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Reviews

The Amenta

n0n


Info

Musikrichtung: Industrial Death/Black Metal

VÖ: 24.10.2008

(Listenable Records/Soulfood)

Gesamtspielzeit: 45:58

Internet:

http://www.theamenta.com
http://www.myspace.com/theamenta

Wer noch immer auf der Suche nach dem richtigen Soundtrack für den Weltuntergang ist, sollte dringend n0n, das zweite Album des australischen Kollektivs The Amenta, auf seinem Einkaufszettel notieren. Denn was hier geboten wird ist nichts für Leute mit schwachen Nerven und Kuschelrockliebhaber. Ein ziemlich eigenständiges und extremes Metalgemisch, irgendwo in der Schnittmenge aus Industrial, Black, Death und Noise steht hier auf der musikalischen Speisekarte, welches alles andere als leichter Stoff ist. Am ehesten noch vergleichbar mit den Landsleuten The Berzerker, nur dass The Amenta auf derart extreme Techno-Beats verzichten und stattdessen auf heftige, menschliche Drumsounds setzen. Diese pressen den Sound der Band auch extrem nach vorne, während die Gitarren im Verbund mit maschinellen Samples und Noiseelementen dicke Soundscapes kreieren und über den Hörer hereinstürzen lassen. Dazu gesellt sich ein meist gebrüllter Gesang. Und fertig ist ein Klangmassiv, welches den Hörer unbarmherzig in den Sessel drückt.

Die Musik von The Amenta klingt in ihrer Brachialität äußerst steril und kalt. Etwas das unbedarfte Hörer zuerst etwas abschrecken könnte. So rauscht auch die erste Handvoll Tracks erstmal ziemlich unbeeindruckt und gleichförmig am Hörer vorbei, bevor ab der Mitte des Albums etwas Abwechslung in n0n Einzug hält und die Sache mit der Zeit atmosphärischer wird. Selbstverständlich undurchdringbar düster und morbide. Auch tritt immer mehr der mitreißende maschinelle Groove zutage, der nur wenige Verschnaufpausen gönnt. Lediglich das trippige „Skin“ mit gesprochenen, weiblichen Vocals ist so etwas wie ein kurzer Ruhepol im immerwährenden Soundgewitter.

Laut eigenen Angaben gibt sich auf dem Album eine unzählige Menge von Musikern die Klinke in die Hand; u.a. zwei Drummer, sechs Vokalisten und zwei Bassisten. Darunter auch prominente Namen wie Jason Mendonca (Akercocke), Alice Daquet (Sir Alice) und Alex Pope (Ruins). Deswegen hier von einer echten Band zu sprechen, wäre wohl etwas vermessen.

The Amenta haben vier Jahre nach ihrem Debüt Occasus die Grenzen noch weiter verschoben und gezeigt, in welche Extreme man Metal heute noch führen kann. Was dabei herauskam, ist ein durchaus interessantes und auf seine Art faszinierendes, aber keinesfalls leicht zu konsumierendes und anstrengendes Album. Um es an einem Stück zu genießen, benötigt man jedenfalls ein starkes Nervenkostüm und vor allem Spaß an extremen und außergewöhnlichen Sounds. Ein vorsichtiges Probehören wird vor dem Kauf empfohlen, denn für einen Großteil der Hörer ist das nicht viel mehr als Krach.



Mario Karl

Trackliste

1On0:44
2 Junky4:56
3 Vermin4:02
4 Entropy1:44
5 Slave5:11
6 Whore4:55
7 Spine4:07
8 Skin3:24
9 Dirt5:53
10 Atrophy1:47
11 Cancer5:22
12 Rape6:53

Besetzung

xJx "Re" (Vocals)
Ethion "En" (Guitars)
Endrin "Un" (Bass)
Diazanon "De" (Drums)
Chlordane "Dis" (Keys)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger