Musik an sich


Reviews
Alberta Cross

Alberta Cross


Info
Musikrichtung: Rock, Americana

VÖ: 23.10.2015

(Caroline / Universal)

Gesamtspielzeit: 52:09

Internet:

http://www.albertacross.net
https://www.facebook.com/albertacross


Da war es nur noch einer… Nach dem sich der gebürtige Schwede Petter Ericson Stakee auch dem letzten verbleibenden Mitglied von Alberta Cross entledigt hat, hält er das Ruder nun ganz alleine in der Hand. Stilistisch macht das aber keinen wirklich Unterschied. Alberta Cross stecken nach wie vor nicht bloß knietief im Americana- und Rootsrock-Lager. Man suhlt sich regelrecht darin. Dazu noch etwas mit einer Brise Indierock gewürzt und fertig ist der Sound, mit dem man schon auf den letzten Platten gefiel.

Doch etwas ist dieses Mal anders. Stakee zog sich nach Woodstock in eine zum Studio umgebaute, ehemalige Kirche zurück und jammte wild mit befreundeten Musikern über seinen Ideen. Dabei entdeckte man seine Liebe für neue Klangfarben und man muss sich nicht wundern, dass einem auf dem neuen, selbstbetitelten Album Klänge von Mandoline, Geige, Violine, Flügelhorn und Trompete um die Ohren schwirren.

Der Sound wurde also voluminöser und bunter. Seinem Songwriting an sich blieb Stakee aber treu. Und so gibt es auch hier wieder zwölf Songs voller Pathos - mal laut, dann wieder nachdenklich, einfühlsam und dann wieder polternd. Trotzdem handelt es sich bei Alberta Cross um ein musikalisch relativ gemäßigtes Werk.

Es lebt mehr von seinen feinen Stimmungen, als von den ganz großen Gesten, selbst wenn der Kopf hinter der Gruppe nicht immer die Finger davon lassen kann. „Gost of Santa Fe“ ist ein solches Beispiel. Es ist aber auch ein Beispiel dafür, dass Stakee ein Händchen für feinen Stimmungsaufbau hat. Auf der andern Seite steht das bedächtige von einem perlenden Piano getragene „Easy Street“. Bei „Get up high“ treffen Indie- und Americana-Welten auf angenehme Art und Weise auf einander, während beim knirschend vorgetragenen „Heavy Words“ Neil Young und seine Crazy Horse vorbei schauen.

Am Ende ist Alberta Cross ein angenehmes Erlebnis geworden. Für Fans von den Kings of Leon oder Verehrer von Neil Young gleichermaßen interessant, selbst wenn nicht alles perfekt ist. Alte trifft auf neue Schule - und das ganz ohne Berührungsängste.



Mario Karl



Trackliste
1You'll be fine1:27
2 Ghost of Santa Fe4:15
3 Western State4:43
4 Easy Street3:48
5 Isolation4:13
6 Water Mountain4:39
7 Heavy Words4:23
8 Beneath my love3:32
9 Get up high5:11
10 Shadow of mine5:10
11 Smoky Lake4:24
12 It's you that's changing6:24

 << 
Zurück zur Review-Übersicht
 >>