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Reviews

Misery Speaks

Disciples of doom


Info

Musikrichtung: (Melodic) Death Metal

VÖ: 24.04.2009

(Drakkar/Sony)

Gesamtspielzeit: 49:13

Internet:

http://www.miseryspeaks.com
http://www.myspace.com/miseryspeaks

Misery Speaks liegen wohl nicht gerade gerne auf der faulen Haut. Ein rundes Jahr nach ihrem Drakkar-Einstand Catalogue of carnage und einem Sängerwechsel liegt mit Disciples of doom schon wieder eine neue CD in den Händlerregalen. Und falls die alte Regel „the third will make it or break it“ immer noch gilt, dürfte die Zukunft für die Münsteraner ziemlich rosig aussehen. Denn dieses Stück Schwermetall ist ein ziemlich heißes Eisen geworden! Schön dabei, dass sich Misery Speaks mittlerweile komplett von jeglichen Metalcore-Verweisen frei geschwommen haben. Viel eher präsentiert der Fünfer auf Disciples of doom einmal mehr seine Sichtweise von melodischem und zeitgemäßen Death Metal. Dieser klingt auch heute durchaus noch nach der schwedischen Variante, allerdings weniger nach Göteborg und At the Gates. Das gibt es hier bei „Fragile“ zwar auch, doch wird überwiegend kräftig die Groovekeule geschwungen, was eher an Dismember oder Edge of Sanity erinnert.

„Burning path“, „Into the unknown“ und besonders das sehr griffige „End up in smoke“ besitzen dabei einen unglaublich rockigen Schmiss, um den sie bestimmt auch Entombed beneiden würden. Zwar gibt es auf dem Album mit dem thrashigen „Obsessed“ oder „The swarm“ auch ordentliche Abrissbirnen, doch klingen Misery Speaks gerade in den Midtempolagen am wuchtigsten. Man höre nur das variable „A road less travelled“ oder den intensiven Titelsong „Disciples of doom“, der schon fast schleppend daher kommt und höllisch eindringlich tönt. Das ist auch mit der Verdient von Neuvokalist Przemek Golomb, der es versteht die düstere Grundstimmung der einzelnen Songs mit seinen Growls noch zu verstärken. Gerade das überlange „Black garden“, welches recht entspannt mit slidenden Gitarren fast wie ein normaler Rocksong beginnt und sich immer mehr steigert, verbreitet eine besonders dunkle Atmosphäre.

Auf Disciples of doom wurde wenig dem Zufall überlassen. Das Songwriting ist abwechslungsreich und nachvollziehbar, die musikalische Performance tadellos, sowie hoch professionell und die kräftige Produktion von Jonas Kjellgren (u.a. Scar Symmetry, Sonic Syndicate) ist eine Wucht. Extrem fett und doch noch überraschend organisch. Einen so natürlichen Schlagzeugsound wie hier bekommt man in diesem Genre leider auch nicht mehr immer zu hören. Es empfiehlt sich auf jeden Fall die Platte richtig laut anhören, selbst wenn es dann den Putz vom Mauerwerk haut.

Machen wir es kurz, hierfür gibt es eine dicke Kaufempfehlung. Mit diesem gleichsam massiv wie frisch klingenden Album, das bei jedem Hördurchgang ein Stück wächst und beweist, dass moderner Elchtod eben nicht immer aus dem Wasaland kommen muss, sind Misery Speaks keine reine Metal-Hoffnung mehr, sondern sollten sich alsbald zu einer richtigen Genre-Institution mausern. Die bundesdeutschen Platzhirsche Heaven Shall Burn sollten sich jedenfalls warm anziehen.


Ein Interview mit der Band gibt es hier.



Mario Karl

Trackliste

1Out of the unknown …1:49
2 Burning path4:46
3 End up in smoke4:03
4 A road less travelled6:22
5 Disciples of doom6:01
6 Obsessed3:55
7 Black garden8:16
8 Fragile4:35
9 The swarm4:24
10 Into the unknown4:58

Besetzung

Janosch Rathmer (Schlagzeug)
Stephan Gall (Gitarre)
Florian Füntmann (Gitarre)
Przemek Golomb (Gesang)
Martin Grossmann (Bass)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger