Musik an sich


Editorial

Ein Musikgeschmack - was ist das eigentlich? Jeder, der mit Musik in irgendeiner Form etwas anfangen kann, hat einen, so viel steht fest.

Doch welcher Anteil des eigenen Musikgeschmacks ist auf die ureigenste emotionale Verbindung zu der gerne gehörten Musik zurückzuführen, und welche Rolle spielen im Verhältnis dazu Erinnerungen und Lebensgefühle, die mit der Musik asoziiert werden? Was haben wir von unseren Freunden und Bezugspersonen übernommen und welcher Teil geht auf mehr oder weniger zufällig "eingeschliffene" Hörgewohnheiten zurück? War es letzten Endes ursprünglich sogar ein berechnendes Image oder eine kühl kalkulierte Marketing-Kampangne, die uns für eine bestimmte Musik begeistert haben?

Die Prägung des eigenen Musikgeschmacks hat bei den meisten von uns vermutlich lange angefangen, bevor wir uns bewusst mit Musik auseinandergesetzt haben - in früher Kindheit, als wir entweder freiwillig oder auch gezwungenermaßen mit der Musik unserer Eltern konfrontiert wurden, durch Berieselung von unzähligen Radiosendern und Musikkanälen, durch die Soundtracks unserer Lieblingsfilme oder durch das Gespräch mit Mitschülern. Im Ergebnis kristallisierte sich aus all diesen Einflüssen sowie der eigenen jahrelangen Hör- (und beim einen oder anderen vielleicht auch Spiel-)Erfahrung etwas Einzigartiges und Besonderes heraus: unser eigener ganz persönlicher Geschmack, der sich trotz vieler bestehender Gemeinsamkeiten mit anderen Musikhörern dennoch immer im einen oder anderen Punkt noch unterscheiden wird; der reift und sich verändert, wenn wir es tun; und der seinerseits wieder die Geschmäcker anderer beeinflussen wird.

Letztlich steht der schier grenzenlosen Vielfalt an Musikgeschmäckern eine ebenso gewaltige Fülle an musikalischen Schätzen gegenüber - auf einer Karte, auf der es für jeden von uns noch immer weiße Flecken und unerforschte Gebiete gibt. Stürzen wir uns also in das Abenteuer ihrer Entdeckung!

Linus Stubert