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Reviews

Vivaldi, A. (Temmingh)

Blockflötenkonzerte


Info

Musikrichtung: Barock

VÖ: 15.09.2017

(ACCENT / Note 1 / CD / 2017 / Best. Nr. ACC 24332)

Gesamtspielzeit: 68:26

Internet:

Stefan Temmingh

FLORALE MUSTER

Für Vivaldi-Concerti gilt ja immer ein bißchen der gute, alte Werbespruch aus dem Waschmittel-Sektor: „Da weiß man, was man hat.“ Oder, wenn man's eher politisch mag: „Sie kennen mich.“ – Will sagen: Man kann sich virtuos-eleganter Unterhaltung auf hohem Niveau gewiß sein, ohne unangenehme Überraschungen befürchten zu müssen. Das gilt auch für seine sechs Blockflötenkonzerte, die zwischen wehmütig-sanglichen Momenten und extrem virtuosen, tänzerisch beschwingten Passagen changieren.

Dies beschreibt zugleich die Tücken eines entsprechenden Programms: Es ist alles andere als leicht, eine solche CD so abwechslungsreich zu gestalten, dass die Aufmerksamkeit des Hörers erhalten bleibt. Die Blockflöte als Solo-Instrument mit ihrer eher monochromatischen Farbgebung verschärft das Problem sehr schnell.

Star-Flötist Stefan Temmingh hat mehrere Mittel gefunden, um der Gefahr von Eintönigkeit und Langeweile entgegenzuwirken: Zum einen demonstriert er auf drei unterschiedlichen Flöten temporeich und mit opulenten Verzierungen immer wieder wahrhaft atemberaubende zirzensische Kunststückchen, die einen häufig denken lassen: „Nein, was alles möglich ist!“ Zum anderen hat Temmingh für jedes der Concerti eine andere Art der Basso-Continuo-Besetzung gewählt, was zu einer je eigenen Atmosphäre beiträgt.

Überdies versteht Temmingh diese sechs Concerti als Mini-Opern. Er macht aus ihnen mit viel Fantasie und kreativem Gespür nachträglich eine Art Programmmusik, unterlegt ihnen gedanklich szenische Inhalte und verrät diese dem Hörer auch im Booklet-Text. Das ist natürlich höchst subjektiv, im Grunde aber nichts anderes, als das, was ohnehin jeder Musiker tut, da der Mensch nun einmal auch bei Musik letztendlich immer in Bildern denkt. Ein ehrlicher Ansatz also, der im tönenden Ergebnis absolut schlüssig ist – wenngleich die Bilder, die dabei wiederum im Kopf des Hörers entstehen, gänzlich andere sein mögen.

Nicht ganz so schlüssig und eher geschmäcklerisch erscheint hingegen die Idee, die Concerti durch zwischengeschaltete Präludien von Johann Sebastian Bach voneinander abzusetzen. Natürlich bilden diese willkommene Ruhepole und in ihrer Ernsthaftigkeit und Komplexität sowie ihrem geistlichen Bezug einen herben Kontrast. Sie wirken hier aber letztlich etwas verloren im Meer expressiver Aufgeregtheiten und virtuoser Brillanz.

Dennoch alles in allem und nicht zuletzt auch dank des souveränen Auftritts des Orchesters Capricornus Consort Basel eine unterhaltsame, im Sinne des Covers farbenreiche und prachtvoll blühende Interpretation.



Sven Kerkhoff

Trackliste

1 Liebster Jesu, wir sind hier BWV 731 01:52
2-4 Concerto G-Dur, RV 312 07:51
5 Präludium F-Dur, BWV 854 01:23
6-8 Concerto F-Dur, RV 442 09:34
9 Ach, was soll ich Sünder machen, BWV 770 01:08
10-12 Concerto e-moll, RV 445 10:01
13 Kommst du nun, Jesu, vom Himmel BWV 650 03:07
14-16 Concerto C-Dur, RV 444 08:54
17 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 639 01:36
18-20 Concerto C-Dur, RV 441 11:38
21 Alle Menschen müssen sterben, BWV 643 01:19
22-24 Concerto G-Dur, RV 443 10:03

Besetzung

Stefan Temmingh: Blockflöte

Capricornus Consort Basel

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger