····· Auf Album Nummer Fünf interpretiert Markus Kohl seine Klassiker neu ····· Nach den Studio-Alben werden nun auch ein Best of- und ein Live-Album von Pink Floyd auf Vinyl widerveröffentlicht ····· Für ihre Frühjahrs-Tour haben J.B.O. die Wiener Rammelhof als Support bestätigt ····· Europe zeigen neues Video ····· Die Erfurter Traditionsmetaller Macbeth rereleasen ihr zweites Demo als Vinyl-EP ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Peter Gabriel

New blood


Info

Musikrichtung: Orchester-Artpop

VÖ: 07.10.2011

(Real World Productions / EMI)

Gesamtspielzeit: 77:34

Internet:

http://petergabriel.com

Nach der Cover-CD Scratch my back nun also der nächste Teil des Orchesterprojekts von Peter Gabriel. Statt fremde Lieder komplett auseinander zu nehmen und neu zusammen zu setzen, bekommt man auf New blood Neuinterpretationen seiner eigenen Songs (Besucher der letzten Tour dürften diese schon bekannt sein). Die ausgewählten Stücke kann man allesamt ohne schlechtes Gewissen als Klassiker bezeichnen. Glücklicherweise griff man dabei nicht nur auf Standards wie dem überstrapazierten „Sledgehammer“ zurück, sondern wählte auch ausgefallenere Stücke wie „Intruder“, „Wallflower“ oder „Downside up“.

Wer jetzt ebenso radikale Neubearbeitungen wie auf Scratch my back erwartet, dürfte enttäuscht sein. Denn der Charakter und die Stimmung der Originale wurden grundsätzlich beibehalten. Lieder wie „Red rain“ oder „Solsbury Hill“ erkennt man sogar schon ab dem ersten Ton. Über weite Strecken klingt es, als hätte man einfach das Schlagzeug entfernt und die restliche Instrumentierung durch Orchesterpomp ersetzt. Das wird bei manchen Songs fast etwas zuviel, wie zum Beispiel bei „Digging in the dirt“. Dafür gewinnen andere doch wieder eine neue Gewichtung. Ohne die treibende Perkussion bekommt gerade „Rhythm of the heat“ eine ganz neue Dramatik. „Intruder“ und „Darkness“ klingen sogar ein Stückchen düsterer und gespenstischer.

Sehr schön ist auch, dass der Weltmusikansatz von „San Jacinto“ und dem angenehm tänzelnden „In your eyes“ nicht ganz außen vor gelassen wurde. In diesen Momenten funktioniert der Genre-Clash von New blood wunderbar. Erwähnen sollte man auch noch „Don’t give up“, bei dem die Sängerin Ane Brun den Part von Kate Bush übernimmt. Gerade durch ihre zitterig zerbrechliche Stimme erhält das Lied eine neue Ausstrahlung, an die man sich allerdings erst gewöhnen muss. Ihr Gesang steht auch in vollem Kontrast zu der lieblichen, dünnen Stimme von Gabriels Tochter Melanie, die in der schönen Ballade „Downside up“ und auf „Mercy street“ wieder größere Auftritte hat.

Ob man das Projekt nun für gelungen hält oder nicht, ist am Ende eine recht subjektive Entscheidung. Tatsache ist, dass New blood eine entspannende und schön klingende Platte ist, die trotz der teilweisen Opulenz gerade durch den reifen Gesang von Peter Gabriel noch relativ intim klingt. Vielleicht könnte man sich wünschen, dass der Musiker die Idee hätte noch etwas länger reifen lassen, um sich in Sachen Interpretation noch weiter aus dem Fenster zu lehnen. Eine Berechtigung hat das Album zweifelsohne. Trotzdem würden sich die Fans mal wieder über eine richtig neue Platte freuen!



Mario Karl

Trackliste

1Rhythm of the heat5:41
2 Downside up3:52
3 San Jacinto6:58
4 Intruder5:07
5 Wallflower6:25
6 In your eyes7:13
7 Mercy street5:59
8 Red rain5:15
9 Darkness6:10
10 Don't give up6:40
11 Digging in the dirt4:57
12 The nest that sailed the sky3:54
13 A quiet moment4:48
14 Solsbury Hill4:35

Besetzung

Peter Gabriel (Gesang)
Malanie Gabriel, Ane Brun (Background-Gesang)
The New Blood Orchestra (Musik)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger