Musik an sich


Reviews
Taylor Hawkins & The Coattail Riders

Red light fever


Info
Musikrichtung: (Hard) Rock

VÖ: 16.04.2010

(Shanabelle/RCA/Sony Music)

Gesamtspielzeit: 47:21

Internet:

http://www.taylorhawkins.com
http://www.myspace.com/taylorhawkinsandthecoattailriders


Nachdem sich Kollege und Bandboss Dave Grohl immer wieder bei anderen Projekten verlustiert, tat sich Foo Fighters-Trommler Taylor Hawkins wieder mit seiner eigenen Spielwiese The Coattail Riders zusammen und spielte mit diesen ihren zweiten Langdreher Red light fever ein. Taylor sitzt hier nicht nur hinter der Schießbude, sondern singt seine Lieder auch selbst. Und das sogar mit ziemlich guter, leicht angerauter Stimme, die wie das berühmte Hinterteil auf den Eimer zur Musik passt.

Nach Aufgeregtsein klingt die Platte nicht. Ganz im Gegenteil. Selten hört man ein derart entspannt rockendes Album - ganz wie in den 70ern. Und genau aus dieser Epoche könnte Red light fever auch sein. Hier hatte jemand wirklich Spaß daran, in seiner Plattensammlung zu wühlen und sich daraus sein eigenes Traumalbum zu basteln. Thin Lizzy, Queen, Kiss, ein bisschen Glamrock und was es sonst damals gab und heute als Classic Rock durchgeht. Dabei legen Taylor Hawkins und seine drei Mitstreiter soviel Spiellaune an den Tag, dass man ihnen den freizügigen Griff in die Kiste der Musikgeschichte zu keiner Sekunde übel nehmen will. Gutes Songwriting kommt schließlich nie aus der Mode.

Und das Album hat auch zahlreiche kleine Perlen. Gleich das eröffnende „Not bad luck“ macht mit seiner groovig gespielten Gitarre und den queenartigen Chören im Refrain Spaß. Genauso wie „Way down“, das mehrstimmig gesungen einen Hauch von Glam á la The Sweet mitbringt. Sehr schön gemacht sind auch das leicht melancholische, gemächlich beginnende und später aufpeitschende „Hell to pay“, der fetzige Riffrocker „James gang“, der extrem treibende Abschluss „I don't think I trust you now“, das etwas poppige „It's over“ und „Don't have to speak“, das nicht nur aufgrund der Struktur auch von den alten Queen sein könnte. Auch der Gitarrensound klingt so. Und das nicht ohne Grund. Schließlich zupft Brian May hier auch seine Sechssaitige. Neben ihm ist auch noch sein Bandkollege Roger Taylor und The Cars-Gitarrist Elliot Easton auf „Red light fever“ zu Gast. Dave Grohl sowieso.

Wie man es dreht und wendet, die Platte mit ihren zwölf Songs ist ein richtiger, kleiner Geheimtipp für Rockfans. Egal ob für Altrocker oder auch Hipster. Denn Taylor Hawkins & The Coattail Riders klingen so charmant altmodisch, dass es schon wieder cool ist!



Mario Karl



Trackliste
1Not bad luck3:38
2 Your shoes2:57
3 Way down3:52
4 It's over4:25
5 Hell to pay5:02
6 Sunshine3:37
7 Never enough5:27
8 Hole in my shoe3:59
9 James gang3:39
10 Don't have to speak3:49
11 I can see it now3:19
12 I don't think I trust you now3:37
Besetzung

Taylor Hawkins (Schlagzeug, Gesang)
Chris Chaney (Bass)
Gannin Arnold (Gitarre)
Nate Wood (Gitarre)


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