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25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 104: Achim Reichel - Grosse Freiheit

11 Mal steht im November 1994 Hamburg als Kaufort in meiner CD-Liste – verteilt auf 4 Läden und zwei Tage. Keine Frage: Da hatte es einen längeren Aufenthalt in der Hansestadt gegeben. Eine Woche war es – glaube ich. Ein gutes Dutzend Vikare und zwei Dozenten hatten sich in der Missionsakademie in Blankenese einquartiert. Thema der Tagung war das Verhältnis von Kolonisation und Mission.

Da ich mich mit dem Thema als studentische Hilfskraft am Institut für Missionswissenschaft, Religionswissenschaft und Ökumene bereits immer wieder einmal beschäftigt hatte, weiß ich gar nicht mehr ganz genau, womit wir uns in den Seminareinheiten an der Akademie beschäftigt haben. An zwei Exkursionen kann ich mich aber noch sehr gut erinnern.

Zum einen hatten wir eine kolonialgeschichtliche Führung durch das Zentrum der Stadt gemacht, die eine der zentralen Drehscheiben im Kolonialhandel und damit der Ausbeutung der Kolonien war. Zum Teil stehen die Kontorgebäude mit Elefantenskulpturen, die mit Mosaiken geschmückt sind, noch heute. In der vordigitalen Zeit habe ich aber wohl nur wenig fotografiert. (Das Foto auf dieser Seite ist erkennbar jüngeren Datums.)

Spannend waren die Besuche in einigen afrikanischen Gemeinden. Was vor allem im 19. Jahrhundert einmal als Mission begonnen hat, hat lange ein eigenes Gesicht. Im Zuge der Entkolonisierung haben sich auch die ehemaligen Missionskirchen frei geschwommen und sind zu eigenen unabhängigen Kirchen geworden, die das Christentum auf ihre (oft erstaunlich konservative; manchmal verwirrend exotische) Weise weiter denken. In der Hafenstadt Hamburg haben einige von ihnen eigene Gemeinden.

Damit wären wir auch bei der heutigen Arbeit der Missionswerke und –Gesellschaften angelangt, die mittlerweile mehr so etwas wie die Außenministerien der Landeskirchen sind. Sie halten weltweit die Kontakte zu den internationalen Partnern. Das sind zum einen die Kirchen in den ehemaligen Missionsgebieten, wobei heute die europäischen Kirchen oft mehr von den Afrikanern oder Asiaten lernen können, als umgekehrt; aber sie gestalten auch die Kontakte zu näheren (England) und ferneren (USA, Australien) Partnerkirchen.

Die CD, die ich für diesen „Hamburg-Monat“ auszuwählen hatte, lag sofort auf der Hand. Ich habe sie zwar nicht in Hamburg gekauft. Dafür stammt sie von einem echten Hamburger. Am 28. Januar 1994 hatte Achim Reichel seinen 50. Geburtstag in der Grossen Freiheit in Hamburg-Altona gefeiert und das auch auf CD dokumentiert.

Norbert von Fransecky


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