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Bryan Adams live vor dem Weltkulturerbe in Würzburg

Info

Künstler: Bryan Adams

Zeit: 04.08.2017

Ort: Würzburg - Residenzplatz

Bryan Adams gibt im Rahmen seiner Get Up-Tour noch einige Open-Air-Konzerte in Deutschland als Zugabe zu der Hallentour vom vergangenen Jahr. Der Würzburger Residenzplatz bietet ein einmaliges Ambiente für Open-Air-Konzerte. Ich war vorher noch nie in der schönen Frankenmetropole und muss sagen, dass Würzburg auch ohne Konzertbesuch durchaus einen Abstecher wert ist! Die Sicherheitsvorkehrungen sind wie schon beim diesjährigen Guns n‘ Roses-Konzert in München sehr hoch. Handtaschen dürfen nur bis zu einer bestimmten Größe mitgenommen werden und bestimmte Gegenstände wie Fotos oder Rucksäcke müssen konsequenterweise draußen bleiben. Eine traurige Entwicklung, die wohl nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Mit etwas Verspätung kommt der Kanadier mit seiner Band auf die Bühne. Würzburg begrüßt den sympathischen Musiker mit viel Beifall und der Gig nimmt Fahrt auf. Eine Vorband gibt es wie meist bei Bryan Adams auch an diesem Abend nicht. Vor dem Konzert werden einige Video-Einblendungen auf der großen Leinwand gezeigt. Bryan Adams ist bestens gelaunt und macht seine Scherze mit dem Publikum. Auch musikalisch gibt es gar nichts auszusetzen. Seine Stimme ist nach wie vor sehr gut in Schuss, er zeigt keinerlei Abnutzungserscheinungen. Der Sound ist mir ein bisschen zu leise, ansonsten jedoch glasklar abgemischt. Die neuen Songs funktionieren sehr gut, mittlerweile sind sie dem Publikum auch schon ein bisschen geläufiger. Das Herzstück des Konzerts bleiben jedoch seine Klassiker. Gegen „Run To You“ oder „This Time“ fallen die neuen Stücke dann schon ein bisschen ab.

Adams und seine Band funktionieren einmal mehr als perfekt geölte Einheit. Sein langjähriger Weggefährte und Gitarrist Keith Scott rockt vom allerfeinsten und veredelt sämtliche Stücke mit einer hervorragenden Leadgitarre, wofür er häufig Szenenapplaus vom Publikum bekommt. Besonders hervorheben muss man noch Schlagzeuger Mickey Curry, der zusammen mit dem coolen Bassisten Norm Fisher für eine gehörige Portion Rhythmus sorgt. Auf Background-Sängerinnen oder irgendwelche Show-Gimmicks wird komplett verzichtet - hier ist nur die Musik wichtig. Ein ganz besonderes Lob hat sich das äußerst textsichere Würzburger Publikum verdient. Mit viel Begeisterung und Partylaune wird der Auftritt untermalt, die Stimmung ist gelöst und entspannt. Zusammen mit der spielfreudigen Band und einem gut gelaunten Bryan Adams ergibt dies ein Konzert der Extraklasse.

Im Laufe des Abends wird einem wieder schlagartig bewusst, wie viele Hits Bryan Adams im Laufe seiner Karriere bereits rausgehauen hat. „Summer of 69“ ist zwar der im Radio am meisten gespielte Hit, aber beileibe nicht der einzige. Mir gefallen die Stücke „Cuts Like A Knife“, „The Only Thing That Looks Good on Me Is You“ und die Ballade „Heaven“ am Besten. Für besonderes Gänsehautfeeling sorgen immer wieder Adams Solostücke, die er nur mit der Akustikgitarre zum Besten gibt. Hier wird klar, dass er nicht unbedingt eine Band braucht, um Magie zu entfachen.

Für etwas Magengrummeln sorgt ein Sportflugzeug, das während der zweiten Hälfte immer wieder etwas seltsam über dem Publikum kreist. Selbst Bryan Adams schaut ein paar Mal eher skeptisch in diese Richtung, richtig wohl ist mir dabei ehrlich gesagt auch nicht.

Nach geschlagenen 20 Songs geht Adams von der Bühne und kommt noch für etliche Zugaben wieder zurück. Hier greift er ganz tief in die Mottenkiste und bringt neben einer Elvis-Presley- und einer Eddie-Cochran-Nummer den Frankie-Valli-Song „Can’t Take My Eyes Off You“, der fantastisch ankommt. Den Abschluss bildet „All For Love“ (Welch Ironie: ein Song zu einem Film über die drei Musketiere vor einer Kulisse für einen weiteren Film über die drei Musketiere - Anm.d.Red.), mit dem er sich nach 110 Minuten vom hervorragenden Würzburger Publikum verabschiedet. Ein sichtlich gerührter Künstler verlässt die Bühne, zurück bleiben ganz viele fröhliche Fans, die einmal mehr einen wunderbaren Konzertabend miterlebt haben.


Setlist:
1. Do What Ya Gotta Do
2. Can't Stop This Thing We Started
3. Don't Even Try
4. Run to You
5. Go Down Rockin'
6. Heaven
7. This Time
8. It's Only Love
9. Cloud #9
10. You Belong to Me
11. Summer of '69
12. Remember
13. When You're Gone
14. (Everything I Do) I Do It for You
15. Back to You
16. Somebody
17. Please Forgive Me
18. Cuts Like a Knife
19. 18 til I Die
20. The Only Thing That Looks Good on Me Is You
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21. Brand New Day
22. C'mon Everybody
23. All Shook Up
24. Can't Take My Eyes Off You
25. Straight From the Heart
26. All for Love

Stefan Graßl


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