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Reviews

Jag Panzer

The Deviant Chord


Info

Musikrichtung: Heavy/Power Metal

VÖ: 29.09.2017

(Steamhammer / SPV)

Gesamtspielzeit: 44:52

Internet:

http://www.jagpanzer.com/
https://www.facebook.com/jagpanzerofficial

Die letzten Jahre seit der Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums The Scourge Of Light (2011) waren für Jag Panzer nicht gerade die beständigsten. Zuerst lösten sich die Colorado-Metaller mehr oder weniger frustriert kurz nach der Albumveröffentlichung auf, 2014 stand man wieder auf den Bühnen der Welt - wiedervereint mit Gitarrist Joey Tafolla, mit dem man lange Zeit um die Veröffentlichungsrechte- des Frühwerks stritt. Nicht allzu lange darauf folgt ein großer Dämpfer, als man verkündete, man suche einen Ersatz für Meistersänger Harry „The Tyrant“ Conklin. Allerdings besann sich dieser glücklicherweise recht bald eines Besseren und man machte sich an die Arbeiten eines neuen Albums, das nun erscheint.

Von den Turbulenzen hört man The Deviant Chord glücklicherweise nichts an. Die Band agiert recht gelöst und bietet den Sound für welchen Jag Panzer spätestens seit 1997 steht: kraftvollen und gleichfalls melodischen, amerikanischen Power Metal mit einer gesunden Portion Pathos, teils verspielten Gitarren und dem starken Gesang des Tyrant.

Gleich die ersten beiden Songs „Born Of The Flame“ und „Far Beyond All Fear“ klingen ziemlich typisch und wissen von Sekunde 1 an zu gefallen, auch wenn die Chose vielleicht ein wenig vorhersehbar klingt. Der Fan fühlt sich auf jeden Fall zu Hause. Was auffällt, ist das Gitarrenspiel von Joey Tafolla: melodiös und in den Soli ähnlich sportlich (oder böswillig: kraftmeierisch) wie sein Nachfolger bzw. Vorgänger Chris Borderick. Dafür zeigt sich Harry Conklin mal wieder von seiner besten Seite. Mit dieser Stimme veredelt er so manchen Track, der sonst vielleicht etwas blass wäre wirken („Divine Intervention“) oder im Kitsch ertrinken würde („Long Awaited Kiss“).

Im Großen und Ganzen ist das Songwriting aber ansprechend und bietet mehr als nur Dienst nach Vorschrift. Zackigen Headbanger-Stoff der guten Sorte gibt es mit „Blacklist“ und „Fire Of Our Spirit“, das aus dem Midtempo-Bereich mal richtig ausbricht. Von einer mystischen, leicht epischen Seite zeigt man sich mit dem Titeltrack „The Deviant Chord“, noch etwas balladesker mit dem sehr melodischen, schon fast hymnischem „Long Awaited Kiss“, während „Salacious Behaviour“ ausgelassen rockig nach vorne geht. Am ungewöhnlichsten klingt das gecoverte Traditional „Foggy Dew“. Zuerst wie eine ruhige Ballade, dann pathetisch im folkigen Metalgewand. Der im Vorab präsentierte Song sorgte nicht überall für Wohlwollen. Im Albumkontext funktioniert er allerding gut.

Mit „Dare“ endet ein Album das einem nicht gerade beim ersten Hören ins Gesicht springt, mit der Zeit aber immer besser gefällt. Anfangs erscheint einem der Sound auch etwas komisch. Zwar zeitgemäß, aber ungewöhnlich dumpf (Gesang!) und mit prominent hervorgehobenem (ich möchte schon fast sagen aufdringlichen) Schlagzeug. Rikard Stjernquist trommelt natürlich in seinem eigenen Stil wieder super und dynamisch. Aber manchmal ist es zu viel. Aber einen gewissen Makel muss man wohl überall finden…



Mario Karl

Trackliste

1Born of the Flame4:00
2 Far Beyond All Fear3:49
3 The Deviant Chord5:37
4 Blacklist4:19
5 Foggy Dew3:20
6 Divine Intervention3:30
7 Long Awaited Kiss6:16
8 Salacious Behaviour4:07
9 Fire Of Our Spirit4:37
10 Dare5:17

Besetzung

John Tetley (Bass)
Mark Briody (Gitarre, Keyboards)
Harry "The Tyrant" Conklin (Gesang)
Joey Tafolla (Gitarre)
Rikard Stjernquist (Schlagzeug)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger