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Lieblingslieder 41: Sabaton - “Great War“



Der Erfolg ruft oft die Neider auf den Plan. Das ist aber bestenfalls einer der Gründe, warum die Sabaton viele Kritiker haben, die ihnen überzogenen Bombast vorwerfen. Ingo gehört nicht zu diesen Kritikern und so ist er gerne dem Wunsch eines Schülers nachgekommen, ein Sabaton-Stück in den Unterricht hineinzunehmen. Vielleicht gefällt Ingos vom Bombast befreite Version des von „Great War“ ja auch den unerbittlichen Kritkern.

Als 2019 das neunte Studioalbum The Great War der schwedischen Heavy-Metal-Band Sabaton erschien, war es deren erstes Album, welches die Top-Position der deutschen Albumcharts erklomm – und das völlig zu Recht! Ein starkes Album. Als dritte Single wurde “Great War“, quasi der Titelsong, ausgekoppelt und faszinierte mich sofort. Einer meiner Schüler wollte unbedingt ein Lied der Band spielen, obwohl er keine E-Gitarre lernte, sondern Konzertgitarre. Keine leichte Aufgabe. Doch “Great War“ eignet sich ausgesprochen gut, denn das Grundgerüst des Songs ist unglaublich stark. Gleich die Chöre zu Beginn lassen sich bestens mit der Konzertgitarre umsetzen. Mein Schüler war zwar weniger erfolgreich bei der Umsetzung, doch der Spaß war dabei immer vorhanden. Und das zählt im Unterricht manchmal mehr, als die Perfektion.

Musikalisch ist der Song sehr abwechslungsreich arrangiert. Klassisch inspirierte Passagen, wie das Intro, wechseln mit starken Strophen und einem sofort ins Ohr gehenden Refrain ab. Die Band spielt auf höchstem Niveau. Spannend ist die Rückung der Tonart (im Original C-Moll) in der zweiten Strophe um einen Ganzton noch oben, bevor es im Pre-Chorus wieder auf C-Moll zurückgeht. Die Tonart wird im letzten Refrain nochmals in gleicher Weise gerückt, bevor das Outro wieder zur Grundtonart wechselt. Beim Anhören des Originals fällt die Rückung kaum auf und ist wirklich clever gemacht.

Der Text handelt – wie das gesamte Album – vom ersten Weltkrieg. “Great War“ wird aus einer Ich-Perspektive gesungen. Der intelligente Text beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Krieges auf die Psyche und fragt auch, wozu das alles gut sein soll:

Where dead men lies I’m paralysed, my brothers’ eyes are gone
And he shall be buried here, nameless marks his grave
Mother home, get a telegram and shed a tear of grief
Mud and blood, in foreign land, trying to understand

Where is this greatness I’ve been told?
This is the lies that we been sold
Is this a worthy sacrifice?


Ein wirklich starker Text!

Ich spiele das Lied etwas tiefer, um es meiner Stimme anzupassen. Ich oktaviere den letzten Refrain, weil ich mich als Bassist nicht in die höchsten Höhen aufschwingen kann. Dieses Mal verwende ich eine Konzertgitarre von Yamaha, weil sie besser zu der rockigen Musik passt, als meine Hauptgitarre von A.P. Gropius. Gerade mit dem Plektrum ist sie klangvoller und besser spielbar.



“Great War“ ist für mich ein Highlight in der Diskographie von Sabaton. Ein starker Song, der vom ersten Moment an zündet. Es ist immer wieder auch überraschend, dass viele Rocksongs auch heruntergebrochen auf eine Gitarre funktionieren können. Das ist schon eine große Qualität. Damit unbedingt ein Lieblingslied!

P.S. Die Klangqualität ist diesmal aufgrund technischer Probleme etwas schlechter.

Ingo Andruschkewitsch


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