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Lieblingslieder 30: Pink Floyd - “The Gnome“

Es gibt wenige Bands, die so universal anerkannt sind, wie Pink Floyd. Sie werden zitiert, gecovert und als Inspiration genutzt von extremen Metal Bands, Hard- und Progressiven Rockern, Reggae- und Dub-Fans, Pop- und sonstigen Bands. Nun hat sich auch unser Ingo in die Reihe der Pink Floyd-Interpreten eingereiht. Er ist als Gitarrist dabei in die frühen Tage Pink Floyds gegangen, als noch nicht David Gilmour sondern Syd Barret die Saiten zupfte.

Als 1967 das Debütalbum The Piper at the Gates of Dawn der damals jungen Band Pink Floyd erschien, war ich noch nicht geboren. Erst viele Jahre später wurde ich auf das Album aufmerksam, als ich mich verstärkt für die Musik des Progressive Rock und deren Ursprüngen interessierte. Das Album enthält Klassiker der Band wie “Interstellar Overdrive“ und “Astronomy Domine“. Doch für mich war auch das kleine Lied “The Gnome“ aus der Feder Syd Barretts ein frühes Highlight der Band.

Syd Barrett, tragische Figur der Band, gehört für mich zu den großen Songwritern seiner Zeit. Seine Solowerke strotzen nur so von tollen Songs. Bei “The Gnome“ gefiel mir sofort die – auf den ersten Blick – etwas spröde Harmonisierung des Liedes verbunden mit einem Text, voll fast schon kindlicher Naivität und angelehnt an die Werke von J.R.R. Tolkien, die zu dieser Zeit eine erste Hochphase hatten. Man kann sich hier sehr gut Bilbo Beutlin auf seiner Abenteuerreise vorstellen:

I want to tell you a story
'Bout a little man, If I can
A gnome named Grimble Grumble

He wore a scarlet tunic
A blue-green hood, it looked quite good
He had a big adventure
Amidst the grass, fresh air at last
Wining, dining
Biding his time


Harmonisch steht das Lied in der Tonart D-Dur, wechselt aber zwischendurch nach F-Dur und wieder zurück, was dem Lied einen etwas surrealen Charakter verleiht und gerade dies ist meines Erachtens eines der Markenzeichen Pink Floyd in der frühen Phase und speziel von Syd Barrett, den die ‚Standardmusiktheorie‘ offensichtlich weniger interessierte und stattdessen eigene Klangwelten erzeugte, die man so noch nicht wirklich kannte.

Anfang der 1990er Jahre spielte ich in einer Gruppe in der Besetzung Gitarre, Klavier, Cello und dreistimmigen Gesang. Damals arrangierten wir uns eine Fassung von “The Gnome“ für unsere Besetzung und spielten das Lied immer wieder gerne live. Heute spiele ich es alleine. Für die aktuelle Fassung habe ich die Tonart an meine Stimmlage angepasst und ich verzichte auf das Swing-Feeling des Liedes. Dies passt meines Erachtens dann besser zu meiner Art des Spielens und Singens.



“The Gnome“ ist ein Lied welches ich immer wieder anhören und spielen kann. Es wird nie langweilig, weil harmonisch viel passiert und sich die überraschenden Wendungen im Kontext des Liedes einfach richtig anfühlen. Genauso muss das sein. Ohne Frage, eines meiner Lieblingslieder!

Ingo Andruschkewitsch


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