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Reviews

Nazareth

The Anthology


Info

Musikrichtung: Hard Rock

VÖ: 26.06.2009

(Salvo/Union Square Music/Soulfood)

Gesamtspielzeit: 154:20

Internet:

http://www.nazarethdirect.co.uk
http://www.nazrox.de

In absehbarer Zeit soll der Backkatalog von Nazareth, Schottlands erfolgreichster Rockband neben den Simple Minds, remastered neu erscheinen. Doch davor gibt es mit The Anthology erstmal einen umfassenden Karriereüberblick in Form einer randvollen Doppel-CD. Da wird der eine oder andere stöhnen, denn es gibt nicht gerade wenige solcher Best Of-Zusammenstellungen dieser Band. Doch anders als bisher erschienene Zusammenstellungen decken diese beiden Rundlinge so ziemliche alle Schaffensperioden der Band (die ersten beiden Platten ausgenommen) bis ins Jahr 2008 ab und enthalten wirklich alle Highlights. Zusätzlich liegen die Songs im runderneuerten Soundgewand vor. Gerade den frühen Nummern hat diese Klangpolitur gut getan. Denn noch nie klangen diese auf CD so knackig und bissig wie hier.

Wer von den Herren um Reibeisenstimme Dan McCafferty und Bassist Pete Agnew bisher nur ihre beiden Megahits „Love hurts“ und „This flight tonight“ kennt, die zudem auch noch Coverversionen sind (The Everly Brothers bzw. Joni Mitchell), kann jetzt schnell seine Wissenslücken schließen. Obwohl die Band, genauso wie UFO, immer mehr ins zweite Glied eingeordnet wird und vom Bekanntheitsgrad stets hinter Deep Purple oder Uriah Heep rangiert, gehören Nazareth zweifellos zu den heißesten Rockbands der 70er. Lieder wie „Razamanaz“, „Hair of the dog“, „Bad bad boy“ oder „Shanghai’d in Shanghai“, sowie die dazugehörigen Alben, haben zweifelsohne ihre Spuren in der Rockgeschichte hinterlassen und mit Sicherheit nicht wenige andere Bands geprägt. Ende der Siebziger hat man mit den beiden Platten Expect no mercy und No mean city auch sein Scherflein zur sich anschleichenden New Wave of British Heavy Metal beigetragen. Und die bodenständigen Straßenkötertexte fanden dagegen sicherlich auch im Sleaze Rock-Bereich großen Anklang.

Hört man sich allerdings quer durch beide CDs fällt einem bald auf, warum die Schotten immer etwas stiefmütterlich behandelt werden. Denn während auf der ersten Scheibe harter und treibender Classic Rock regiert, der den Gute Laune-Boogierock von Status Quo mit der Brachialität der frühen Grand Funk Railroad oder AC/DC verband, richtete man sein Augenmerk ab dem Beginn der 80er Richtung Amerika, driftete voll ins AOR- und Schmuselager ab und pendelte in den Folgejahren recht unentschlossen zwischen beiden Polen hin und her. Für Heavyfreaks zu verweichlicht, für Popfans zu rockig. Verglichen mit dem absoluten Weichspüler „Winner on the night“ (Titelmelodie der Tatortfolge „Herzversagen“) ist sogar „Broken down angel“, eine melodieselige Nummer der Anfangstage, regelrechter Heavy Metal. Mit der Schmusnummer „Dream on“ feierten Nazareth zumindest in unseren Breitengraden einen großen Erfolg. Erst als Sechssaiter und Gründungsmitglied Manny Charlton, dessen Gitarrenspiel den Sound anfangs so geprägt hatte, die Band 1990 verließ, ging es wieder fokussierter und rockiger zur Sache. Auch live präsentierte man sich wieder als absolut erstarkte und unverwüstliche Band, die man bis zum heutigen Tage ist.

Wer also noch nichts von Nazareth im Regal stehen hat, sollte spätestens hier zugreifen. Das Doppel-Digipack ist zudem noch schön gestaltet und enthält ein dickes Booklet mit zahlreichen Fotos und einer Bandhistorie vom Classic Rock- und Metal Hammer-Redakteur Dave Ling. The Anthology soll zum normalen Einzelpreis verkauft werden. Da kann man wirklich nicht mehr meckern.



Mario Karl

Trackliste

CD1:
1. Razamanaz (3:49)
2. Bad bad boy (3:57)
3. Broken down angel (3:44)
4. Woke up this morning (3:53)
5. Go down fighting (3:05)
6. Turn up this morning (3:19)
7. Teenage nervous breakdown (3:43)
8. This flight tonight (3:23)
9. Sunshine (4:14)
10. Shanghai’d in Shanghai (3:43)
11. Hair of the dog (4:11)
12. Love hurts (3:51)
13. My white bicycle (3:26)
14. Holy roller (3:24)
15. Telegram (7:48)
16. Expect no mercy (3:27)
17. Gone dead train (3:44)
18. Place in your heart (3:01)
19 No mean city (6:30)

CD2:
1. Just to get into it (4:22)
2. May the sunshine (4:54)
3. Whatever you want babe (3:41)
4. Holiday (3:37)
5. Heart’s grown cold (4:13)
6. Moonlight eyes (3:36)
7. Cocaine (live) (4:37)
8. Little part of you (3:30)
9. Dream on (3:26)
10. Where are you now (3:55)
11. Ruby Tuesday (3:28)
12. This month’s messiah (5:17
13. Piece of my heart (4:26)
14. Winner on the night (4:11)
15. Every time it rains (4:11)
16. Thinkin’ man’s nightmare (4:02)
17. Steamroller (4:29)
18. When the lights come down (3:29)
19. Goin’ loco (5:25)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger