····· 15. Studio-Album von Dream Theater noch in diesem Jahr ····· Neue Genesis-Best of als Tour-Auftakt ····· Die Single „Tik Tak" kündigt das neue Album der Drunken Swallows an ····· Thrash-Nachwuchs aus Costa Rica mit den Killer Souls ····· Neu-Auflage des Mass Hypnosia-Debüts in kleiner Auflage ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

50 Jahre Panik auf 48 Seiten – Der Udo Lindenberg-Comic

Info

Autoren: Saurer & Albers

Titel: Keine Panik. Die Legende lebt

Verlag: Johannes Saurer und Ulrike Albers

ISBN: 978-3-00-066484-7

Preis: € 12,80

48 Seiten

Internet:
http://www.sagen-und-geschichten.de
http://www.udolindenberg-shop.de

Die westfälische Nachtigall Udo Lindenberg hat fast so viel Alben herausgebracht, wie ein regulärer Comic Seiten hat. Das macht eine Udo-Comic-Biographie zur doppelt großen Herausforderung. Dem Künstlerduo Johannes Saurer (Zeichnungen) und Ulrike Albers (Farbe und Text) gelingt das Wagnis mit viel Liebe zum Detail.

Schon die Rahmenhandlung, in der Udo dem Tod ein Schnippchen schlägt, ist nahezu genial und hält denjenigen, die den Wahl-Hamburger im Laufe seiner Karriere immer wieder einmal totgesagt haben, den Spiegel vor.

Immer wieder müssen Saurer & Albers auswählen. Oft müssen dabei viele Jahre in wenig mehr als einem Bild bearbeitet werden. So erscheint eins meiner Lieblingsalben, Udopia, nur indirekt durch die stärkere Hinwendung zu politischen Themen in den Jahren der Friedensbewegung. Die frühen Jahre Udos als Schlagzeuger unter anderem bei Klaus Doldingers Passport können nur in der Form des Traumes einmal ein berühmter Drummer zu werden aufgenommen werden. Auf der anderen Seite wird einige Male auch einem einzigen Song oder Album eine ganze Seite gewidmet, z.B. den Songs „Cello“, „Der Malocher“ und den beiden Rock Revue-Scheiben.

Eingestiegen wird mit den familiären Wurzeln in Gronau und der legendären Hamburger Künstler-WG. Die Erfolglosigkeit des englisch-sprachigen, völlig unterbewerteten Debüts wird offen gelegt und es wird auf die legendären ersten sechs Alben des Panikorchesters eingegangen, für die Lindenberg den höchstdotierten Plattenvertrag abschliessen konnte, den es für eine deutschsprachige Rockband bis zu diesem Tag gegeben hatte.
Ab Seite 22 werden einige Lebensthemen Lindenbergs bearbeitet, sein Verhältnis zur DDR, sein Leben im Hotel und seine Karriere als Maler.

Natürlich werden auch die Tiefpunkte der Karriere nicht ausgespart – Selbstmordgedanken nach dem Tode seiner Mutter, Alkoholsucht und magere Jahre mit schwachen Verkäufen und Auftritten auf Kreuzfahrtschiffen. Glücklicherweise gab es 2008 das sensationelle Comeback mit dem Album Stark wie Zwei und dem noch aktuellen Stärker als die Zeit von 2016, sowie die grandios inszenierte folgende Tour, mit der auch Saurer & Albers ihre Biographie beschließen.

Besonders faszinierend sind mehrere ganzseitige Bilder, in denen ganze Lebensstationen Lindebergs und vor allem die Mitglieder seiner Panikfamilie durch Details angesprochen werden. Hier liegt der besondere Charme, aber auch die Grenze dieses Comics. Wer sich in der von Udo kreierten Welt gut auskennt, kann bei intensiven Schmökern viel entdecken. Wer Gene Galaxo allerdings nicht an einer Textzeile erkennt, nicht weiß, worauf ein Pinguin, ein Geiger oder ein Lude anspielen, der verpasst viel. Da hilft nur eins: Die Alben, vor allem aus den 70er Jahren, immer wieder hören.

Norbert von Fransecky


Zurück zur Artikelübersicht