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Reviews

Tom Arthurs Trio

One Year


Info

Musikrichtung: Chamber Jazz

VÖ: 09.02.2018

(Ozella Music)

Gesamtspielzeit: 48:27

Internet:

http://www.tomarthurs.co.uk/
http://www.ozellamusic.com/
http://www.uk-promotion.de/home/

Der Jazzmusiker Tom Arthurs wurde am 18. Juli 1980 in Northamptonshire, England, geboren. Als Komponist und Trompeter/Flügelhornist gilt der Mann heute bereits als ein wichtiger Künstler dieses Jahrhunderts. Dabei sind seine Einflüsse recht weitreichend, von Jazzern wie Kenny Wheeler oder Jimmy Giuffre bis hin zu modernen Klassikern wie György Ligeti sowie aus der Folklore Afrikas und Südamerikas. So war seine Musik auch oft recht frei und ein wenig sperrig.

Mit seinem aktuellen Trio und der neuen Platte One Year ist das ein wenig anders. Mit dem britischen Pianisten Richard Fairhurst und dem finnischen Schlagzeuger Markku Ounaskari beschreitet er den Weg der Stille. Diese Eingebung kam ihm bereits vor drei Jahren, als er plante, dass die Zeit gekommen sei, neue Musik zu schreiben.

Eine gedämpfte Trompete, unisono mit dem Piano, eine Melodie produzierend, die aus dem Nichts zu kommen scheint, zartes Streicheln der Becken, tupfende Piano-Klänge, die Musik auf dem Eröffnungstitel wirkt sehr geheimnisvoll, etwas verheißend, von dem man nicht genau weiß, was es sein soll. Nach und nach strukturiert sich etwas, und die anfänglich eingesetzte Trompete lässt auf sich warten, erst, nachdem Schlagzeug und Piano sich auf einen gemeinsamen Rhythmus geeinigt haben, erscheint sie mit dunklem Ton erneut und setzt eine Melodie darüber, eine Melodie, die Sehnsucht auszudrücken scheint. Und inmitten dieses scheinbar gefestigten Geflechts entwickelt sich dann etwas Neues, eine kollektive ständige Gestaltung bringt immer wieder neue Stimmungen zu Tage, und dabei sind noch nicht einmal sechs Minuten vergangen.

“Pyörähdellen“ ist ein für gut dreieinhalb Minuten bestehender Solo-Vortrag von Arthurs, ehe die Mitspieler dazu stoßen, und so beinhaltet jeder Song seine speziellen Eigenarten, mit ganz viel Ruhe und Beschaulichkeit, leise, aber intensiv und emotional sehr ausdrucksstark bestreiten die Drei ihre nahegehende und berührende Musik, solche, wie man sie früher und teilweise noch heute auf dem Münchener Label ECM hört/e. Das Zusammenspiel der Musiker ist betörend und man kann förmlich lauschen, wie sie sich gegenseitig beobachten und aufeinander zuzugehen scheinen, eine ganz stille Kommunikation untereinander zieht mich als Hörer hinein in ihre Welt.

Man kommt fast ohne Rhythmus aus, lässt ganz einfach fließen und schöpft daraus sehr viel Kreativität, die im Subtilen und Eleganten Ausdruck findet. „In der Ruhe liegt die Kraft“, das trifft vollends zu. Filigran spontan aufgestellte Inszenierungen des Augenblicks, mit viel Raumgebung und Weite; Musik, die Ruhe stiftet. Kurzum, ist das nun kammermusikalischer Jazz? Oder Kammermusik mit Jazz-Hintergrund? Wie auch immer, sehr ungewöhnlich, sehr angenehm, sehr gefühlvoll.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Evergreens (8:11)
2 Pyörähdellen (9:41)
3 Liepnitz In Ruhe (4:54)
4 Verklöstert (6:51)
5 One Year/Song (8:32)
6 Rising (10:17)

Besetzung

Tom Arthurs (trumpet)
Richard Fairhurst (piano)
Markku Ounaskari (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger