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Reviews
Hahn, R. (Favre-Kahn)

Klavierwerke


Info
Musikrichtung: Klavier

VÖ: 03.09.2004

Pro Piano Records / Klassik Center Kassel
CD DDD (AD 2003) / Best. Nr. PPR 224538


Gesamtspielzeit: 62:26



TRÄUMEREIEN AUS DEM SALON

Man lasse sich von dem Pastellkitsch des Covers und dem missglückten Foto der Künstlerin bitte nicht abschrecken: Diese Platte mit Klaviermusik von Reynaldo Hahn (1875-1947) garantiert rund 60 Minuten leichten Genuss ohne Reue – musikalisch, interpretatorisch und klangtechnisch.

Geboren in Caracas/Venezuela, kam Hahn im Alter von drei Jahren nach Paris. Seine frühreife musikalische Begabung erfuhr intensive Förderung, mit 14 Jahren veröffentlichte erste Kompositionen. Schon die Werke des Sechzehnjährigen lassen jenen unverwechselbaren Stil erkennen, der den Komponisten als musikalischen Vertreter der Belle Epoque nicht nur in den Pariser Salons berühmt gemacht hat: Da reihen sich verbindliche und eingängige Melodien aneinander, die, in einen duftigen Satz und ebensolche Harmonien verpackt, Eleganz, Charme und Liebenswürdigkeit verbreiten und dabei nie Gefahr laufen, diesen Effekt durch Tiefgang zu mindern.
Hahn verführt den Hörer durch verspielte Walzer und verträumte orientalische Anmutungen. Eine Reihe von weichgezeichneten Künstlerporträts ist durch das literarische Werk Marcel Prousts angeregt (die beiden lernten sich übrigens 1894 kennen und verliebten sich prompt ineinander). Edelkitsch also? – Ja, ganz wunderbarer sogar! Chopin X-light, hier angereichert mit etwas Satie und Ausflügen in den Neoklassizismus (die barockisierende Sonate in C-Dur klingt ganz nach Rameau und Couperin). Wenn man Marcel Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit“ liest, schafft Hahns Musik dazu das perfekte musikalische Ambiente.

Dass man dem Zauber dieser Musik sofort erliegt, ist ein Verdienst des ebenso stilvollen wie geschmackssicheren Spiels von Laure Favre-Kahn. Die Interpretation der 1976 in Arles geborenen Pianistin mischt die zarten Farben von Hahns Musik mit einer erlesenen Anschlagskultur und trägt sie mit leichter Hand auf. Das räumliche, brillante Klangbild lässt keine Wünsche offen.



Georg Henkel



Trackliste
01-11 Premières Valses (1898)
12-15 Portraits de Peintres, d’apres les poésies de Marcel Proust (1896)
16-21 Orient, extrait de l’Album d’un Voyageur (1909)
22-24 Sonatine, en Ut Majeur (1907)
Besetzung

Laure Favre-Kahn, Klavier


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