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Judas Priest

Single Cuts


Info
Musikrichtung: Hard Rock / Metal

VÖ: 19.08.2011

(Columbia / Sony)

Gesamtspielzeit: 70:54

Internet:

http://www.judaspriest.com


Wenige Bands haben eine derartige Bedeutung für den klassischen Heavy Metal, wie Judas Priest. Ihnen zur Seite stehen eigentlich nur Iron Maiden und Motörhead. Insbesondere die Leder-Ästhetik wurde von Rob Halford und seinen Side Kicks geprägt. Mit Single Cuts liegt nun eine Übersicht über die Singles der Bandkarriere von Anfang an bis zum Painkiller Comeback vor und ein Stück darüber hinaus.

Dass man bei einer Metalband-Best of, die 15 Jahre umfasst, eine Besetzungsliste im Booklet abdrucken kann, ist selten und zeigt die Beständigkeit und Verlässlichkeit von Judas Priest. Bei den meisten anderen Bands müssten man den CDs Telefonbuch-artige Booklets beilegen, um alle Musiker aufzuführen, die in einem derartigen Zeitraum ein- und ausgestiegen sind, bzw. wurden.

Hört man sich diese Compilation mit Abstand an, erkennt man im Jahre 1980 einen deutlichen Qualitätssprung.
Zu Beginn bewegen sich die Priester zwischen Hard Rock und Pop, versuchen mit „Diamond and Rust“ mühsam Joan Baez zu covern, klingen bei „Evening Star“ wie ein schwacher Sweet-Aufguss, oder scheinen mit dem stampfenden „Take on the World“ zu versuchen auf den Spuren von John Wakelins „In Zaire“ zu wandeln.

Dann kommen die beiden göttlichen Kracher „Living after Midnight“ und „Breaking the Law“, die weit über den Metal-Fan-Kreis hinaus zur musikalischen Allgemeinbildung gehören sollten.

Im Weiteren kommen mit „You've got another Thing coming” und „Painkiller” zwei weitere Jahrhundert-Songs, sowie ein durchmischtes Programm, mit mehr oder weniger begeisternden Songs, die eher in den Bereich des Hard Rocks, als den des Metals gehören.
Extra erwähnt werden sollten das schleppende an Led Zeppelin erinnernde „A Touch of Evil“, der fesselnde Hard Rock von „Turbo Lover“, der mit etwas Understatement daher kommt und der geile Kracher „Freewheel burning“, der neben „Painkiller“ am ehesten das Metal-Prädikat verdient.

Wer zwischen den Zeilen lesen kann, hat bereits bemerkt, dass Judas Priest nicht zu meinen Leib und Magen Bands gehören. Die geringe Punktzahl bezieht sich aber eher auf die recht lieblose Präsentation mit einem Booklet, das wenig mehr bietet las eine (gute!) Quellenangabe und zwei Seiten werbende Worte zu den Songs.



Norbert von Fransecky



Trackliste
1Diamonds and Rust (1977) 3:26
2 Better by you, better than me (1978) 3:22
3 Before the Dawn (1978) 3:25
4 Take on the World (1979) 3:02
5 Evening Star (1979) 2:53
6 Living after Midnight (1980) 3:12
7 Breaking the Law (1980) 2:36
8 United (1980) 3:31
9 Don't go (1981) 3:19
10 Hot rockin' (1981) 3:04
11 You've got another Thing coming (1982) 4:25
12 (Take these) Chains (1982) 3:06
13 Freewheel burning (1984) 4:25
14 Some Heads are gonna roll (1984) 4:06
15 Turbo Lover (1986) 4:40
16 Locked in (1986) 3:59
17 Painkiller (1990) 6:06
18 A Touch of Evil (1991) 4:15
19 Night Crawler (1992) 4:08
Besetzung

Rob Halford (Voc)
Glenn Tipton (Git)
K.K. Downing (Git)
Ian Hill (B)
Scott Travis (Dr)

Simon Phillips (Ad. Dr)
Les Binks (Ad. Dr)
Dave Holland (Dr)


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