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Romantik kann anstrengend sein – ihre europäische Dimension dargestellt von Rüdiger Görner

Info

Autor: Rüdiger Görner

Titel: Romantik. Ein europäisches Ereignis

Verlag: Reclam

ISBN: 978-3-15-011325-7

Preis: € 26

384 Seiten

Dies ist keine Rezension, sondern eine Kapitulation. Ich habe mich pflichtschuldigst durch die gesamten 384 Seiten von Rüdiger Görners Die Romantik. Ein europäisches Ereignis hindurchgekämpft und könnte dennoch kaum sagen, was er mit diesem Buch aussagen möchte.

Natürlich habe ich einige Erkenntnisse gewonnen, die mir neu oder zumindest nicht bewusst waren. So hätte ich z.B. Mary Shelleys Horror-Schinken Frankenstein nicht in die Romantik eingeordnet und habe nicht gewusst wie sehr die Romantik als vorwiegend deutsches Phänomen gesehen wird; so sehr, dass Rüdiger Görner es sich geradezu als eines der Ziele seines Buches gesetzt hat, die europäische Dimension dieser kulturgeschichtlichen Epoche herauszuarbeiten.

Als MAS-Autor war ich natürlich in besonderer Weise daran interessiert, was Rüdiger Görner zur Musik der Romantik zu sagen hat. Aber auch in dem entsprechenden Kapitel bin ich an einem wirklichen Verständnis dessen, was dort zu lesen ist, gescheitert.

Zwei Spezialitäten der Schreibe von Rüdiger Görner dürften dafür hauptverantwortlich sein – seine Liebe zu Anspielungen und zu assoziativen Abschweifungen. Immer wieder wird auf Personen, Vorstellungen, Bilder oder ähnliches hingewiesen, um das gerade Gesagte zu illustrieren. Die Kenntnis dieser Personen, Vorstellungen, Bilder etc. wird dabei in der Regel vorausgesetzt. Als Voraussetzung für die Lektüre ist daher die gute Kenntnis zumindest der wichtigsten Literatur, Gemälde und Musik der Romantik unverzichtbar. Auch mit der Sekundärliteratur sollte man im Groben vertraut sein.

Aber nicht immer belässt Görner es bei Anspielungen. Gelegentlich geht er auf die von ihm assoziierten Gegenstände intensiver über mehrere Absätze ein. Und nimmt dann irgendwann den ursprünglichen Faden wieder auf. Es ist dabei durchaus möglich, auch innerhalb des Exkurses noch einen weiteren Exkurs einzubauen. Gelegentlich hat man den Eindruck einen Wikipedia-Artikel zu lesen, bei dem jemand die Links aufgelöst hat – nicht indem er sie einfach gelöscht hat, sondern dadurch, dass er den Inhalt des verlinkten Artikels kurz zusammengefasst eingefügt hat.

Anstrengend!

Norbert von Fransecky


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