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Reviews

Wiens No. 1

Des Kaisers neue Lieder


Info

Musikrichtung: Party Punk / Ska

VÖ: 11.08.2017

(Triumvirat / Soulfood)

Gesamtspielzeit: 44:23

Internet:

http://www.wiensno1.at

Punk ist politisch? Mag sein! Aber offensichtlich nicht in Wien. Irgendwie rebellieren Wiens No. 1 wohl, aber wofür oder wogegen kann man nicht einmal ahnen. Deutlich wird das nicht nur beim „Weltverbesserer“, in dem sich die Band sogar dazu bekennt, ihre Ziele nicht erreicht zu haben. Aber worin bestehen die? Offenbar vor allem darin, dass man nicht bereit ist das zu tun, was andere von einem wollen. Über diesen pubertären Ansatz hinaus erfahren wir nichts. Noch stärker wird das in „Zeichen der Zeit“. „Ihr marschiert mit euren Fahnen,“ heißt es dort. „Seid ängstlich und verwirrt. Hört auf führende Gestalten.“ Ob hier aber nun ein Pegida-Mitläufer auf einen Grünen eindrischt, oder ein AntiFa-Kämpfer auf einen AfDler kann man nicht mal ahnen.

Punk-Fans der alten Schule dürften mit Des Kaisers neue Lieder also wohl kaum was anfangen können. Aber wahrscheinlich ist das auch die Zielgruppe der Österreicher nicht. Die Punk-Attitüde ist bei ihnen so politisch, wie das Che Guevara T-Shirt, das bei H & M im Regal liegt.

Wiens No. 1 sind ganz schlicht und ergreifend eine Party-Band – und als solche machen sie ihre Sache einfach nur gut. Die Leck-mich Attitüde des Punk wird mit der Lebensfreude des Ska gekreuzt und dann wird einfach Gas gegeben. Und da man die Punk-Szene-Polizei eh schon vergrätzt hat, schreckt man weder vor Pop noch vor Schlimmerem zurück. „Leinen los“ erinnert unverschämt an die müde weiße Taube Hanz Hartz. Und ein Stück wie „Auf Wiedersehen“ haben die Hosen schon wesentlich besser gebaut.

Das schraubt die Stimmung aber kaum runter und mit etwas Bier geölt gehen Nummern wie der sehr flotte Ska „Der kleine Bär“ mit seine eher sinnfreien Fun-Text rein wie – ääh – geölt.

Mit Krachern wie „Auf der Suche nach Spaß“, „Schnauze! Voll!“ oder „Leckt uns am Arsch 2.0“ knallt’s jedes Mal in der Zwölf. Und wenn Ferdy Doernberg (Ex-Rough Silk, Axel Rudi Pell) das muntere „Tanz!“ mit Hammond und Trompete aufmischt, ist alle Kritik im Detail vergessen.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Fünf Jungs aus Wien 2:52
2 Auf der Suche nach Spaß 3:08
3 Tour durchs Leben 3:04
4 Spontane Party 3:05
5 Schnauze! Voll! 3:45
6 Freundschaft 2:58
7 Weltverbesserer 3:34
8 Leckt uns am Arsch 2.0 2:29
9 Zeichen der Zeit 3:43
10 Leinen los 3:15
11 Guten Flug 3:24
12 Tanz! 3:03
13 Der kleine Bär 2:43
14 Auf Wiedersehen 3:19

Besetzung

Stefan Putnik (Voc)
Steve Destiny (B, Back Voc)
Krunoslav Barta (Git)
Gerwin Heller (Git, Back Voc)
Ivo Renato Goncalves Matos (Dr)

Gäste:
RG Kooper (Back Voc)
Ferdy Doernberg (Hammond, Akkordeon, Trompete)
Tommy Lee (Voc <12>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger