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Reviews

Konkhra

Nothing is sacred


Info

Musikrichtung: Death/Thrash Metal

VÖ: 27.03.2009

(ChopShop Records/Soulfood)

Gesamtspielzeit: 77:36

Internet:

http://www.konkhra.com
http://www.myspace.com/konkhra

Zwanzig Jahre geistern Konkhra inzwischen durch die Metalszene. Damit ist man eine der ältesten dänischen Extremmetalbands. Eine ziemlich lange Zeit. Aber genauso wie bei ihren Landsmännern Illdisposed hat es bei dem Vierer nie zum richtigen Durchbruch gereicht und man fristet immer noch ein ziemliches Schattendasein. Ob ihr sechstes Album Nothing is sacred etwas an diesem Umstand ändert? Schwer zu sagen, wirklich glauben kann man es leider nicht. Was auf jeden Fall feststeht ist, dass der Nachfolger zum 2003er Werk Reality check musikalisch ein ziemlicher Schlag in die Kauleiste und textlich eine Breitseite gegen die aktuelle Politik und den Vatikan ist. Zimperlich geht es an beiden Fronten nicht gerade zu. Im Booklet grinst uns z.B. ein diabolischer und als Warlord dargestellter Benedikt XVI. entgegen und im Albumintro darf sich George W. Bush einmal wieder selbst als Terrorist darstellen. Dabei dachte man, dieses Thema hätte Al Jourgensen bereits zur Genüge durchgekaut. Wer es gerne plakativ mag, ist also an der richtigen Adresse.

Ähnlich effektgeladen und brutal geht es auch auf der musikalischen Seite zu. Zeitgemäß klingender Death Metal mit starkem Hang zum Thrash Metal steht auf dem Programm. Hier hat zwar in den letzten Jahren keine wirkliche Weiterentwicklung statt gefunden, aber das Gebotene knallt trotzdem ziemlich ins Gebälk und Songs wie „Hail to the king“ oder „Sufficient to sicken“ sorgen für ein angenehmes Kopfschütteln. Tempotechnisch geht es überwiegend recht flott und mit zahlreichen Blastbeats zur Sache. Lediglich bei „Legacy of truth“ nimmt die Band den Fuß ein wenig vom Gas und groovt sich im Midtempo durch den Song. Später kommt auch noch ein Chor hinzu und versucht dem Titel etwas Dramatik zu verleihen. Gelingt zwar nicht unbedingt, ist aber ein netter Farbtupfer. Einen solchen gibt es auch im abschließenden „The promise of antagonism“ zu hören. Auch hier gesellt sich etwas Frauengesang zum thrashigen Gekeife von Anders Lundemark. Dieser wechselt ansonsten immer wieder von dort zu Deathgrowls und zurück.

Spielerisch ist alles im grünen Bereich. Immer wieder peppen melodiöse Soli die Songs genauso auf wie wilde Double-Bass-Kloppereien. Gefangene werden keine gemacht. Manchmal gehen der Band aber auch die Gäule durch, was in dem chaotischen und an Strapping Young Lad erinnernden „Killswitch“ mündet. Das ist auch ein wenig das Problem von Konkhra. Sie wollen zuviel und übersehen dabei wirklich packende und berührende Songs zu schreiben. Beim Hören ist man durchaus entzückt, aber einen dauerhaften Eindruck hinterlässt wenig. Das sorgt dafür, dass es dem Album ein gewisser Wiedererkennungswert fehlt. Trotz allem ist das Ganze auch nicht wirklich schlecht. Ein Kollege hat den Vorgänger einmal als Death Metal-Version von Burn my eyes (Machine Head) oder rockige Ausgabe von Demonic (Testament) bezeichnet. Das passt auch in etwa zu Nothing is sacred. Nur etwas Monumentales darf man nicht erwarten. Aber das in ein tolles Artwork und ein heftigen Sound verpackte Album hat trotzdem seine Momente.

Als Beilage zur Erstauflage von Nothing is sacred hat man auf einer zweiten CD die ersten beiden Demos von Konkhra gepackt. Ein nettes Gimmick für Fans, welches das Album ein wenig aufwertet. Essentiell ist dieser Bonus allerdings nicht. Darauf ist noch recht rumpeliger und blutiger Death Metal der ersten Generation zu hören, der noch weit davon entfernt ist die Massen zu begeistern.


Mehr zum Album gibt es unserer Konkhra-Story



Mario Karl

Trackliste

CD1: (Nothing is sacred) - 43:05 min.
1. Prelude to perversion (1:02)
2. Hail to the king (3:51)
3. Religion is a whore (5:47)
4. Breathe the fear (3:34)
5. Killswitch (4:57)
6. Nothing is sacred (3:49)
7. Legacy of truth (4:59)
8. Sufficient to sicken (3:47)
9. The race (3:00)
10. I defy (3:55)
11. The promise of antagonism (4:24)

CD2: (Malgrowth 1991 – The vicious circle 1990) - 34:31 min.
1. The deadmoon (1:24)
2. Black sun (4:49)
3. Lustration of the need (2:24)
4. Spread around (6:30)
5. Deathwish (5:23)
6. Web of Nemesis (4:40)
7. Vicious circle (3:15)
8. Hunger (4:09)
9. Living savages (1:53)

Besetzung

Anders Lundemark (Vocals/Guitar)
Michael Skovbakke (Guitar)
Lars Schmidt (Bass)
Mads Lauridsen (Drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger