····· Cryptex-Gitarrist André Mertens steigt zum Mitautor auf ····· Die italienische Natur und ein Friedhof um die Ecke bescheren uns Deadsmoke ····· Backtrack meinen’s nicht gut mit ihrer Umwelt ····· Musik machen können die Planetshakers - aber wirken sie auch Wunder? ····· Carlos Santana sieht den Blues bei Tommy Castro „in guter Hand“  ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

Labus: durchdachte, kluge Pop-Musik mit Einfluss aus Jazz, Rock und Klassik

Info

Gesprächspartner: Labus

Zeit: 24.10.2013

Interview: E-Mail

Stil: Singer/Songwriter, Acoustic Pop

Internet:
http://www.labus-music.de
http://www.bscmusic.com

Labus, die Nachfolgeband von Arons Bee um Songwriter Bernhard Labus hat mit Deceptive Cure ein feines Acoustic Pop Album veröffentlicht. Die Qualität der Songs und deren musikalische Umsetzung ist dabei bestens gelungen. Um mehr über die Band aus Oberbayern zu erfahren, haben wir Namensgeber und Songschreiber Bernhard Labus ein paar Fragen gestellt.

Hallo, könntet ihr zuerst einmal etwas über euch und eure musikalische Karriere und die Bandgründung erzählen?

Nach der Auflösung meiner Band 'Arons Bee' organisierte ich im Frühjahr 2012 das erste Konzert unter meinem Namen. Für dieses Konzert im irschenhausener Hollerhaus holte ich mir musikalische Unterstützung durch den Cellisten Emanuel Schad und den Kontrabassisten Markus Baumann.

Das Konzert war ein Erfolg und unser Zusammenwirken war so angenehm, dass wir, zunächst unter dem Namen 'Bernhard Labus and Friends' weitere Konzerte spielten.

Im Dezember 2012 schloss sich uns noch Rudolf Dittrich an und bereichert seit dem unser Spektrum durch Gitarre, Saxophon, Flöte und Zweitstimme. Seit der Aufnahme von Deceptive Cure haben wir uns als Bandnamen Labus gegeben.

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf das Album Deceptive Cure? Seid ihr zufrieden mit den Reaktionen?

Die Reaktionen sind eigentlich durchgängig positiv. Manchen ist die Songauswahl etwas zu ruhig, da wir einige flotte Songs aus unserem Repertoire nicht mit aufgenommen haben. Aber so ist die CD aus einem Guss und für uns stimmig. Und ich meine, das Verhältnis zwischen Balladen und lebhafteren Songs ist noch ausgewogen. Ja, wir sind sehr zufrieden mit den Reaktionen.

Könnt ihr von der Musik leben oder habt ich noch andere Jobs und Musik ist eine Art Hobby für euch?

Bisher bin ich von uns Vieren der einzige, der ganz von der Musik lebt, da ich noch Gitarrenunterricht gebe. Aber nur als Hobby sieht es keiner von uns. Dazu widmen wir uns dem Ganzen zu intensiv und auch zu professionell.

Welche Bands oder welche Art von Musik beeinflussen euch hauptsächlich?

Ich habe früher viel U2 gehört und vielleicht prägt das noch die Vorstellung, die ich von Songs habe. Ich will viel ausprobieren, spielen und auch abschweifen, aber am Schluss möchte ich, dass ein kompakter Song entsteht, der anspricht.

Und natürlich habe ich auch Jack Johnson gehört, aber ich richte mich beim Songwriting nicht auf Surfpop aus.

Und, auch wenn man es der CD vielleicht nicht direkt anhört, am meisten beeinflusst bin ich wohl von Sting.

Ihr spielt ja einen komplett akustischen Sound. War das eure Absicht oder ist das durch Zufall entstanden?

Das stimmt so nicht ganz. Bei manchen Stücken gibt es eine E-Gitarre, wenn auch relativ zurückhaltend. Aber ich fühle mich mit der akustischen Gitarre am wohlsten und sichersten. Und das prägt dann wohl den Sound. Wobei ich mich freue, wenn sich das auch noch ändert. Ich hätte gerne einen Schlagzeuger in der Band und bin mehr E-Gitarre und auch Synthesizern gegenüber nicht abgeneigt.

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben?

Durchdachte, vielleicht sogar kluge Pop-Musik mit Einfluss aus Jazz, Rock und Klassik.

Bernhard, Du bist ja der Songschreiber der Band. Inwieweit können sich die anderen mit einbringen?

Bevor ich den anderen einen Song vorlege, muss er für mich bisher fertig sein. D.h. die Struktur, der Text, die Harmonien und der Ablauf stehen eigentlich fest. Wie ein Gerüst. Markus, Emanuel und Rudolf fügen an und in dieses Gerüst dann ihre Soli und Melodien ein oder legen noch Klangteppiche dazu. Das bereichert den Song und verändert ihn in seiner Wirkung auch noch gelegentlich, da jeder ja nochmal ein gutes Stück Selbstausdruck mit rein bringt.

Wie komponiert und arrangiert ihr die Musik?

Meist entsteht ein Song dann, wenn ich auf der Gitarre oder den Klavier „rumklimpere“ oder, ohne viel nachzudenken spiele. Irgendwann gibt es dann eine Melodie, ein Riff oder eine Akkordfolge die sich festsetzt und meist auch gleich einen passenden Textfetzen mit dazu. Und dann muss ich mich immer wieder hinsetzen und durchspielen, wieder ruhen lassen und weiterfeilen, bis ich Ablauf und Text komplett habe. Eigentlich ein Prozess, der sich nur indirekt steuern lässt, indem ich mich immer wieder damit beschäftige.

Neuerdings habe ich auch ein Studioprogramm (Cubase 7) und da sind gerade Songs auf neue Weise entstanden. Ich habe Basslinien zunächst eingesungen und darauf dann mit mehreren Spuren das Stück aufgebaut. Für mich neu, hat aber viel Spaß gemacht und ein gutes Ergebnis gebracht.

Wie sieht es mit den Texten aus, sind diese wichtig für euch?

Die Texte sind mir sehr wichtig. Manchmal muss ein Song ruhen, weil ich noch nicht die passenden Worte habe, obwohl die Musik schon lange fertig ist. Teilweise ein halbes Jahr. Und ich möchte, dass der Text auch was mitzuteilen hat oder eine Geschichte erzählt. Eigentlich wollte ich für diese CD ein Booklet mit allen Texten haben aber das hätte die Produktionskosten sehr gesteigert.

Wie habt ihr Deceptive Cure aufgenommen? Für mich klingt es sehr natürlich, fast live.

Im April diesen Jahres haben wir uns zum Aufnehmen zu viert für eine Woche in die südliche Toskana zurück gezogen. Dort durften wir ein Haus mit großem Seminarraum nutzen, in dem wir für die Tage alle Mikrophone, Kabel, Computer ect. aufgebaut lassen konnten. Aufgenommen haben wir dann tatsächlich alle gleichzeitig, ohne Klick und nur einige Soli und Zweitstimmen nachträglich eingespielt. Dadurch klingt die Aufnahme sehr natürlich und hat diesen freien Live-Charakter. Das war Emanuel wichtig, der dort sozusagen unser Tonmeister war und die Aufnahme koordiniert hat.

Werdet ihr auch auf Tour gehen, um Deceptive Cure zu promoten?

Das würden wir sehr gerne machen. Aber es ist nicht so leicht, einfach auf Tour zu gehen und gute Locations für Auftritte zu finden oder rein zu kommen, wenn man keine Agentur oder Management im Rücken hat.

Jedoch spielen wir so viel wie möglich live und erweitern auch Schritt für Schritt unseren Radius. Wenn bald mal eine Tour daraus entsteht freuen wir uns.

Welche Gitarrenmarken verwendet ihr?

Ich spiele eine Alhambra Flamenco Gitarre und Rudolf eine Washburn Western- und eine Epiphone-E-Gitarre

Nehmt ihr die Gitarren nur mit einem Mikrofon auf oder verwendet ihr auch Verstärker und Effekte?

Die Konzert- und die Westerngitarre wird nur mit einem Micro abgenommen. Das klingt am natürlichsten. Bei der E-Gitarre nutzten wir dezente Effekte (Flanger und Verzerrer) und haben dann mit dem Micro vor dem Verstärker aufgenommen.

Irgendwelche letzten Worte an unsere Leser?

Hm, na ja, es freut uns natürlich, wenn die Leser Interesse an uns und unserer Musik haben und evtl. zu einem Konzert kommen, sollte das mit der Tour klappen...

Die Daten dazu sind dann auf unserer Homepage www.labus-music.de .

Vielen Dank!

Ingo Andruschkewitsch


Zurück zur Artikelübersicht