····· Auf Album Nummer Fünf interpretiert Markus Kohl seine Klassiker neu ····· Nach den Studio-Alben werden nun auch ein Best of- und ein Live-Album von Pink Floyd auf Vinyl widerveröffentlicht ····· Für ihre Frühjahrs-Tour haben J.B.O. die Wiener Rammelhof als Support bestätigt ····· Europe zeigen neues Video ····· Die Erfurter Traditionsmetaller Macbeth rereleasen ihr zweites Demo als Vinyl-EP ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Tim Blake

Crystal Machine


Info

Musikrichtung: Electronic Space Rock

VÖ: 31.03.2017 (1977)

(Esoteric / Cherry Red / Rough Trade)

Gesamtspielzeit: 47:55

In der ersten Hälfte der 70er war Tim Blake Mitglied von Gong; am Ende des Jahrzehnts war er bei Hawkwind. In den Jahren dazwischen hat er zwei Solo-Alben aufgenommen, die im März 2017 erschienen sind und in dieser und der nächsten Ausgabe besprochen werden.

Da ich um das Engagement von Blake bei den beiden genannten Acts wusste, hatte ich mich auf ein anstrengendes Hörerlebnis vorbereitet, das so nicht kam. (Free) jazzige Verästelungen oder psychedelisches Abdrehen sind sein Ding offenbar nicht – oder er hat das bei den anderen Bands genug austoben können.

Crystal Machine ist eines der besten Beispiele für elektronische Synthesizer-Musik Ende der 70er Jahre. Es probiert die Reize der neuen Klangerzeuger aus, ist dabei aber zumindest teilweise noch den Strukturen regulärer (Rock)musik verhaftet. Mit einschläfernder Ambient- oder Wellness-Electronic hat das nichts zu tun.

Ganz typisch ist das eröffnende „Midnight“. Die Keyboards gestalten im Hintergrund eine leicht rhythmische Basis. Davor weben die Synthesizer akustische Vorhänge, die sich wie von sanftem Wind bewegt nur langsam verändern, dabei aber dynamisch immer stärker und lebendiger werden. Ähnlich gibt sich die „Synthese intemporel”, das längste Stück des Albums.

Man fühlt sich wie über dem Meeresgrund, der von den Percussion-Instrumenten dargestellt wird. Darüber schweben Synthesizer, die sich wie spiralförmige Algen im Wasser drehen und dabei langsam zum Himmel schweben.

Daneben iefert „Metro / Logic“ noch eine etwas vertracktere Rhythmik. Ganz aus dem Rahmen fällt „Surf“, das dem Album in dieser Edition als Bonus beigegeben ist. Es gelingt Tim Blake mit diesem Titel tatsächlich eine Art elektronischen Beach Boys-Sound zu kreieren.

Schick!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Midnight 6:25
2 Metro / Logic 6:28
3 Last Ride of the Boogie Child (Seasalter free Festival 1976) 7:56
4 Synthese intemporel (Le Palace Théâtre Paris, 18.2.1977)15:40
5 Crystal Presence 2:10
6 Surf (Bonus Track) 3:47
7 Synthese intemporel I (Bonus Track) 3:21
8 Synthese intemporel II (Bonus Track) 2:20

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger