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Artikel

Extramensch:Metal und Lyrik

Info

Gesprächspartner: Extramensch

Zeit: 20.09.2010

Interview: E-Mail

Stil: Heavy Metal

Internet:
http://www.extramensch.com

Extramensch sind eine neue deutsche Band, welche harte Musik mit deutschen Texten verbindet! Die deutschen Texte der Band sind teilweise der deutschen Lyrik entnommen. Dazu tritt die Band komplett anonym auf. Da mir die Verbindung zwischen Metal und Texten von Rilke, Schiller und Goethe sehr gefallen hat, habe ich einmal bei Extramensch angeklopft um zu erfahren, wer hinter der Band steckt!

Die Namen der Mitglieder der Band Extramensch werden nicht genannt. Ihr tretet komplett anonym auf! Warum?

EXTRAMENSCH ist Jeder, ist Alles und Nichts, ...denn Alles, was ist, ist Eins! Wenn wir uns diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen, erscheinen die Namen der Mitwirkenden nebensächlich,
daher:
Wir sind EXTRAMENSCH; Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren und Gesang.

Wie seid ihr auf den Namen Extramensch gekommen?

Wir haben nachgedacht und herum gesponnen. Wir sind alle eins, und ich sehe uns dabei zu. Eine extramenschliche (ausserkörperliche?) Selbstbetrachtung. Oder sind wir doch das Produkt einer Kreuzung von Mensch und extra-terrestrischen Wesen? Oder waren es doch zu viele verbotene Substanzen in unserer Jugend? Wir sind uns in diesem Punkt noch nicht ganz schlüssig. Fest steht, dass der Name irgendwann nach einem Geist-reichen Abend auf einem Notiz-Zettel stand.


Eure Texte sind von alter deutscher Lyrik beeinflusst. Auf der Extramensch MySpace Seite gebt ihr als Einflüsse Walter v.d. Vogelweide, J.W. Goethe, Schiller, Heidegger, Cornelius Agrippa v. Nettesheim, Wolfdietrich Schnurre, Ludwig Fels und weitere an. Woher kam die Idee, Einflüsse aus diesem Bereich aufzugreifen und neu zu vertonen?

Alle Gedanken wurden bereits gedacht, was uns neu erscheint ist die Kombination verschiedener, bisher noch nicht kombinierter Gedanken die zu scheinbar neuen Wegen führt. Wir fühlen und denken, die alten Meister legen uns dazu ihre Worte in den Mund. Das ist sehr nett von ihnen.

Das Lied des Bettlers ist ein Text von Rilke. Wieso habt ihr euch gerade diesen, wie ich finde sehr schönen Text, ausgesucht?

Die Auswahl der Texte funktioniert immer auf dieselbe Art. Das musikalische Layout schafft Assoziationen auf emotionaler Ebene. Es folgt der blinde Griff ins Bücherregal und im Regelfall spricht uns der erste oder zweite aufgeschlagene Text klar und deutlich an: Ich bin das Wort deines Gedanken!

Eure deutschen Texte paart ihr mit hartem Rock und Metal. Bei dieser Kombination werdet ihr wahrscheinlich schnell mit Rammstein verglichen. Was entgegnet ihr diesem Vergleich?

Nichts. Menschen brauchen Referenzpunkte um ihnen unbekanntes zuzuordnen. Wir sind (noch) unbekannt, werden also dem bekannten zugeordnet. Andernorts habe ich das so beschrieben: gestern waren wir Rammstein, heute Unheilig und morgen sind wir Extramensch. Mit ein bisschen Glück nicht nur wir.

Ein Highlight des Albums ist „This Life (Das Mädchen Aus Der Fremde)“! Wie kam die Zusammenarbeit mit Carmen Rizzo zustande und wie seid ihr auf die Idee gekommen den Text von Schiller in dem Song zu verarbeiten?

Carmen wurde uns von „unserem Mann“ in den USA vorgestellt. Er war neugierig wie es klingen würde, wenn seine Elektronica „vermetalt“ würde und ließ Extramensch vollkommen freie Hand. „This Life“ hat uns aber auch durch Kates (Havenvik - Singt mit de Extramensch Sänger ein Duett in diesem Song. Red!)großartigen Gesang angesprochen! Der Text von Schiller wurde wie die anderen gewählt. Daß Kate hierzulande vor allem durch ihre Aktivitäten mit/bei Schiller bekannt ist, rundete die Auswahl noch ab. Es gibt keine Zufälle.

Zwei eurer Songs haben das Wort Epistel im Titel. Episteln sind religiöse Texte (Apostelbriefe und Texte aus Gottesdiensten), welchen Bezug habt ihr zu religiösen Themen?

Wir sind alle Eins. Wir sind mit ALLEM verbunden, Mensch, Tier, Pflanze, der Mutter Erde selbst, dem Universum. Wir sind alle Teil des göttlichen Prinzips. All unsere Handlungen haben Einfluss auf das gesamte System.
Mit dieser Einstellung kommt man nicht umher, sich eine gewisse Spiritualität nachsagen lassen...

Da es sich bei unseren Episteln um die Vertonung der „Fredmans Episteln“ des schwedischen Dichters Carl Michael Bellmann handelt, ist deren Charakter eher satirisch, als liturgisch...

Wollt ihr mit eurem Konzept auch auf Tour gehen? Wenn ja wie wollt ihr eure Anonymität bewahren?

Wir schicken Substitutes in kecken Radlerhosen.

Was können wir von Extramensch in der näheren Zukunft noch erwarten?

Weitere Remix-Trades, eine anständige Live-Show, eine EP im Frühjahr, ein neues Album Ende nächsten Jahres, philosophische Spinnereien und alles was sonst noch Spaß macht.

Wollt ihr noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser richten?

Warum abschließend? Wir sollten uns öffnen...;-)

Rainer Janaschke


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