Musik an sich


Reviews
Sunn O))) & Ulver

Terrestrials


Info
Musikrichtung: Ambient, Drone

VÖ: 03.02.2014

(Southern Lord)

Gesamtspielzeit: 36:02

Internet:

http://sunnulversl.bandcamp.com


Freunde experimenteller Sounds dürften leuchtende Augen bekommen haben, als die Drone-Doom-Spezialisten Sunn O))) und die sich mittlerweile jedem Genre verweigernden Ulver ihre Zusammenarbeit bekannt gaben. Insider wissen natürlich, dass sich bereits 2003 die Wege der beiden Gruppen kreuzten, als Ulver einen Titel der White 1-Sessions produzierten.

Nun also eine EP mit drei Stücken und rund 36 Minuten Spielzeit. Die Entstehung von Terrestrials geht zurück ins Jahr 2008, als Sunn O))) im Studio von Ulver zur Gast waren. Über die Jahre hinweg entwickelte sich das, was man auf dieser Platte zu hören bekommt.

Wer die beiden Bands kennt, dürfte vom Endergebnis nicht wirklich überrascht sein. Der Einfluss aller Musiker ist deutlich heraus zu hören. Bei „Let there be light“ scheint es ganz, als hätten Ulver das Zepter in der Hand gehabt. Die ersten acht Minuten bekommt man nur einen elektronischen, leicht pulsierenden Klangteppich zu hören, aus dem sich aus der Ferne immer wieder eine geheimnisvoll klingende Trompete zu Wort meldet. Ambient der reinsten Form. Doch im letzten Drittel überrascht man mit einem Crescendo mit Bass und Schlagzeug und führt das Ganze zu einem interessanten Ende.

„Western Horn“ ist dagegen anders. Die Drone-Stilistik von Sunn O))) hat man in die Klangästhetik von Ulver verpackt. In den düsteren Soundscapes findet man zarte E-Piano-Klänge genauso wie Geigensounds. Ein beunruhigend Stück Musik, das so unauffällig endet wie es beginnt. „Eternal Return“ erinnert mit seinem Dark-Jazz-Feeling etwas an eine Gruppe wie The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble. Eine mäandernde Gitarre, E-Piano und Geigen bestimmen das Klangbild. Ab der Hälfte schaltet sich aber auch ruhiger Gesang hinzu und verleiht dem Ganzen ein gewisses, ätherisches Flair.

Objektiv bewerten lässt sich Terrestrials nicht. Deswegen entfällt dieses Mal auch die Punktevergabe. Diese Musik muss man erfühlen können, ohne sie groß zu analysieren. Ausgedehnte Kopfhörersessions von Freunden der beteiligten Bands wären angebracht - ebenso von Ambient-Verehrern. Alle anderen staunen mal wieder darüber, wie man sich bloß von solch unauffälligen, relativ melodienarmen Klangschleifen angezogen fühlen kann.

Mario Karl



Trackliste
1Let There Be Light11:42
2 Western Horn9:51
3 Eternal Return14:29

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