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Reviews

Dave Gahan

Paper Monsters


Info

Musikrichtung: Rock / Pop

VÖ: 02.06.2003

(Mute)

Gesamtspielzeit: 48:07

Was hat man zu erwarten, wenn ein über 40-jähriger Sänger einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Bands der 80er, der jedoch nie einen eigenen Song veröffentlicht hat und Mitte des vergangenen Jahrzehnts beinahe an einer Überdosis Heroin gestorben wäre, plötzlich seine kreative Ader entdeckt? Diese Frage stellten sich wohl etliche Depeche-Mode-Fans als nach dem Erscheinen der letzten Platte Exciter Gerüchte um ein Soloprojekt Dave Gahans kursierten. Genau genommen hatte Gahan schon für das Album Ultra von 1997 einige Songideen eingebracht, die jedoch von Bandkollege Martin Gore abgelehnt worden waren, da das Material angeblich nicht zur Band passte.

Mit Hilfe seines Freundes Knox Chandler hat Dave Gahan zehn Songs geschaffen, die in vieler Hinsicht Ähnlichkeit mit den Depeche-Mode-Werken des letzten Jahrzehnts haben, aber dennoch einen eigenen charakteristischen Schliff besitzen. Inhaltlich verarbeitet Dave vorwiegend gescheiterte Beziehungen und Drogenprobleme, doch trotz dieser Thematik ist der Grundton der Platte optimistisch und hoffnungsvoll. Das Tempo der Songs variiert von langsam bis mittelschnell, ein bisschen schade nur, dass kein einziger etwas schnellerer Song auf der Scheibe ist. Der Sound wird durch eine ausgewogene Mischung aus echten Instrumenten und Synthesizern geprägt, die Instrumentierung ist jedoch in den meisten Songs eher zurückhaltend und lässt Daves Gesang den Vortritt. Was eine kluge Entscheidung ist, denn dieser ist auf dieser Scheibe brilliant wie nie zuvor und deckt ein breites Spektrum verschiedener Stimmungen ab, jede Nuance scheint hier absolut stimmig.

Das Album beginnt mit dem Midtempo-Rocker "Dirty Sticky Floors", der auch zugleich die erste Singleauskopplung ist und durch einen treibenden Rhythmus und einen kraftvollen Refrain besticht. Darauf folgen die beiden sehr ruhigen Gitarrensongs "Hold On" und "A Little Piece", die ein wenig an etwas monotonere Stücke auf Exciter (Stichwort "Goodnight Lovers") erinnern. Weiter geht es mit dem Blues-Rock-Stampfer "Bottle Living", auf dem Knox mit seiner Gitarre wieder etwas Krach machen und und Dave seine Mundharmonika-Fertigkeiten demonstrieren darf. In "Black And Blue Again" bleibt es bluesig, hier wird Dave von eindringlichen Bottleneck-Gitarren mit starkem Hall begleitet. Das nächste Stück, die wunderbar sphärische Ballade "Stay", ist gleich ein weiterer Höhepunkt des Albums. Wenn Dave Gahan da "Stay, you can leave tomorrow" säuselt, ist es schwer, dabei nicht ins Träumen zu kommen. Bemerkenswert ist schließlich noch das düstere, verworrene "Hidden Houses", in dem sich Dave textlich mit einer verborgenen Seite seiner Persönlichkeit auseinandersetzt.

Insgesamt kann man Dave Gahan zu einem geglückten Solo-Debüt gratulieren, das sicher einige Schwachstellen aufweist, aber mit genügend hervorragenden Momenten aufwartet, um einen auf mehr Material dieses Herren hoffen zu lassen.

Mit der Special Edition der Scheibe erhält man übrigens noch eine Bonus-DVD mit dem Videoclip zu "Dirty Sticky Floors", zwei Live-Performances (leider von weniger aufregenden Songs des Albums) und einer Fotogallerie.



Linus Stubert

Trackliste

1Dirty Sticky Floors3:32
2Hold On4:17
3A Little Piece5:10
4Bottle Living3:31
5Black And Blue Again5:41
6Stay4:17
7I Need You4:45
8Bitter Apple5:59
9Hidden Houses5:01
10Goodbye5:54

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger