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Reviews

Anvil

Pounding The Pavement


Info

Musikrichtung: Heavy Metal

VÖ: 19.01.2018

(Steamhammer / SPV)

Gesamtspielzeit: 45:23

Internet:

http://my.tbaytel.net/tgallo/anvil
http://www.facebook.com/anvilmetal

Anvil Is Anvil hieß die letzte Platte des kanadischen Metal-Urgesteins. Treffender könnte man ein Album des Trios auch gar nicht benennen. Der Titel hätte ich auch hier gepasst. Denn dort wo Anvil draufsteht, ist auch stets Anvil drin. Keine Überraschungen – weder positive, noch negative. Während das quasi Comeback Juggernaut Of Justice nach dem kultigen Film The Story Of Anvil überraschend stark ausfiel, war danach verstärkt eine „Rückkehr zu alter Form“ erkennbar. Will heißen: Wir haben es mit einem wirklich charmanten Haufen zu tun, aber die Alben bewegen sich in ihrer Gesamthit – trotz immer wieder vorhandenen Hits – doch ziemlich im wenig Aufsehen erregenden Durchschnittsbereich.

Das ist bei Pounding The Pavement (leider!) auch nicht anders. Mit dem schleppenden „Bitch In The Box“ startet die Chose erst einmal etwas unspektakulär. Eine verdammt durchschnittliche Nummer, die nicht gerade zu Begeisterungstürmen hinreißt. „Ego“ haut da schon mehr ins Mett. Klassischer Anvil-Stoff – kein besonderes Songwriting, aber verdammt lässig und mit Schmackes eingespielt. Gleiches gilt auch für „Black Smoke“ und den lässigen Rock'n'Roller „Rock That Shit“. So lass' ich mir das gefallen! Richtig charmant kommt auch die Metal-Swing-Nummer „Warming Up“, bei der Powerdrummer Robb Reiner seine jazzige Ader mehr als nur ein wenig durchscheinen lässt.

Wenn man eines bei Pounding The Pavement nicht behaupten kann: Anvil bemühen sich nicht um Abwechslung. Zwischen die flotten Kracher mischt man immer wieder eine Portion Rock, nur um dann wieder heavy und schleppend zu agieren. Und dann schüttelt man sich auch noch ein Instrumentalstück aus den Hüften. Jenes „Pounding The Pavement“ gehört sogar zu den Highlights. Hier klingt die Band locker wie nur selten. Dafür kommen die langsameren Nummern wie „Smash Your Face“ und „Nanook Of The North“ irgendwie nicht so recht aus dem Quark.

An sich nicht schlecht, aber wenig spannend. Etwas, das sich leider wie ein roter Faden durch die Platte zieht. Die Songs sind halt (wie gewohnt) ziemlich schlicht und nicht besonders ausgeklügelt. Bodenständiges Metaller-Handwerk eben, aber leider nicht viel mehr. Hinzu kommt, dass Frontmann Lips, der nie ein wirklicher Sänger war, in Sachen Gesang massiv abgebaut hat. Der melodisch helle Refrain von „World Of Tomorrow“ wird so schon zu einer regelrechten Tortur.

Nun denn, der Fan könnte Gefallen daran finden. Es ist halt Anvil. Wie immer. Aber nicht mehr, eben.



Mario Karl

Trackliste

1Bitch in the Box4:29
2 Ego2:57
3 Doing What I Want3:17
4 Smash Your Face4:20
5 Pounding the Pavement3:05
6 Rock That Shit3:21
7 Let It Go3:00
8 Nanook of the North5:57
9 Black Smoke3:26
10 World of Tomorrow4:37
11 Warming Up3:03
12 Don't Tell Me3:51

Besetzung

Steve „Lips“ Kudlow (Gesang, Gitarre)
Robb Reiner (Schlagzeug)
Chris Robertson (Bass)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger