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Reviews

Focus

Focus 8.5 / Beyond the Horizon


Info

Musikrichtung: Progressive

VÖ: 08.07.2016

(Cherry Red / Rough Trade)

Gesamtspielzeit: 46:46

Sind das nun wirklich Focus? Da kann man bei Bands mit stark wechselnden Line-Ups ja oft trefflich drüber streiten. Focus 8.5 / Beyond the Horizon facht den Streit mit den knappen Liner Notes zusätzlich an. Dort heißt es auf der einen Seite, dass im Line-Up dieses Albums mehrere frühere Focus Mitglieder, unter ihnen Thijs van Leer und Pierre van der Linden, auftauchen; auf der anderen, dass alle Tracks bislang unveröffentlichte Kompositionen von Focus-Mitgliedern oder vom Produzenten Marvio Ciribelli seien.

Ein genauerer Blick in die Line-Ups, die nicht für das gesamte Album, sondern für jeden Track extra angegeben werden, verstärkt den Eindruck. Thijs van Leer und Pierre van der Linden tauchen auf, aber nur bei drei Stücken gemeinsam. Bei „Rock 5“ ist sogar keiner von ihnen beteiligt.

Aufgenommen wurden diese nun wohl erstmals veröffentlichten Stücke 2005 während der Südamerika-Tour der wiedervereinigten Band, was dazu führt, dass auch eine Reihe brasilianischer Musiker mitwirken.

Musikalisch ist Focus 8.5 / Beyond the Horizon ein Gemischtwarenladen. Es dominieren jazzig angehauchte Prognummern, die durch Thijs van Leers Querflöte oft einen folkigen Jethro Tull Touch bekommen. In der Regel haben die Stücke einen Jam-artigen Charakter. Stellenweise ist man versucht eher von Ideensammlungen als von ausgearbeiteten Stücken zu sprechen, was aber nicht zu Lasten des Hörvergnügens geht. Lediglich die beiden letzten Stücken kann man gut weg skippen. „Surrexit Christus“ ist schlicht langweilig. „Talking Rhythms“ ist ein redundantes Schlagzeug-Duo-Solo; bzw. im zweiten ein Schlagzeuger-Solo, weil Pierre von der Linden und Marcio Bahia sich hier nicht mehr mit ihren Instrumenten, sondern mit den Stimmen duellieren. Soll wohl witzig sein!

Stilistisch eigene Dinger sind „Hola, cómo estás?“, ein Rhythmiker zwischen Blues und lateinamerikanischen Sounds und das softe „înalta“, das eher im Unterhaltungsorchesterbereich zwischen Max Greger und Martin Böttcher verwurzelt ist und durch Marvio Ciribelli jazziges Pianospiel und erneut die Querflöte an den Focus-Kosmos angebunden wird.

Wer auf einen „Hocus Pocus“-Nachfolger, oder einen neuen Überflieger-Song wartet, wird enttäuscht. Ansonsten lässt sich das Album gut hören.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1 Focus Zero (10:24)
2 Hola, cómo estás? (4:59)
3 Rock 5 (7:17)
4 Millenium (7:26)
5 înalta (5:38)
6 Talking Rhythmus (5:31)
6.1 a. Conversations of Drums
6.2 b. Conversations of Drummers
7 Surrexit Christus (5:35)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger