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Reviews

Zarboth

Zarboth


Info

Musikrichtung: Noise Rock, Avantgarde, Metal

VÖ: 27.02.2009

(Discorporate Records/Soulfood)

Gesamtspielzeit: 29:28

Internet:

http://www.zarboth.com
http://www.myspace.com/zarboth

Willkommen in der Irrenanstalt!

Vom Cover der CD grinsen uns zwei Herren schelmisch an, die sich diebisch über das Fahren mit ihrem andersartigen Tandemrad freuen. Das könnten fast die beiden Herren von Zarboth sein, die uns mit einer hämischen Freude ihren Klangcocktail präsentieren. Denn dieser ist auch nicht ganz normal. Das französische Duo besteht aus Etienne Gaillochet, dem Schlagzeuger und Sänger der hervorragenden We Insist!, und seinem befreundeten Gitarristen Phil Reptil. Die beiden haben sich getroffen um miteinander abgespacte Musik irgendwo zwischen Noise Rock, zappaeskem Freejazz und Metal einzuspielen. So genau lässt sich das nicht definieren.

Wahrscheinlich waren sich Etienne und Phil selbst nicht wirklich sicher was sie wollen und zockten in ihrem Keller einfach drauflos. So zumindest hört sich das Ganze oft an. Was man auf jeden Fall hört, ist der unbändige Spaß den Zarboth beim Spielen haben. Fast schon zu gut. Denn oft geht deren überschwängliches Temperament mit ihnen durch und das Ergebnis sind Titel die jenseits von Gut und Böse stehen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn das Projekt mitten im Song aufhört, jeder ein bisschen für sich selbst auf seinem Instrument rumhackt und es dann Knall auf Fall weitergeht. Deshalb wirken die einzelnen Songs (sofern man sie so nennen kann) nicht selten recht skizzenhaft und unausgegoren. Ganz so, als seien sie spontan einer Jamsession im Studio entsprungen.

Auf Zarboth wimmelt es nur so von verqueren und abgehackten Rhythmen, harten und oft disharmonischen Riffattacken, durchgeknalltem Gesang, sowie überhaupt vielen bekloppten Spielereien. Besonders die erste Hälfte wirkt so, als hätte man die Bewohner eines Sanatoriums zum Musizieren verdonnert, die dann wie Derwische auf die Instrumente einprügeln. In der zweiten Hälfte der CD wird es etwas leichter zu genießen. In „Overtones“ gesellt sich zu einem schwermetallichen Riff sogar ein recht griffiger Refrain, „Realize“ hat was von einer verrückten Punknummer, „Hear me“ wirkt erstmals nicht nur spielerisch gruslig, sondern verbreitet auch einen Anflug einer solchen Atmosphäre und bei „Never turn“ wird es sogar regelrecht funkig.

Der Erstling von Zarboth ist nur eine halbe Stunde lang, aber verdammt anstrengend. Insgesamt ist das Ganze nur etwas für Leute mit starken Nerven und Freunde von verqueren Sounds mit Hang zum Ausgefallenen. Für diese ist es dann Avantgarde und ein Quell echter Freude. Alle anderen werden sich fragen, ob man es hier überhaupt mit richtiger Musik zu tun hat. Hört rein und entscheidet selbst.



Mario Karl

Trackliste

1Addict4:18
2 Wilderness4:23
3 Argue3:04
4 Dieceptev4:05
5 Overtones3:37
6 Never turn3:07
7 Hear me4:08
8 Realize2:43

Besetzung

Phil Reptil (Guitar and Microphone)
Etienne Gaillochet (Drums and Vocals)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger