····· Auf Album Nummer Fünf interpretiert Markus Kohl seine Klassiker neu ····· Nach den Studio-Alben werden nun auch ein Best of- und ein Live-Album von Pink Floyd auf Vinyl widerveröffentlicht ····· Für ihre Frühjahrs-Tour haben J.B.O. die Wiener Rammelhof als Support bestätigt ····· Europe zeigen neues Video ····· Die Erfurter Traditionsmetaller Macbeth rereleasen ihr zweites Demo als Vinyl-EP ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Boris

Dear


Info

Musikrichtung: Doom, Drone, Psychedelic

VÖ: 14.07.2017

(Sargent House)

Gesamtspielzeit: 69:06

Internet:

http://www.borisheavyrocks.com
http://www.facebook.com/borisheavyrocks

Fan des Japan-Trios Boris zu sein ist entweder ziemlich schwierig oder einfach genial. Denn langweilig wird es bei ihr wohl kaum und die Überraschung ist jedes Mal groß, was einem die Band serviert. Ob Garage Rock, Noise und Experimental, Alternative, Dreampop, Postrock, Drone und Doom, Psychedelic oder Ambient - nur eines ist sicher: „normal“ wird es nicht.

Dieses Mal schlägt das Pendel ziemlich Richtung Doom- und Drone-Sounds aus - mit den üblichen Blicken links und rechts. Trotz verarbeiteter Zeitlupenriffs ist Dear allerdings kein klassisches Doom-Album. Dafür sind Boris doch zu speziell. „D.O.W.N. -Domination of Waiting Noise-“ ist eine gute Einführung in Platte. Seltsam und doch interessant. Ein Kollege verglich das Ganze mit „Sunn O))) meets Deftones“ und liegt damit nicht ganz falsch. „Deadsong“ zieht einen noch etwas weiter hinunter ins Dunkel mit seinen fast unhörbar tiefen Riffs und dem rohen Sound. Die Welt um einen herum entschleunigt von jetzt auf gleich.

Trotz des Grundsounds bleibt das Album abwechslungsreich. Jeder Song steht dabei etwas für sich. Aus dem getragenen Tempo bricht man vor allem mit dem schweren, Sabbath-lastigen „Absolutego“ aus. Der Gegenpol dazu ist das verträumte „Beyond“, das mit seinem weiblichen Gesang Shoegaze-Feeling verbreitet und an die Platte Attention Please erinnert, bevor sich die Nummer mit einer satten „Wall of Sound“ in luftige Höhen schraubt. Das melodischte Stück stellt das ätherische „Biotope“ dar, dessen absoluter Kontrast das zeremonielle Instrumental „The Power“ sowie das wehklagende „Memento Mori“ ist, welches zum Doom mit Synth-Flächen ein sphärisches Flair eingehaucht bekommt. Zum Ende hin folgt dann das Highlight „Distopia Vanishing Point“, das sich zuerst dem Postrock hingibt, bevor es am Schluss aufbricht und sich in einen breitbeinigen, mitreißenden Rocksong verwandelt.

Anstrengend und interessant, verträumt und monolithisch doomig - diese Gegensätze gehen bei Dear Hand in Hand und sorgen dafür, dass das Album besonders mit den songorientierten Stücken gefällt. Auch ohne, dass sich die Band damit neu erfinden musste.



Mario Karl

Trackliste

1D.O.W.N. -Domination of Waiting Noise-6:05
2 Deadsong6:42
3 Absolutego4:55
4 Beyond6:39
5 Kagero5:33
6 Biotope5:32
7 The Power7:40
8 Memento Mori4:48
9 Distopia Vanishing Point11:50
10 Dear9:22

Besetzung

Takeshi Ohtani: Bass, Guitars, Vocals
Wata: Guitars, Vocals
Atsuo Mizuno: Vocals, Drums

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger