Musik an sich


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Schubert, F. (Quatuor Terpsycordes)

Quartette D. 804 „Rosamunde” & D. 810 „Der Tod und das Mädchen”


Info
Musikrichtung: Romantik Streichquartett

VÖ: 01.11.2008

(Ricercar / Note 1 / CD 2007 / Best. Nr. RIC 272)

Gesamtspielzeit: 76:58

Internet:

Quatuor Terpsycordes



DYNAMISCH

In dieser Interpretation klingen zwei sattsam bekannte Streichquartette von Franz Schubert im besten Sinne „authentisch“. Die historischen Instrumente mit ihren Darmsaiten und entsprechenden Bögen bringen die ausdrucksstarke Romantik des „späten“ Schubert auf eindringliche Weise zum Singen und Erzählen. Apropos „erzählen“: Die Instrumente können flüstern, aber auch Aufschreien (wenngleich ohne jeden angestrengt veristischen Akzent!). Auffällig ist nämlich vor allem die sehr breit gestaffelte, auch klangfarblich differenzierte Dynamik, durch die die Musik eine eindrucksvolle räumliche Tiefe gewinnt. Leider sorgt die zu hallige Studio-Akustik für ein etwas verwaschenes Klangbild.
Die zwei Damen und Herren des Quatuor Terpsycordes befleißigen sich im Übrigen einer gar nicht asketischen Spielweise, sondern zeigen eins ums andere Mal ihre Freude an organisch blühenden Tönen und warmen, obertönigen Streicherfarben, inklusive eines gut fokussierten und stimmig platzierten Vibratos. So haftet der Darbietung nichts Besserwisserisches an, es geht in erste Linie um eine Interpretation, die jeden Zuhörer unmittelbar packen und bewegen soll. Historisierende Prüderie wäre beim ausdruckssatten Rosamunde-Quartett wie bei Der Tod und das Mädchen allerdings auch völlig unangebracht. Den Terpsycordes gelingt es mit ihrer facettenreichen Spielweise, das Dramatische und Zart-Innerliche, das Derb-Humorvolle und Tragische gleichermaßen überzeugend zu artikulieren.



Georg Henkel



Besetzung

Girolamo Bottiglieri & Raya Raytcheva: Violine
Caroline Haas: Viola
François Grin: Cello


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