····· Debüt mit Delay - Viper Queen kommen mit ihrem ersten Longplayer  ····· Die Beatles durch das Objektiv von George Harrisons Kamera ····· Im Frühjahr 2027 gehen und Sonata arctica gemeinsam mit einem Orchester auf Tour ····· Geburtstag im August; Feier im September; CD noch 2026 - Inga Rumpf feiert ihren 80sten ····· Prachtvoll präsentiert – das Alan Parsons Project ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 179: Randalica - Knast, Tod oder Rock’n’Roll

Die ROCK HARD hat in dieser Kolumne immer wieder einmal eine Rolle gespielt, seit ich in der Juli-Ausgabe 2018 über den Kauf meiner ersten ROCK HARD berichtet habe. Auch aus meiner musikalischen Sozialisation ist sie seitdem nicht mehr wegzudenken. Viele Bands, die bei mir heute ganz oben auf der Liste stehen, hätte ich ohne die ROCK HARD kaum kennen gelernt. (Später kamen mit der ECLIPSED und der RIDDIM noch zwei weitere Musikzeitungen dazu. Davon wird zu gegebener Zeit zu berichten sein.)

Daraus hat sich eine besondere innere Beziehung zur ROCK HARD entwickelt, aufgrund derer es keine Sekunde Überlegung brauchte, um mich für meine Monats-CD zu entscheiden, nachdem ich mir die Einkaufsliste vom Februar 2001 durchgelesen hatte, obwohl es starke Konkurrenz gab.

Vintersorgs Cosmic Genesis hätte ich gerne mal wieder aus dem Regal geholt. Sylvan hatten 2000 mit Encounters ein starkes frühes Ausrufezeichen gesetzt. The Eyes of the Basilisk von Path of Debris hätte es verdient gehabt, dem Vergessen entrissen zu werden. Dann waren da noch Molly Hatchet, Crematory, Narnia. Und das waren zusammen mit dem Newcomer Perfact Crime nur die damals recht aktuellen Alben. Absolutes Highlight war Barclay James Harvest bestes Album Gone to Earth von 1977. Aber sie alle hatten dieses Mal keine Chance!

Außerhalb des Leserkreises der ROCK HARD und der Metal-Szene im Ruhrpott dürften Randalica wohl kaum Aufmerksamkeit erregt haben. Das ist kein Wunder. Die Band war ein Spaßprojekt, das im Wesentlichen aus ROCK HARD Redakteuren und dem Sodom-Schlagzeuger Bobby Schottkowski bestand, unter ihnen der damalige Chefredakteur Götz Kühnemund als „Sir Pommes“ und Herausgeber Holger Stratmann als „Ömmes“.

Berichtet wurde über Randalica erstmals in der Oktober-Ausgabe 1993. Anlässlich des 10jährigen Bestehens des Magazins gab es die satirische Beilage ROCK FART. Darin gab es einen – natürlich völlig überzogenen – Bericht über die (nicht existente) fiktive Band.

Nachfragen nach Veröffentlichungen der Band, u.a. der (ebenfalls fiktiven, nicht existenten) Single „Tote auff Tanzfläche“, führten dazu, dass Randalica tatsächlich gegründet wurden. Die Band war von vorneherein als Parodie angelegt und zog ihren Reiz daraus, dass die Klischees der Metal-Szene gehörig durch den Kakao gezogen wurden. Die von Metal-Musikern gern behauptete Nicht-Kommerzialität ihrer Bands wurde von Randalica persifliert, indem sie sich 1995 angeblich wegen „zu viel Ruhm und Geld“ auflösten.

Kurz vor der Auflösung haben Randalica ihr einziges Album Knast, Tod oder Rock’n’Roll veröffentlicht, das trotz des Spaßcharakters der Band eine solide musikalische Leistung darstellt und nicht nur fast alle Beispiele derartiger Spaßprojekte in den Schatten stellt, sondern auch gut mit anderen, ernsthaft gemeinten Bands im Bereich von Hard Rock, Metal, Street Rock und Punk mithalten kann.

Norbert von Fransecky


Zurück zur Artikelübersicht