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Reviews

Styx

The Mission


Info

Musikrichtung: AOR / Classic Rock

VÖ: 16.06.2017

(Universal)

Gesamtspielzeit: 42:07

Internet:

http://www.styxworld.com

Die Vorankündigungen waren begeistert – nicht nur die von den Promotern. Da ist das selbstverständlichen. Auch die Kollegen der schreibenden Zunft, die schon früh ein Ohr riskieren durften, waren des Lobes voll. Und das vorab veröffentlichte Video zu „Gone gone gone“ lies die Bäume der Hoffnung in den Himmel wachsen. Ein kräftiges Power-Pack, das die alten Herren in wahrhaft jugendlicher Frische zeigt.

Geliefert wird ein Konzeptalbum in angenehmer Vinyl-Länge, das von einer (natürlich fiktiven) Mars-Mission erzählt, deren Vorbereitungen im Juli 2017 beginnen und die 2033 startet. Das gesamte Booklet ist so gestaltet, als sei es ein Dokument, das das „Styx global Space Exploration Programm“ am 7. Juli 2017 für den internen Gebrauch erstellt hat.

Und ein wenig wie ein Weltrumprojekt entwickelt sich das Album dann auch. Es erregt beim Start massiv Aufmerksamkeit, verschwindet während seines Verlaufs weitgehend aus dem Blick der Öffentlichkeit, um bei Erreichen des Ziels noch einmal kurz in die Nachrichten zu kommen. (Okay, das Bild hinkt – wie jedes Bild. Sollte es tatsächlich einmal eine bemannte Mars-Mission geben, wird das Interesse wahrscheinlich etwas andauernder sein.)

Um zu The Mission zurückzukehren. Nach dem wirklich packenden „Gone gone gone“ kommt ein Song, der gut in der (europäischen) Styx Tradition (1979 – 83) steht, dort aber eher ein Füllstück gewesen wäre, und eine Hymne, die gut auf Paradise Theater gepasst hätte. Und spätestens dann kommt der Moment, in dem die Mars-Mission aus den Schlagzeilen gerät. Ein blasser Song reiht sich an den anderen, eine belanglose Hymne folgt der nächsten. Selbst wenn bei „The greater Good“ mal ein deutlich erkennbarer Refrain existiert, ist der schnell wieder vergessen. Ja, und dann erreicht die Khedive, wie das Mars-Raumschiff genannt wird, das Ziel und mit „The Outpost“ gibt es noch mal einen halbwegs knackigen Rocker, der nach der langen Durststrecke doppelt wirkt (direkt neben „Gone gone gone“ klänge er eher blass) – und „Mission to Mars“ beendet das Projekt sanft.

Ansätze für Fans sich The Mission schön zu hören, gibt es fraglos. Letztlich wirkt das Ganze aber wie ein lauer Aufguss von Paradise Theater (übrigens auch ein Konzeptalbum) mit einem Single-Kandidaten, der bei weitem nicht an die Klassiker der Band heran reicht.

Dazu passt übrigens die Gestaltung des Booklets. Es stecken nette Ideen drin. Das Coverbild selbst ist (man muss nur genau hinsehen) eine Mischung aus Plattenteller mit Tonarm und Bullauge. Und auch die Aufmachung als Missionsdokument icl. Echtfoto vom Mars hat seinen Reiz. Leider ist die Umsetzung dilettantisch. Die Außenhülle des Booklets ist kleiner als die Innenseite. Das Ganze sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt. Und das Booklet ist viel zu dick für den Jewelcase. Spätestens nach dem ersten Ansehen und wieder Einstecken sind die Ecken beschädigt und aufgerissen. Schade um die Mühe!

Meine Vermutung: Styx-Fans werden sich das Teil zulegen, einige Male anhören und dann wird es auf Dauer neben den Scheiben der 90er und 00er Jahre im Regal verstauben. Die Fans in Europa werden sich stattdessen wieder einmal dem hiesigen Hit-Triple (Cornerstone, Paradise Theater und Kilroy was here) zuwenden, und die Amis werden zusätzlich die Scheiben der zweiten Hälfte der 70er abstauben. Und dann war The Mission am Ende doch zu etwas gut.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Overture 1:23
2 Gone gone gone 2:08
3 Hundred Million Miles from Home 3:39
4 Trouble at the big Show 2:31
5 Locomotive 5:03
6 Radio Silence 4:18
7 The greater Good 4:10
8 Time may bend 2:31
9 Ten Thousand Ways 1:22
10 Red Storm 6:05
11 All Systems stable 0:17
12 Khedive 2:04
13 The Outpost 3:52
14 Mission to Mars 2:43

Besetzung

Tommy Shaw (Git, Mandoline, Voc)
James Young (E-Git, Voc)
Chuck Panozzo (B)
Todd Sucherman (Dr, Perc)
Lawrence Gowan (Keys, Voc)
Ricky Phillips (B)

Gast:
Will Evankovich (Synth, Git)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger