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Mein Leben mit Judas Priest: Der "Lederrebell" K.K. Downing packt aus

Info

Autor: K.K. Downing mit Mark Eglington

Titel: Leather Rebel - Mein Leben mit Judas Priest

Verlag: IP Verlag

ISBN: 978-3-940822-13-0

Preis: € 21,90

224 Seiten

Internet:
http://www.ip-verlag.de

Darauf hat man als Judas-Priest-Fan wohl gewartet (vor allem im Hinblick auf seinen überraschenden Ausstieg vor mittlerweile acht Jahren): Gründungsmitglied und Gitarrist K.K. Downing schreibt seine Geschichte auf.

Schlägt man das Buch auf, wird schnell klar, dass der Mann sein Herz auf der Zunge trägt, aber nicht so gerne herumpalavert. Dementsprechend geht es auf 224 leicht zu lesenden Seiten im flotten Tempo durch die persönliche und die Bandgeschichte. Natürlich geht es in der Kindheit los. Geboren 1951 mitten in den West Midlands, kam Downing nicht gerade in den Genuss eines privilegierten Lebens. Er war ein typisches Arbeiterklassenkind, in dessen Familie Geld immer genauso knapp war, wie die Liebe des unter Zwangsstörungen leidenden, meist arbeitslosen Vaters. Die Beziehung seiner Eltern war schwierig und diese Familienverhältnisse prägten sein späteres Leben stark.

Mit 15 Jahren dann der Rauswurf daheim, der Beginn einer Lehre als Koch, welche ihm zwar gefiel, er sich aber auch nicht wirklich Regeln unterwerfen konnte. Und mittendrin dann das Entdecken der Liebe zur Musik. Er war ein glühender Fan von Jimi Hendrix, konnte ihn sogar öfter live bewundern. Dann erste Versuche in Bands, in denen bereits auf den späteren Priest-Bassisten Ian Hill stieß. Gemeinsam heuerten Sie in der Gruppe von Sänger Al Atkins an, aus der letztlich 1969 Judas Priest wurde.

Dann ging es richtig los. Die ersten Jahre waren erwartungsgemäß etwas chaotisch und hart, finanzielle Mittel wenige vorhanden. Aber die erste große Liebe fand auch ihren Platz im Leben. Aber im Fokus stand immer die Band, so dass es in dieser Hinsicht immer wieder zu Zerwürfnissen kam. Ein großes Bedauern in dieser Richtung erfolgt später im Buch. Wer sich dann eher für die Musik interessiert, ist hier richtig. Denn der Mann, der Judas Priest von den bunten Klamotten in Richtung Lederimage trieb, hat einiges zu erzählen. Aber allzu tiefgreifende Analysen sollte man mit dem lockeren Plauderton definitiv nicht erwarten (was etwas schade ist). Das gibt die Musik von Judas Priest vielleicht auch nicht her. Ihr Metal war früher wohl genauso bodenständig wir die spielenden Protagonisten. Dass sich dies speziell Mitte der 80er änderte, kommt durch die Zeilen immer wieder durch.

Besonders intensiv wird es, als der Gerichtsprozess im Jahr 1990 zur Sprache kommt, als Judas Priest angeklagt wurden, sie hätten zwei Teenager mit ihrer Musik in den Suizid getrieben. Heute noch eine genauso absurde Anschuldigung wie damals. Ein beständiger Begleiter sind die Reibereien mit Bandkollege und Intimfeind Glenn Tipton. Beide fanden auf persönlicher Ebene nie wirklich zueinander, was letztendlich auch zum Zerwürfnis mit dem Rest von Judas Priest führte. Das ganze Buch steuert unaufhaltsam auf diesen „Höhepunkt“ zu und das ist für die Fans wohl auch das Interessanteste an der ganzen Sache.

Damit hat man letztendlich die eine Seite der Geschichte gehört. Interessant wäre sicherlich auch die andere. Fans der stilprägenden Band (und an die richtet sich das Ganze ganz besonders) bekommen ein kurzweiliges Büchlein ins Haus geliefert, welches es für sich durchaus lohnt zu kaufen. Aber als Musikerbiografie an sich, ist es wohl kein Highlight.

Mario Karl


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