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Reviews

Miss Velvet And The Blue Wolf

Bad Get Some


Info

Musikrichtung: Funk/Rock-Fusion

VÖ: 24.11.2017

(Isotopia Records)

Gesamtspielzeit: 57:27

Internet:

https://missvelvetandthebluewolf.com/
http://www.gordeonmusic.de/
https://isotopiarecords.com/

Yeah, da knarzt der Bass, da groovet das Schlagzeug (?), die Keyboards blubbern und die Bläser umrahmen satt, und dann noch eine freche rotzige weibliche Stimme, die über dem Ganzen thront. Wird das jetzt eine der Entdeckungen des Jahres?
Wir hören Miss Velvet And The Blue Wolf, eine neue Band im Bereich des Genres Funk Rock. Ich las, dass man derartige Vergleiche anstellte, dass die Bands Chicago und Led Zeppelin ein Baby gehabt hätten, mit Namen Janis Joplin, und dann käme man dem Stil recht nahe.

Nun, diese hochgesteckte Meinung kann ich nicht teilen. Gut, der Funk ist da, der Bass brummelt in der Tat beherzt, die Drums sind mir jedoch zu statisch und können diesen Groove letztlich doch nicht halten, und die Sängerin wirkt mir viel zu hektisch und angestrengt, keine Spur von Coolness, ich höre meistens oberflächiges Feeling, dass sich mir in der Tiefe nicht so richtig erschließen will. Die Bläsersektion wiederum gefällt mir sehr gut, auch die Solobeiträge Einzelner, und auch der Gitarrist spielt gleichermaßen zweckdienlich und auch richtig gut und explosiv-innovativ.

OK, die Musik vermittelt einen Eindruck von brodelnder Spannung, aber mir brodelt es eine Menge zu sehr, etwas weniger wäre hier mehr gewesen, denn wenn sich Miss Velvet gegen diese Übermacht übersatter Arrangements singend wehren muss, dann scheint mir zuviel des Guten vorzuliegen. Gleichwohl gibt es immer wieder äußerst spannende Momente, wie zum Beispiel beim Song„“Love Train“, der durchaus eine Richtung hin zu Mother’s Finest einschlägt, aber diese leider im emotionalen Ausdruck nicht toppen kann.

Den Schlagzeuger würde ich austauschen, die Sängerin etwas zügeln, die Bläser, den Gitarristen und den Bassisten auf jeden Fall behalten und dann das Ganze in den Arrangements ein wenig herunterfahren, dann könnte diese Band “the next great thing“ werden, denn unzweifelhaft mangelt es nicht an Potential.

“I Can’t Stand The Rain”, im Original von Ann Peebles, zeigt einerseits Schwächen und andererseits mögliche Stärken, Miss Velvet müht sich vergeblich an diesem Song, der Drummer klingt wie ein Computer, den man mit schlechten Sounds gefüttert hat, hier ist das Arrangement allerdings ein wenig heruntergedrosselt, dieser Song könnte so schön sein, aber… Das wirklich Gute ist für mich diese herrliche Explosion des Gitarristen, den man im Übrigen auch mehr in den Mittelpunkt stellen sollte.

P.S.: Zu einem meiner Lieblingssongs der Musikgeschichte, "Summertime", äußere ich mich vorsorglich lieber nicht.....



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Bad Get Some
2 Run
3 Love Train
4 Like You Do
5 I Can’t Stand The Rain
6 Dare
7 Edge Of The Line
8 Velvet Door
9 Drowning
10 Summertime

Besetzung

Miss Velvet (vocals)
Constance Hauman (keyboards)
Nick Carbone (drums)
Henry Ott (guitars)
James Jones (bass)
Jehiah Bray (sax)
Trevor Neumann (trumpet)
Dan Levine (trombone)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger