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Sofaplanet - Sternzahl unendlich
(x-cell Records)

Deutschpunk

Man muss nur eine simple und eingängige Melodie schreiben, ein
bisschen Pop und Punk drüberlegen, einen für jeden leicht zu
verstehenden Text und mehrmals das Wort "ficken" hinzufügen und schon
ist der Erfolg garantiert. Ist das das ganze Geheimnis am Erfolg von
Sofaplanets Single? Ja! Leider scheint nicht viel mehr
dahinterzustecken, wie das erste Album eindrucksvoll durch seinen
Mangel an jeglichen Höhepunkten bestätigt.

Um es vorweg zu nehmen: Schmutzige Wörter wird man auf dem Album
vergeblich suchen, der einzige Song dieser Gattung ist "Lieb ficken"
(welch ein Zufall, dass ausgerechnet der als Single ausgekoppelt
wurde). Musikalisch bewegen sich Sofaplanet selbst für
Punkrockverhältnisse (und dabei sind es nicht einmal wirkliche
Punkrocker) auf allerunterstem Niveau, der eingängigste Song ist immer
noch die Singleauskopplung. Die lyrischen Ergüsse scheinen allesamt
nette Schwenks aus dem Leben einer jungen Band zu sein, und da sie
nicht unbedingt vor Tiefgang strotzen kann man sie getrost in die
Sparte "Aha, wen`s interessiert" sausen lassen.

Und so scheint sich eine Band, die die pubertären Anwandlungen
jugendlicher Kids, die der Meinung sind mit dem lauten Abspielen von
kindischen Songs, welche durch so tolle "böse Wörter" wie "ficken"
ihren wahren (und einzigen) Reiz entfalten, Aufmerksamkeit bei Eltern
und Freunden suchen zu müssen, als ein "One-Hit-Wunder" der
allerübelsten Art entpuppt zu haben. Zumindest kann man das hoffen,
und wenn Sofaplanet mal wieder meint ihre kunterbunten Spiel- und
Spaß-Singles auf die Menschheit loszulassen dann doch bitte im
Kinderbereich neben (textlich anspruchsvolleren) "Bands" wie den
Rotznasen und Knallfröschen.
Holger Schnitz

3 von 20 Punkten