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Musik an sich
 
Miles Davis - The Complete In A Silent Way Sessions
Jazz
 

"In A Silent Way" - lange Zeit war diese Platte der Inbegriff des Überganges vom reinen Jazz wie dem Hard Bop des zweiten Quintet, über "Filles De Kilimanjaro" zur elektrischen, zur elektrisierenden Musik, die dem Funk und Rock genauso nahe steht wie dem Jazz: Fusion.

Nun aber - es hat beinahe 35 Jahre gedauert - liegt eine Box vor: THE COMPLETE IN A SILENT WAY SESSIONS.

Die Kraft, die Wichtigkeit der Musik war allen klar, doch wie aufschlußreich gerade diese Zusammenstellung sein würde, hat sicher niemand geahnt.

CD1 beginnt mit zwei Tracks von "Filles de Kilimanjaro", "Mademoiselle Mabry" und "Frelon Brun" ... ersteres eine Hommage sowohl an Jimi Hendrix, was vor allem an bestimmten Akkordfolgen zu hören ist, als auch an Betty Mabry, Davis' Freundin, die unter dem Namen Betty Davis einige großartige Funkalben aufgenommen hat, die sich durchaus mit Prince vergleichen lassen, jedoch nicht sehr beachtet wurde, einfach, weil sie ihrer Zeit weit voraus war.

Was soll ich schreiben?
Daß dieses Set das Beste ist, was ich in meinem Leben an Jazz gehört habe?
Daß diese Aufnahmen alle anderen Miles Davis Platten um Längen übertreffen? - Sowohl "Bitches Brew", als auch "Tutu", als auch "We Want Miles", als auch "Porgy And Bess". (Einzig "Kind Of Blue" bildet eine Ausnahme)

Das alles hat vor allem einen Grund: Diese Musik ist hörbar; sie ist komplex und doch einfach - sie überfordert den Hörer nicht.

Es ist überflüssig zu sagen, daß das Set auch optisch wundervoll gemacht ist, in einem festen Schuber und mit einem eingearbeiteten beinahe 100-Seitigen Book(let).

Ich will hier nicht mehr schreiben über die Musik, die für sich selbst spricht. Außerdem kann jeder, der mehr über die Akkordfolgen, über den Ablauf der Sessions oder anderes wissen will, das Booklet lesen.

Das schöne an der Box ist, um darauf zurückzukommen, daß man die Entwicklung so deutlich mitverfolgen kann, daß einem die Illusion genommen wird, Miles Davis hätte innerhalb eines Augenblicks seine Musik drastisch geändert. Und trotzdem ist da die Aura eines Genies. Die Zielstrebigkeit aber auch das Suchen ist wunderbarer zu hören als ein abrupter Wechsel von einem Stil zum anderen.

Kauft dieses Set, alle ihr, die ihr Jazz mögt, ob ihr das Originalalbum habt oder nicht - ihr werdet es in keinem Augenblick bereuen.

Daniel Syrovy

20 von 20 Punkte

 

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