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Reviews

The Mount Fuji Doomjazz Corporation

Anthropomorphic


Info

Musikrichtung: Ambient/Drone, Postrock, „Doomjazz“

VÖ: 18.02.2011

(Denovali Records / Cargo)

Gesamtspielzeit: 59:58

Internet:

http://www.tkde.net
http://www.myspace.com/tkde

Nein, The Mount Fuji Doomjazz Corporation ist keine neue, überambitionierte Band mit einem bescheuerten Namen, sondern lediglich das improvisative Pendant von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble. Und improvisativ, das bedeutet hier genau dieses. Die Musik der Kollektivs entsteht stets live und spontan und nicht als fein ausgearbeitete Stücke hinter geschlossenen Studiotüren. Anthropomorphic ist bereits das dritte auf Tonträger veröffentlichte Zeugnis dieser Happenings, welche sich musikalisch ebenfalls irgendwo im Nirgendwo von schwebendem Jazz, Drones und Elektronik aufhalten.

Entstanden ist das Ganze bei Auftritten in Holland (Utrecht), Polen (Wroclaw) und Russland (Moskau). Zusammengefügt wurden die drei Teile dieser Sessions dann im Studio. Und das so gut, dass man gar nicht merkt, wo die drei Teile jeweils beginnen und enden. Auch sonst hat man sicherlich noch das eine oder andere an den Aufnahmen gedreht, so dass hier wirklich ein homogenes und in sich geschlossenes Stück mit einer Stunde Länge entstand. Das Klangbild wird bestimmt von (teilweise verfremdeten) Gitarrenflächen, einer vibrierend gespielten Posaune, einnehmenden Cellotönen, manchmal gar garstig blubbernder Elektronik und allerlei sonstigen Klängen, die man zunächst gar nicht so genau zuordnen kann. Dabei herrscht hier, wie auch bei der Studioband, ein gutes Gleichgewicht zwischen analoger und elektronischer Klangerzeugung. Die lodernde Atmosphäre ist teilweise richtig grandios und vor allem düster - wie die Vertonung der Reise in ein schwarzes Loch. Lässt man sich darauf ein, wähnt man sich schnell in anderen Sphären. Trotz der manchmal recht spartanischen Instrumentierung ist das hier aber alles andere als Easy Listening.

Den Hörer dabei eine ganze Stunde lang bei der Stange zu halten, ist beileibe kein leichtes Unterfangen. Und auch The Mount Fuji Doomjazz Corporation schaffen dies nicht durchgehend. Während das Ganze in einer Konzertsituation mit entsprechender Beleuchtung und Saalatmosphäre mit Sicherheit ein besonderes Erlebnis ist, gelingt das hier nicht beständig. Anthropomorphic ist im Großen und Ganzen richtige Nischen- und Liebhabermusik - noch mehr als die Platten von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, welche dagegen schon „kommerziell“ klingen. Entscheiden muss man dabei selbst, welche Inkarnation der Gruppe einem mehr zusagt. Einen besonderen Reiz haben beide.



Mario Karl

Trackliste

Anthropomorphic 59:58

Besetzung

Part 1:
Hilary Jeffrey (Trombone)
Eelco Bocman (Guitar)

Part 2:
Jason Kohnen (Guitar)
Gideon Kiers (Electronics)
Nina Hitz (Cello)

Part3:
Hilary Jeffrey (Trombone)
Eelco Bosman (Guitar)
Jason Kohnen (Bass)
Gideon Kiers (Electronics)
Sarah Anderson (Violin)
Charlotte Cegarra (Vocals)
Ron Goris (Drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger