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Reviews

Guru Guru Sunband

Hey Du!


Info

Musikrichtung: Krautrock

VÖ: 19.05.2006 (1979)

(Revisted / SPV)

Gesamtspielzeit: 46:23

Internet:

http://www.guru-guru.com

Hey Du! ist nicht der Nachfolger des in der letzten Ausgabe besprochenen Guru Guru Albums Tango Fango. Leider hat die Re-Release-Politik von SPV das dazwischen liegende, ebenfalls phantastische Album Globetrotter (bislang) übersprungen.

Man kann Hey Du! grob in drei Teile teilen:

Teil eins ist die ursprüngliche erste LP-Seite, die den typischen Guru Guru-Wahnsinn auslebt. Sind das bei dem bassig groovenden „Starway“ noch hauptsächlich Soundspielreien, hebt „Dös war I“ völlig ab, ein irrwitziger Song über den Drogen-Gebrauch auf einer bayerischen Hühnerfarm im Dialekt gesungen, mit Gejodel und fettem Bass, der von Kraan-Bassist Hellmut Hattler unter Pseudonym eingespielt wurde.
„Was für’ne Welt“ beginnt fast kitschig normal, dreht mit dem Text aber völlig ab und verlegt sich dann mit jazzigen Soli an Piano und Saxophon auf eine Art Melodic Kraut. Genial, wie hier plötzlich das Wort „Hasch“ eingebaut wird.
„Giri Fushi“ beginnt mit viel Percussion und Pseudo-Urwaldklängen (Gepfeife und Gezwitschere). Danach wird es karibisch und der pseudo-japanisch klingende Gesang ist Mani Neumeiers Aufarbeitung der maledivischen Sprache.

Die erste Hälfte der zweiten LP-Seite ist musikalisch ungewohnt konventionell.
Im Titelsong verarbeitet Neumeier textlich den Schmerz des verlassenen Mannes in einem powernden Rocker mit stark betonten Drums und Percussion, sowie einem ausführlichen Gitarrensolo.
Das friedlich flottes Instrumental „Taoma“ hat karibisches Flair mit viel Sax Solo.

Am Ende steht mit dem „Atommolch“ ein Nachfahre des „Elektrolurchs“, der musikalisch aber nicht so abgedreht ist. Vor einem durchgehenden, pulsierenden Sound ohne wirkliche Melodie erhebt eine düstere Stimme eine deutliche Kritik an der deutschen Pro-Atomkraftwerk-Politik der 70er Jahre. So deutlich politisch war die Band nie zuvor.

Als Bonus ist die Live-Version eines Globetrotter-Titels angehängt, der in sehr schöner Festival-Atmosphäre kommt.

Tolle, vielfältige Scheibe!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Starway 4:52
2 Dös war i 4:04
3 Was für'ne Welt 5:59
4 Giri Fushi 4:00
5 Hey Du! 4:27
6 Taoma 6:10
7 Atommolch 9:24
8 I am rolling through the City (Live Bonus Track) 7:21

Besetzung

Mani Neumeier (Dr, Perc, Kalimba, Voc)
Roland Schaeffer (Sax, Git, Voc)
Ingo Bischof (Keys, Voc, Perc, Ballaphon)
Gerald Luciano Hartwig (B)
Butze Fischer (Dr, Tablas, Perc)
Peter Kühmstedt (B <4>)
Karla Maria von Sinnen (B <2>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger