon die Gitarrensoli erwähnt. Auf dem Album gibt es eine Menge davon. Einige mehr als auf den früheren CDs. Kam das mehr von Tommys oder Deiner Seite her?

Sin:
Ich schrieb mit Al zusammen „Let’s go“, „Life is good“, The Dick song“ and „Death & destruction“. Also spiele ich auch auf diesen die Gitarrensoli. Ebenso auf den Songs die von Paul Raven stammen („Watch yourself“ - Anm.d.Red.). Tommy spielte die Soli auf „Roadhouse blues“, „The last sucker“ und auf „End of days“ teilten wir es uns auf. Im Endeffekt wohl 50/50.

MAS:
Es ist ein echtes Gitarrenalbum dieses Mal.

Sin:
Ja, es ist sehr heavy durch die Gitarren. Es war auf jeden Fall eine bewusste Entscheidung, dass es so wird. Und es funktioniert sehr gut.

MAS:
The last sucker ist das dritte Album welches sich mit George W. Bush und seinem Gefolge beschäftigt. Hängt es Al noch nicht langsam zum Halse raus über dieses Übel zu singen?

Sin:
Genau aus diesem Grund ist es das letzte Album. George geht und wir gehen mit ihm. (lacht)

MAS:
Beschäftigt sich der Rest ebenfalls mit diesen politischen Dingen oder seht ihr die Texte eher als nette und passende Ergänzung zur Musik von Ministry?

Sin:
Nun, es ist so, jeder von uns hat seine persönlich Meinung und Sicht der Dinge. Ich selbst stehe hinter Al und teile seine politischen Ansichten. Aber die Texte stammen zu 100 % von Al. Es sind Dinge über die er persönlich sprechen will. Der Rest von uns kümmert sich ausschließlich um die musikalischen Aspekte.

MAS:
Mittlerweile machen sogar Popstars wie Pink sich diese Dinge zu Nutzen um zu zeigen, dass sie zu den Guten gehören um mehr Platten zu verkaufen.

Sin:
Bei Al ist das anders. Er ist echt. Das andere ist nur diese Hollywood-Berühmtheiten-Sache. Die verfolgen das nur, weil es momentan trendy ist. Aber Al hat ein echtes Anliegen und zeigt was er wirklich denkt. Er weiß auch von was er spricht.

MAS:
Bei diesen Sternchen heißt es oftmals „Bush ist böse“ und das war’s im Prinzip. Hier allerdings geht das Ganze wesentlich tiefer.

Sin:
Genau. Das ist der Unterschied zwischen diesen Leuten und Al.

MAS:
Kommen wir nun zum finalen Ministry-Abschied, der Tour im Jahre 2008. Hast Du selbst schon einmal mit Al als Ministry auf der Bühne gestanden?

Sin:
Nein, nicht als Ministry, nur mit den Revolting Cocks. Es wird meine erste Tour mit Ministry sein.

MAS:
Diese beginnt im Frühjahr 2008, richtig?

Sin:
Ich glaube sie beginnt Ende März 2008. Wenn ich mich nicht irre, werden wir sieben Wochen in den Staaten unterwegs sein. Dann gehen wir nach Europa und spielen dort für ungefähr zwei Monate. Wir verbringen dieses Mal etwas mehr Zeit in Europa als in den Staaten.

MAS:
Darauf freue ich mich jetzt schon! Ich sah die Band 2006 und es blies einen regelrecht um.

Sin:
Sehr cool! Wir kommen auf jeden Fall ein wenig nach Deutschland. Ich liebe Deutschland! Mir gefällt es bei euch. Ich war mit meiner alten Band bereits dort und spielte zwei Touren. Unter anderem in Hamburg, München und Köln.

MAS:
Wenn Du das Publikum hier mit dem in Deiner Heimat vergleichst, gibt es dazwischen auffällige Unterschiede?

Sin:
Ich denke, dass man uns in Europa etwas mehr Respekt entgegenbringt als in Amerika. Ihr nehmt die Musik und das was wir tun ein wenig ernster. Kein Vergleich mit den Staaten! Ich liebe es hier zu spielen. In Europa ist man viel respektvoller, was für uns als Musiker ziemlich cool ist.

MAS:
Die Fans bleiben ihren Lieblingsbands in der Regel über viele Jahre hinweg treu, während man von den USA den Eindruck gewinnt, dass man dort ständig den neuesten MTV-Trends hinterher hechelt.

Sin:
Hier folgen alle den neuesten Musiktrends. Dies passiert die ganze Zeit, egal was gerade auf MTV läuft. Hier in Europa bleiben die Leute demgegenüber was sie mögen sehr loyal. Das bedeutet uns Musikern sehr viel!

MAS:
Wenn Du die einzelnen Individuen der aktuellen Ministry kategorisieren müsstest, was würdest Du über Paul, Tommy oder Al sagen? Was für Personen sind sie?

Diskografie

With Sympathy (1983)
Twelve Inch Singles (Compilation, 1985)
Twitch (1986)
The Land of Rape and Honey (1988)
The Mind is a Terrible Thing to Taste (1989)
In Case You Didn't Feel Like Showing Up (Live, 1990)
Psalm 69: The Way to Succeed and the Way to Suck Eggs (1992)
Filth Pig (1996)
Dark Side of the Spoon (1999)
Greatest Fits (Best-Of, 2001)
Sphinctour (Live, 2002)
Animositisomina (2003)
Houses of the Molé (2004)
Early Trax (Compilation, 2004)
Side Trax (EP-Compilation, 2004)
Rantology (Remixcompilation, 2005)
Rio Grande Blood (2006)
Rio Grande Dub (Remixalbum, 2007)
The Last Sucker (2007)
Sin:
Piraten, alles Piraten! (lacht) Ich liebe sie alle! Es sind fabelhafte Jungs und wir kommen sehr gut miteinander aus. Hier gibt es keinen Bullshit, keine Dramen und keine Egos. Wir lieben was wir tun und wir lieben es zusammen zu tun.

MAS:
Klingt als könnte es dann eine tolle Zeit auf der Straße werden.

Sin:
Ich kann es gar nicht erwarten bis es endlich losgeht. Ich kann es gar nicht erwarten diese neuen Songs zu spielen. Natürlich auch die alten Sachen, welche den Leuten gefallen.

MAS:
Habt ihr schon eine Liste was ihr den Fans präsentieren wollt?

Sin:
Wir haben eine ungefähre Idee was wir spielen wollen. Auf jeden Fall werden wir viel aus der ganzen Karriere von Ministry bringen. Da kommt einiges zusammen. Die Leute möchten gerne einige ältere und obskurere Sachen, welche sie schon eine ganze Weile schon nicht mehr gehört, haben.

MAS:
Schon ist unsere Zeit leider vorüber. Ich danke Dir sehr für das unterhaltsame und interessante Interview, Sin!

Sin:
Kein Problem! Es war sehr nett mit Dir zu sprechen, Mario. Ich hoffe wir sehen Dich und Deine Leser alle zusammen auf Tour!

Mario Karl


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