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Reviews

Well, Matthias

Funeralissimo


Info

Musikrichtung:

VÖ: 01.09.2017

(Genuin / Note 1 / CD / 2017 / Best. Nr. GEN 17486)

Gesamtspielzeit: 54:04

Internet:

Matthias Well

Agentur-Homepage

LEBENDIGE TRAUER

Auf so eine Idee muss man als frisch gekürter Träger des Fanny Mendelssohn Förderpreises auch erst einmal kommen: Da stellt sich die junge Violinist Matthias Well dem breiteren Publikum auf seiner Debüt-CD ausgerechnet mit Trauermusiken aus aller Welt vor. In einer Zeit, die von der Trauer möglichst wissen und mitbekommen will, ist ein solches Konzeptalbum auf jeden Fall mutig zu nennen.

Das Spektrum der Stücke und Bearbeitungen, die Well gemeinsam mit seiner Schwester Maria Well am Cello und dem Akkordeonisten Zdravko Zivkovic vorstellt, ist breit: Vom volkstümlichen Repertoire (Allerseelen Jodler, irische/schottische/amerikanische Volkslieder) über (Toten-)Tänze aus Indonesien, dem Balkan und Afrika bis hin zu Stradella, Bach und Piazzolla. Das erweist sich zum einen als geschickt, weil es die Bandbreite des Könnens von Matthias Well zeigt, der es ebenso versteht, durch Virtuosität zu beeindrucken als auch durch ausdrucksvoll, empfindsames Spiel für sich einzunehmen. Zum anderen ist die Zusammenstellung trotz aller Beliebigkeit stimmig, zumal die Bearbeitungen eher diskret als effekthascherisch ausfallen, so dass es statt eines larmoyanten Einheitsbreies viel zu entdecken gibt.

Vor allem viel darüber, wie unterschiedlich der Umgang mit Trauer und Tod sein kann, wie viele Farben auch die Traurigkeit hat und wie stark sie dennoch die Menschen über die Grenzen von Zeiten und Kulturen hinweg als Erfahrung verbindet. Well lässt dabei – erstaunlich reif und sensibel – die Musik das Unsagbare ausdrücken.



Sven Kerkhoff

Trackliste

Allerseelen Jodler (Alpenland)
Anonymous: Turceasca (Tanz aus dem Balkanraum)
Alessandro Stradella: Aria di Chiesa, "Pietà Signore"
Traditional: Irish Tune from County Derry (Danny Boy)
Traditional: Raga (Indische improvisation)
Traditional: Bonnie At Morn
Rubén B. Calderón: Lamento Mexicano
Johann Sebastian Bach: Violin Sonata No. 2 in A Minor, BWV 1003
Rezs&#337; Seress: Gloomy Sunday, "Hungarian Suicide Song"
Alexander F. Müller: Hede Nyuie (westafrik. Totentanz)
Reinhold Glière: 8 Pieces for Violin & Cello, Op. 39 No. 3, Berceuse
Ciprian Porumbescu: Balada, Op. 29
Dort oben, vor der himmlischen Tür (Deutsches Volkslied)
Mathias Rehfeldt: Totentanz nach Motiven eines indonesischen Totenrituals St. James Infirmary (Nordamerikanisches Volkslied)
Sulkhan Tsintsadze: 12 Miniatures No. 5, Suliko
Ástor Piazzolla: Oblivion

Besetzung

Matthias Well: Violine
Maria Well: Violoncello
Zdravko Živkovi&#263;: Akkordeon

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger