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Und mal wieder eine runde Zahl. Kurz vor dem Relaunch der MAS hat Ingo das 60ste Lieblingslied bearbeitet und feiert das 5-Jahres-Jubiläum seiner Kolumne mit einem ganz großen Song. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank, Ingo!
Als 1971 das zweite Album Tapestry von Carole King erschien, war ich noch keine drei Jahre alt. Das Album habe ich erst sehr viel später kennengelernt und zwar über das Lied “You’ve Got A Friend“. Allerdings nicht in der Originalversion, sondern in der Coverversion von James Taylor, die natürlich auch schon 1971 erschien und ein riesiger Hit wurde. Da ich mich ab etwa 12 Jahren ernsthaft mit der Gitarre beschäftigte kam ich an ihm natürlich nicht vorbei. Für mich einer der Heroen des Gitarrenspiels. Jedenfalls bin ich dann auch auf das Album Tapestry und Carole King gestoßen und finde es bis heute eines der besten Alben in meinem Besitz.
“You’ve Got A Friend“ war für mich stets ein Höhepunkt und ich begann mit der Zeit, das Lied nach der Originalversion zu lernen und zu spielen. Und bis heute spiele ich es gerne und verwende es auch im Gitarrenunterricht mit fortgeschrittenen Schülern. Erstaunlich, dass es auch bei jungen Leuten noch immer bekannt und auch beliebt ist. Der Text ist dabei sicherlich mit ein Grund, denn er ist universell und hat nichts von seiner Ausstrahlung verloren. Wer hat nicht hin und wieder einen guten Freund nötig, wenn man niedergeschlagen ist oder Probleme hat:
When you're down and troubled
And you need a helping hand
And nothing, nothing is going right
Close your eyes and think of me
And soon I will be there
To brighten up even your darkest night
Im Refrain verspricht Carole King dann, egal wann Du mich brauchst, werde ich kommen und Dir beistehen:
You just call out my name
And you know wherever I am
I'll come running, oh yeah baby, to see you again
Winter, spring, summer or fall
All you've got to do is call
And I'll be there,
You've got a friend
Kann man eine wahre Freundschaft besser ausdrücken?
Und auch die Musik ist nicht die schlechteste. Carole King ist eine grandiose Songschreiberin, Pianistin und Sängerin. Auch wenn es bei ihr immer wieder einfach klingt, ist es doch recht komplex aufgebaut und weit entfernt von Tonika, Subdominante und Dominante. Das macht es nicht immer ganz einfach ihre Lieder zu spielen. Umso mehr Spaß macht es dann, wenn es einigermaßen funktioniert. Ich spiele “You’ve Got A Friend“ einen Ganzton höher als das Original, weil es mir dann besser liegt. Und im Gegensatz zu zum Beispiel James Taylor verwende ich eine Konzertgitarre, die klanglich für mich näher am Klavierklang ist.
Carole King gehört für mich zu den besten Musikerinnen der letzten Jahrzehnte, auch wenn man ihren Namen oft nicht kennt oder sie nur auf “You’ve Got A Friend“ reduziert wird. Es ist auch ein tolles Lied und seit vielen, vielen Jahren eines meiner Lieblingslieder!

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