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Reviews

Aidan Baker

The sea swells a bit


Info

Musikrichtung: Ambient / Contempary Music

VÖ: 15.03.2015

(Ici d´ailleurs / Mind Travels)

Gesamtspielzeit: 73:57

Internet:

http://www.icidailleurs.com
https://aidanbaker.bandcamp.com/&#8206;
https://brokenspineprods.wordpress.com/

Aidan Baker ist ein kanadischer Musiker, Komponist, Multiinstrumentalist und Autor. Der1974 geborene Baker arbeitet in seinem Solowerk eine schwer zu definierende Musik aus. Die schwergewichtigen Soundscapes entstehen aus dem übereinanderlegen verschiedenster Instrumente mit Einflüssen aus Elektronik, Space Rock, Post Rock aber auch Drone und Metal. Sein immenser musikalischer Output als Solist aber auch mit anderen Musikern zusammen lässt sich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Aidan_Baker nachlesen.

Das hier vorliegende Soloalbum, ein Vinyl-Doppelalbum, trägt den Namen The Sea swells a bit was die Musik sehr gut umschreibt. Erstmals erschienen ist dieses übrigens bereits 2006. Das eröffnende, wie alle anderen Stücke auch Seiten füllende Titelstück, ist ein langsam vor sich hin kriechendes Monument. Langsam bauen sich die dröhnenden Bässe auf, klackernde Geräusche erfüllen die Szenerie mehr und mehr und ein dröhnender Bass startet scheinbar unauffällig, um sich langsam zu einem angenehmen betörenden Drone zu entwickeln. Die Sounds kreisen um den Hörer und fangen ihn ein, umschwirren ihn. Ich möchte dieses Stück mal als Drone-Ballade bezeichnen, Sunn O))) ohne offensichtliche Gitarren und ohne Aggression. Betörend schöne 20 Minuten.

Das direkt einfließende "When Sailors die“ startet mit Spacerock-Schlagzeug und Perkussion, treibend, aber doch schwebend. Fette Bässe tauchen auf und treiben die ebenfalls aufziehenden, kreisenden Keyboardflächen voran. Hier kommen Erinnerungen an das letzte Electric-Orange-Album hoch. So arbeitet sich das Stück mit den stoischen Bass und Schlagzeug-Rhythmus langsam in immer spacigere Sphären mit Droneelementen.

“Davey Jones Locker“ startet mit Akustikgitarre und anschwellenden Sounds. Die Gitarre erinnert an frühe Pink Floyd (68 – 72), Postrock und durchaus auch Folk. Über de Gitarre breiten sich Sounds und Drones aus, die eine dunkle Psychedelik erzeugen. Durch die Gitarre fühlt es sich melodisch und warm an (ebenso durch den sanften Bass), die Sounds spielen eine andere Note. Dann mischt sich ein rockiges, im Midtempo kräftig arbeitendes Schlagzeug ein, dunklere Drones tauchen auf und die akustische Gitarre wird nach und nach von einer psychedelischen elektrischen Gitarre abgelöst bzw. übertönt. Dieses Stück arbeitet näher an traditionellen Rockschemen und klingt doch nicht nach Rock. Psychedelik-Folk-Drone? Ich finde keinen Namen für dieses Stück.

Man sollte dieses Werk definitiv mit Kopfhörern genießen, da man sonst die vielen Feinheiten, die vielen übereinander geschichteten Sounds und Instrumente gar nicht wahrnehmen kann. In dem oberflächlich gehörten Soundbrei stecken so viele Details, die man auch beim zehnten Hören noch nicht erkannt hat.

Sehr spannend ist auch der Bonustrack, eine Live-Version des Titelstückes. Hier startet der Künstler mit klaren Gitarrenakkorden, wummernden Bass und quietschenden Seiten. Das elektronische Dröhnen wird durch flirrende elektronische Gitarrenloops ersetzt und so entsteht ein lichteres, eher dem Postrock verbundenes Stück, das aber auch nicht weniger wuchtig ist. Zum Ende arbeiten sich die schwebenden Geräusche und Instrumente immer weiter nach vorn, insgesamt schließt die Liveversion etwas erdiger und doch hymnischer als die Studoversion.

Wie eingangs geschrieben: The sea swells a bit ist ein Monstrum, und etwas vergleichbares in dieser Wucht und Vielfalt habe ich bis her noch nicht gehört. Für Freunde von Sounds wie Electric Orange, The Flaming Lips, Godspeed You! Black Emperor und wohl auch Sun O))) mehr als empfehlenswert.



Wolfgang Kabsch

Trackliste

1The Sea swells a bit20:55
2 When Sailors die17:30
3 Davey Jones Locker15:55
4 The Sea swells a bit live 19:37

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger