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Reviews
Stravinsky, I. u. a. (Rattle u. a.)

Rhythm is it (Soundtrack)


Info
Musikrichtung: Soundtrack

VÖ: 04.11.2005

Berliner Philharmoniker / Naxos
SACD (AD 2003/2004) / Best. Nr. BPH0451


Gesamtspielzeit: 61:00



RHYTHM IS IT – DIE MUSIK DES FILMS

Als wir im Herbst letzten Jahres über das ambitionierte Tanz-Projekt mit 250 Berliner Jugendlichen und den Philharmonikern unter Sir Simon Rattle berichteten, konnte keiner ahnen, dass der daraus hervorgegangene Dokumentarfilm Rhythm is it in Deutschland weit über 250000 Besucher in die Kinos locken würde. Damit gehört er hier zu den erfolgreichsten Filmen des vergangenen Jahres – und er läuft nach wie vor!

Bevor im Sommer 2005 die DVD mit dem Film und der gesamten Produktion von Igor Stravinskys berühmten Ballet Le Sacre du Printemps erscheinen wird, kommt jetzt zunächst der Soundtrack in den Handel. Die SACD enthält neben der nicht besonders umfangreichen Filmmusik eine Gesamteinspielung von Stravinskys revolutionärer Komposition, interpretiert von den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle.
Bei der Uraufführung 1913 provozierte das Werk zunächst einen der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts, bevor es dann recht schnell zu einem Gründungsmythos der Modernen Musik wurde. Das rund halbstündige Ballett über ein „Frühlingsopfer im heidnischen Russland“ leitete die Emanzipation (oder besser: die Remanzipation) des Rhythmus in der klassischen abendländischen Musik ein. Das melodische Material beschränkt sich auf kurze, meist aus der russischen Folklore entlehnte Formeln, die gleichsam die Oberfläche einer über weite Strecken ekstatisch stampfenden und pulsierenden, riesigen Orchestermaschinerie sind. Der große Schlagzeugapparat verwandelt jedes Theater in eine imaginäre Kultstätte.
Die vom Komponisten genau kalkulierte „Barbarei“ der über- und gegeneinander gesetzten Rhythmen und Dissonanzen wird von den Berlinern mit der richtigen Mischung dionysischer Wucht und Präzision dargeboten. Rattle schärft das Profil der Partitur und kostet die elektrisierenden Klangballungen aus, ohne den Bogen zu überspannen. Ebenso weiß er, wie man die Ruhepunkte zu Beginn des 2. Teils spannungsvoll atmen lässt. Seine erste Begegnung mit diesem Stück hatte er als Kind. Noch heute schwärmt von der „weißen Hitze“ dieser Musik, die einen verrückt machen könne. Angesichts seiner Interpretation möchte man sofort zustimmen.
Leider hat man darauf verzichtet, die Abschnitte des Werkes wie sonst üblich in Einzel-Tracks anwählbar zu machen, was unvorbereiteten, jüngeren Hörern das Herantasten an diese Musik nicht gerade erleichtern dürfte.

Die 21 Minuten Filmmusik von Karim Sebstian Elias bieten dagegen kaum mehr als stimmungsvolle leitmotivische Versatzstücke, die auf die Charaktere und Geschichten der drei Protagonisten Marie, Martin und Olayinka zugeschnitten sind. Den Abschluss macht die „Hymne“ des Films, der Rapsong Versteck Dich Nicht! von Wickeds.

Mit ausführlichem und illustriertem Booklet. Für den Stravinsky



Georg Henkel



Besetzung

Berliner Philharmoniker (Stravinsky)
Academy of Berliner Philharmoniker (Filmmusik)

Simon Rattle (Stravinsky)
Gernot Schluz (Filmmusik)


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