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Reviews
Garbage

Garbage


Info
Musikrichtung: Rock

VÖ: 15.08.1995

(Mushroom Records)

Gesamtspielzeit: 50:51

Internet:

http://www.garbage.com


Garbage, das ist allein schon in der Zusammensetzung des Quartetts keine gewöhnliche Band. Die Herren Vig, Erikson und Marker machten zwar schon lange Musik, allerdings eher mit mäßigem Erfolg, an Bands wie Firetown oder Spooner können sich heute nur noch gestandene Musikexperten erinnern, wenn überhaupt.

Weit erfolgreicher gestaltete sich dann allerings der Rückzug der Drei hinter das Mischpult, Butch Vig produzierte sogar die Meilensteine Nevermind (Nirvana), Siamese Dream (Smashing Pumpkins) und Dirty (Sonic Youth) und war somit nicht unwesentlich am Siegeszug des Grunge anfangs der 90er beteiligt. Doch irgendwann verging den Herren wohl die Lust daran ihre Hintern in den Produzentensessel zu drücken und nach dem Motto "We want to hit the road again" war es an der Zeit, erneut eine Band zu gründen.

Da allerdings keiner der Drei über das passende Alter noch über das notwendige Charisma verfügte (vom Aussehen ganz zu schweigen), musste erstmal Frischfleisch hinters Mikro. Das wurde aus Schottland importiert, hieß Shirley Manson und erwies sich als wahrer Glücksgriff.

Manson, die mit den schottischen Indiebands Goodbye Mr. MacKenzie oder Angelfish bereits über einen recht beachtlichen musikalischen Backround verfügte, passte hier wie die sprichwörtliche Faust auf Auge.

Einige Songs auf Garbages Debut waren bereits vorproduziert, trotzdem konnte sich Shirley Manson noch in Form ihrer Lyrics in das Album einbringen. Apropos Lyrics, diese wirken verschachtelt, düster, surreal und bieten einiges an Interpretationsspielraum.

Natürlich konzentrierten sich die Medien nun erstmal auf Big Vig, schließlich war der Mann ja kein Unbekannter. Doch mit der Zeit ging das Konzept auf, Shirley Manson rückte immer mehr in den Mittelpunkt, die rothaarige Sängerin sorgte mit knappen Röckchen und derben Sprüchen für offene Münder. Ihre Art sich zu präsentieren und das Interesse der Medien auf sich zu lenken ist sicher nicht unschuldig am stetig wachsenden Bekanntheitsgrad der Band. Keine Frage, Garbage, vor allem Shirley Manson, sind interessant, anders, abseits von zusammengecasteten Schönheitsidealen, ungwewöhnlich, freakig, frisch... das hinterlässt Eindruck.
Der erste Schritt war also getan, doch was ist mit der Musik? Wenn die nicht passt, dann hilft alles nichts, soviel dürfte klar sein, doch da braucht man sich bei Garbage keine Sorgen zu machen.

Garbage ist eine Band die sich aus dem Grunge herausbildete, immer noch in dessen Wurzeln verhaftet, aber doch schon etwas mehr am Mainstream orientiert, was keinesfalls schlecht ist.

Melodischer Pop-Rock wird hier geboten, jeder Song ist individuell, wenn auch anfangs gewöhnungsbedürftig. Dezenter Einsatz von zahlreichen technischen Spielereien wechselt sich mit harten Gitarren und Shirley Mansons unglaublicher, dunkler Stimme ab, die den 12 Songs ihre spezielle Note verleiht. Die Songs strotzen nur so vor Innovation, ob nun As Heaven Is Wide oder Vow, das Hörerlebnis ist ungewöhnlich, aber auch unbeschreiblich. Ob tottraurig wie in A Stroke Of Luck oder doch eher verspielt wie in Stupid Girl, dieses Album lässt keine Wünsche offnen und beinhaltet mit Only Happy When It Rains die Garbage Fanhymne schlechthin. Denn ein zu positiver Zeitgenosse sollte man nicht sein, um sich wirklich in dieses doch recht düstere Album hinversetzen zu können.

Wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein Debut handelt, ist es eigentlich kein Wunder, dass der geneigte Hörer hier aus dem Staunen nicht mehr herauskommen wird. Zudem wirkt die Scheibe auch nach fast 10 Jahren noch frisch wie am ersten Tag und das ist etwas, was man nicht oft beobachten kann.



Alexander Koschny



Trackliste
1Supervixen3:55
2Queer4:36
3Only Happy When It Rains3:56
4As Heaven Is Wide4:44
5Not My Idea3:41
6A Stroke Of Luck4:44
7Vow4:30
8Stupid Girl4:18
9Dog New Tricks3:56
10My Lovers Box3:55
11Fix Me Now4:43
12Milk3:53
Besetzung

Shirley Manson: Vocals, Guitar
Steve Marker: Guitars, Bass, Samples and Loops
Duke Erikson: Guitars, Keyboards, Six-String and Fuzz-Bass
Butch Vig: Drums, Loops, Noise and EFX


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