Musik an sich


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Talking Horns & St. Ankowski

Verwirrte Hirten


Info
Musikrichtung: Blech-Jazz, Spoken Word

VÖ: 02.11.2012

(Westpark Music [87242] / Indigo)

Gesamtspielzeit: 68:22

Internet:

http://www.talkinghorns.de
http://www.martin-stankowski.de/
http://www.westparkmusic.de


Verwirrte Hirten - schon allein der Titel dieser CD von Talking Horns & St. Ankowski lässt schon vermuten, dass es sich hier um eine nicht ganz gewönliche Veröffentlichung handelt. Und tatsächlich verbirgt sich hinter diesem Titel die etwas andere Weihnachts-CD entstanden aus der Kollaboration von dem Jazz-Blechbläser Quartett Talking Horns (Achim Fink, Andreas Gilgenberg, Bernd Winterschladen, Stephan Jochen Schulze) und St. Ankowski, mit bürgerlichem Namen Martin Stankowski, WDR-Journalist und Autor.

Was gibt es dann auf Verwirrte Hirten zu hören? Nun, zunächst einmal tolle Musik, denn die Interprationen der Weihnachtsklassiker wie “In Dulci Jubilo“, “Maria durch ein Dornwald ging“ oder “O Tannenbaum“ ist schon eine Klasse für sich. Und die beiden Eigenkompositionen “Frühling“ und “Eben“ passen da perfekt mit dazu. Die Talking Horns spielen mal klassisch inspiriert, dann wieder jazzig frech, mal einfühlsam, dann wieder locker luftig. Und wie man es von dem Quartett gewohnt ist, ist das wieder auf allerhöchstem Niveau musiziert. Das hat so gar nichts von der süßlichen Weihnachtsmusik, die man sonst zu hören bekommt und doch wird die besinnlich weihnachtliche Atmosphäre nicht zerstört. Das gelingt nicht vielen Musikern.

Was macht nun aber Martin Stankowski, denn musikalisch ist er nicht beteiligt? Er erzählt zwischen den Liedern kleine Geschichten, die das Weihnachtsfest für manche vielleicht in einem anderen Licht erscheinen lassen. Er sucht die Ursprünge des Festes, räumt mit Mythen rund ums Fest auf und berichtet von alten Sitten und Bräuchen (egal ob keltisch, germanisch, römisch oder christlich) rund ums Weihnachtsfest, die sich teilweise bis heute in abgesandelter bzw. vekürzter Form gehalten haben. Ob dies nun alles immer historisch ganz korrekt ist sei einmal dahingestellt. Er stimmt mit seiner feinen, manchmal leicht ironischen Sprache ganz neu und anders auf das Weihnachtsfest ein.

Ein großers Manko ist, dass manche Titel sowohl Musik als auch Text enthalten. Damit kann man nicht die Musik odr auch die Texte für sich alleine hören. Das ist schade, denn so wird die CD wohl nicht so oft im Abspielgerät landen, denn auf die Mischung von Musik und Text muss man sich schon einlassen. Ansonsten aber sehr gelungen!



Ingo Andruschkewitsch



Trackliste
1Verwirrte Hirten + Begrüssung1:49
2 Verwirrte Hirten II (Kommet ihr Hirten)1:58
3 217 Mio. Weihnachten5:03
4 In Dulchi Jubilo3:39
5 Thorny Forest (Maria durch ein Dornwald ging)3:32
6 Schneeböckchen rappel di rappel di kling (Kling Glöckchen)4:15
7 Zwischen den Jahren4:17
8 Der Geist des Herrn erfüllt (u. a.) das All3:19
9 Der Narrenbischof3:56
10 Nikolausi Döner (Lasst uns froh und munter sein)3:00
11 Hodensack & Weihnachtsmann5:58
12 Phrygische Weihnacht (Morgen kommt der Weihnachtsmann)2:01
13 Noch 'n Tannenzäpfle (Fröhliche Weihnacht überall)3:15
14 O Raderthal, mein Raderthal (O Tannenbaum)4:10
15 Kriegsgeschrei zu Weihnachten4:10
16 Frühling2:59
17 Licht zum Neuen Jahr4:08
18 Hark, the Herald Angels Sing4:03
19 Eben2:50
Besetzung

Martin Stankowski: Texte, Erzähler
Achim Fink: Posaune
Andreas Gilgenberg: Saxophon, Flöte, Klarinette, Percussion
Bernd Winterschladen: Tenor-, Bariton- und Altsaxophon, Bassklarinette
Stephan Jochen Schulze: Flügelhorn bis Tuba


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